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02. Dezember 2009

Ein Kämpfer für die Heimat

Die SPD-Landtagsfraktion verabschiedet mit einem Empfang in Titisee Gustav-Adolf Haas

  1. Mit einem eindringlichen Apell an die Politiker, den engen Kontakt mit den Bürgern zu pflegen, verabschiedete sich Gustav-Adolf Haas bei einem Empfang der SPD-Landtagsfraktion im Kurhaus Titisee. Foto: T. Winckelmann

  2. Blumen für Anneliese Haas überreichte der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Claus Schmiedel. Foto: Thomas Winckelmann

TITISEE-NEUSTADT. Feuchte Augen und viele herzliche Worte gab es am Montagabend im Kurhaus Titisee. Die SPD-Landtagsfraktion hatte zu einem Abschiedsempfang für Gustav-Adolf Haas geladen und viele Weggefährten des scheidenden Landtagsabgeordneten würdigten dessen Einsatz für die Bürger.

Sichtlich gerührt reagierte Haas auf die Ankündigung, dass er zum Ehrenbürger von Titisee-Neustadt und auch zum Ehrenvorsitzenden des SPD-Kreisverbandes ernannt werden soll. Nicht nur Genossen, sondern auch Hochschwarzwälder Bürgermeister, Gemeinderäte, Vertreter der anderen Parteien und von Kirchen, Feuerwehr, Vereinen und Verbänden aus dem Hochschwarzwald und der Stadt Freiburg, beschäftigten sich in launigen Ansprachen und Grußworten mit dem Lebenswerk des "homo politicus" Gustav-Adolf Haas und wünschten dessen Nachfolger Walter Krögner einen guten Start im Landtag. Mit von der Partie war auch der neue Vorsitzende der baden-württembergischen SPD, Nils Schmid, dem der SPD-Fraktionsvorsitzende im Landtag, Claus Schmiedel, offiziell zur Wahl gratulierte. "Haas verlässt den Landtag und damit hat sich Ministerpräsident Oettinger nach Brüssel abgemeldet", sagte Claus Schmiedel und hatte damit ebenso die Lacher auf seiner Seite wie mit der Bemerkung "Haas hört man, bevor man ihn sieht". Das befreiende Lachen des einstigen Titisee-Neustädter Stadtbaumeisters, Gemeinde- und Kreisrates und Landtagsabgeordneten spielte in allen Ansprachen eine Rolle, aber auch dessen enger Kontakt zu den Bürgern. Haas sei ein "Kämpfer für seine Heimat", meinte Schmiedel, seine große Leidenschaft der Petitionsausschuss, in dem er sich viele Jahre für die Anliegen der Bürger eingesetzt habe. Haas sei "kein typischer SPD-Mann", bestätigte Bürgermeister Armin Hinterseh, "Haas ist Haas, er ist eine Marke". Er betrachte mit gemischten Gefühlen den Abschied aus dem Mandat, da es immer ein Vorteil sei, einen Landtagsabgeordneten in der Stadt zu haben. Titisee-Neustadts Rathauschef würdigte mit einem Schmunzeln auch die Beharrlichkeit des Landes- und Kommunalpolitikers, der "keiner von der bequemen Sorte" sei: "Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, wird man ihn so leicht nicht mehr los." Mit der Verleihung der Ehrenbürgerwürde sollen- wie bereits berichtet – im nächsten Jahr seine Verdienste um die Stadt zusätzlich honoriert werden.

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Der Freiburger Bürgermeister Ulrich von Kirchbach zeichnete in seiner Laudatio ein Bild des "politischen Menschen Haas und charakterisierte ihn als "sozialdemokratisches Urgestein", das seine Ehrenämter sehr ernst genommen und in der Region "Geschichte geschrieben" habe. In einer per Video übertragenen Grußbotschaft meinte der stellvertretende Landtagspräsident, Wolfgang Drexler, Haas habe die Bodenhaftung zur Tugend gemacht. Er kenne in seinem Wahlkreis nicht nur jeden Baum und Strauch, sondern er kommuniziere auch mit jedem.

Gustav Adolf Haas appellierte in seiner Ansprache an die Politiker, sich immer zu fragen, was bei den Bürgern ankommt. Diese müssten "wissen, um was es geht, spüren, dass sie von ihren gewählten Vertretern angehört und verstanden werden. Er erinnerte an die herausragenden Themen seiner politischen Arbeit in Stuttgart und dankte dabei auch seiner Frau Anneliese, die ihm stets den Rücken frei gehalten habe. Walter Krögner bezeichnete sich als Nachfolger "...von einem, der ganz große Fußstapfen hinterlassen hat " und plädierte für eine enge Zusammenarbeit von Stadt und Land. SPD-Kreisvorsitzender Bert Riesterer kündigte an, dass Haas zum Ehrenvorsitzenden des SPD-Kreisverbandes ernannt werden soll.

Autor: Thomas Winckelmann