Die Kunst der Nachfolge

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Fr, 27. März 2015

Titisee-Neustadt

Das Kunstforum Hochschwarzwald muss bald viele Ämter neu besetzen.

TITISEE-NEUSTADT. 2016 wird ein spannendes Jahr für das Kunstforum Hochschwarzwald. Dann stehen Neuwahlen an – und Vorsitzende Karin Hessler will nicht mehr weitermachen. Das kündigte sie auf der Hauptversammlung im "Jägerhaus" an. Nicht mehr antreten werden zudem Kassierer Konstantin Sell und Schriftführerin Franziska Schwer. Rainer Mertens bleibt stellvertretender Vorsitzender und auch die Mitglieder des künstlerischen Beirates machen weiter.

Ein wenig Entsetzen machte sich in der 15-köpfigen Runde breit. "Nach zehn Jahren ist Schluss", sagte Hessler bestimmt. Dann sei sie 22 Jahre in "Amt und Würden" gewesen für das Kunstforum. "Es wäre schön, wenn sich ein Nachfolger melden würde", fand sie. Im Vorfeld habe sie ihre Fühler ausgestreckt, jedoch nur Absagen erhalten. Spontan ergab sich in der Versammlung ein Nachfolger für Sell mit der Einschränkung: "Nur für eine Amtsperiode." Das sind zwei Jahre.

"Müssen wir über eine Auflösung nachdenken?", fragte ein Mitglied. Das wollte keiner der Anwesenden gelten lassen. 2016 wird das Kunstforum 30 Jahre alt. Es werde sich doch wohl jemand finden lassen, sei es aus den eigenen Reihen oder von außen, hieß es. Titisee-Neustadt brauche das Kunstforum. Und dann sei da noch die Möglichkeit der kommissarischen Ämtervergabe, zeigte Hessler auf. Aber für sie selbst käme das nicht in Frage. Viel Zeit haben die Kunstfreunde nicht, denn das Ausstellungsjahr 2016 gilt es in Kürze vorzubereiten.

2014 gab es Ausstellungen von Volker Ellwanger, Adriane Faller und Mateusz Budasz, Annette Schwarte und Stefan Kees. Der 78 Mitglieder starke Verein ist sehr auf Einnahmen aus dem Verkauf der Werke der Ausstellungskünstler angewiesen, legte Konstanin Sell im Kassenbericht dar. Da im vergangenen Jahr weniger Aussteller dies Angebot nutzten, gab es weniger Einnahmen. Dennoch blieben knapp 1000 Euro übrig. Doch ohne den Verkauf für die Künstler, der anteilig Geld in die Kasse bringt, sähe es schlecht aus, warnte Sell. Denn der "Kostenblock" mit rund 7000 Euro sei nicht mehr weiter herunterzuschrauben. Und diesem stünden Mitgliedsbeiträge in Höhe von knapp 3000 Euro gegenüber. Unterstützt wird das Kunstforum finanziell von der Sparkasse Hochschwarzwald und von der Gemeinde Lenzkirch. Sell fand, die Kosten für fünf Monate Nutzung der Räume in der Salzstraße stünden in keinem Verhältnis, seien "überproportional hoch". "Es gibt in Neustadt so viele Leerstände", sagte Sell, "vielleicht ergeben sich ja neue Möglichkeiten".

Das Kunstforum hat großes Interesse am Raumkonzept für die Vereine. Bürgermeisterstellvertreter Klaus Menner schlug deshalb vor, dass sich das Kunstforum mit seinem Bedarf zum laufenden Prozess der Stadt und Willi Sutter melde. "Wenn sich das Kunstforum meldet, wird es sicher gehört werden", sagte Menner. Was raus kommen werde, das wisse er aber nicht.