Der Seegeist bewirbt sich

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Fr, 09. Februar 2018

Titisee-Neustadt

Die Seemer Fasnetfigur könnte sich für seine berufliche Zukunft manchen Job im Rathaus vorstellen.

TITISEE-NEUSTADT. "Seegeist, Seegeist – es isch so wit", immer wieder rief die Menschenmenge am Seeufer. Dann endlich stieg farbiger Rauch auf, ein Kanonenschlag ertönte und der Seegeist erschien auf dem Steg. Mit großen Schritten kam er ans Ufer, dort wurde er von Seeräuberchefin Nicole Hermann mit einer Umarmung empfangen.

Zuvor hatten die Kindergartenkinder und der Narrensamen der Seeräuberzunft die Narrenbaumspitze mit grünen und roten Vornamenbändern geschmückt. Die Piraten und Seeräuber richteten den Baum aus. Als der Seegeist auf dem Trockenen war, formierte sich ein Zug mit den Hefeloch Blätzern an der Spitze zum Roten Platz. Vor dem ehemaligen Rathaus wurde der Narrenbaum von den Zimmerleuten aufgerichtet und in den Pausen sprach der Seegeist: "Jetzt sind die Narren an der Macht." Die Narren ziehe es auf die Straßen mit Kind und Kegel und auch dem Hund. So sei auch er, der Seegeist, aus den Fluten gestiegen, da er sich gern zur Fasnet zeige. Mitgebracht hatte er seinen "jährlichen Bericht, um mit den Obrigen gehen zu Gericht". Er fragte, ob der Bürgermeister da sei oder studiere oder im Wald sei, wo er sich wohler zu fühlen scheine als im Rathaus. Der Seegeist bewarb sich als Bademeister, schließlich sei er "als Mann aus dem Wasser bestens geeignet". Sollte das nicht klappen, hätte er exzellente Qualifikationen als Stadtbaumeister. "Und im nächsten Jahr sind doch Bürgermeisterwahlen", fuhr er fort, "am Kappenabend habe ich schon mal Ihren verwaisten Platz eingenommen." Dann hieß es, "jetzt geht‘s los – Narrinarro!"