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20. Dezember 2011

Eine Musik, die die Herzen aufgehen lässt

Männerchor Hochfirst und Gastsänger führen mit der "Bergweihnacht" das Publikum im voll besetzten Münster durch einige besinnliche Sonntagabendstunden.

  1. Kein Plätzchen war mehr frei zur 50. Bergweihnacht im St. Jakobus-Münster. Foto: Eva Korinth

  2. Alfred Bucherer und Stefanie Lickert waren immer wieder als Solisten zu hören. Foto: Eva Korinth, akh

  3. Hans-Peter Lais beim Solostück des Trommlers. Foto: Eva Korinth, akh

  4. Thomas Ketterer, Helmut Egy und Hubert Faller ließen ihre Alphörner ertönen. Foto: Eva Korinth, akh

TITISEE-NEUSTADT. Musik, die alle Herzen öffnete, erklang am Sonntagabend im St. Jakobus-Münster in Neustadt. Den Auftakt machte "Halleluja, ’s Christkind ist da!" Der stattliche Projektchor "Bergweihnacht" sang es voller Inbrunst und eröffnete damit sein traditionelles Weihnachtskonzert, wie es in Furtwangen am Samstag erklungen war und heute in Kirchzarten nochmals aufgeführt wird.

Kein noch so winziges Plätzchen war mehr frei in dem Gotteshaus. Eng gedrängt saßen die Zuhörer auf den Bänken, im großen Kirchenraum ebenso wie auf der Empore. Eine Vielzahl an Zuhörern hatte in den Gängen auf eigens herangeschafften Stühlen Platz genommen, Zu-spät-Gekommene mussten stehend ausharren und reihten sich im Eingang auf. Mehr passten einfach nicht ins Münster. Geboten wurden ihnen die schönsten Melodien aus 25 Jahren "Bergweihnacht" und sie schwelgten darin.

"Wir freuen uns, dass die Kirche so gefüllt ist", sagte ein überwältigter Männerchorvorsitzender Arnold "Seppi" Löffler. Die durch das Kirchenschiff zum Chorraum einmarschierten Sänger hatten wohl eine leichte Gänsehaut bekommen. "Halleluja, ’s Christkind ist da", sangen sie als angemessene Eröffnung: Die Sänger des Männerchors Hochfirst, verstärkt durch viele Gastsänger. Gekonnt führten sie ihre Zuhörer durch besinnliche Stunden und bereiteten ihnen ein großes Hörvergnügen. Eine Meisterleistung war es, was die Männer da vollbrachten.

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Zum Jubiläumskonzert, dem 50. binnen von 25 Jahren, gab es nicht nur die schönsten und beliebtesten Stücke von Männerkehlen gesungen und von Bläsern und Zithern gespielt, sondern auch Neues. Denn erstmals waren Alphornbläser dabei. "Die gehören ja auch in die Bergwelt", erklärte Robert Mayr, Ideengeber und Motor, Macher und Leiter der "Bergweihnacht". Mayr dirigierte jedes Stück souverän und griff beim "Ave Maria der Berge" sogar selbst zu Posaune.

"Hausherr" Pfarrer Johannes Herrmann sprach allen Anwesenden aus dem Herzen, als er die Sänger und Instrumentalisten lobte: "Schön, dass es Sie gibt!" Der Beifall war kräftig.

Schlag auf Schlag tauchte man in die biblische Weihnachtswelt ein. Das Ereignis der Geburt Christi wurde musikalisch herausgearbeitet: Die Vorankündigung, die Herbergssuche von Maria und Josef, die Geburt, wie die Hirten dies auf dem Feld erlebten, wie sie sangen und tanzten, die Alphörner beteten, der kleine Trommler trommelte dem Jesuskind ein Lied, die Engelschöre jubilierten.

Keine Atempause wurde dem Publikum, aber auch den Sängern gewährt. 27 Chor- und Instrumentalstücke, fast alle musikalisch von Robert Mayr bearbeitet, ließen die Stunden verfliegen.

In der stimmungsvollen Atmosphäre des renovierten Münsters ließen sich die Zuhörer willig auf den Heiligen Abend einstimmen. Manche hatten ihr Willkommensgeschenk – jeder Konzertbesucher hatte beim Eintritt ein liebevoll verpacktes Teelichtlein erhalten – angezündet und vor sich hingestellt. Gesang und Musik machten klar: "Es ist Weihnachten."

Das Konzert war aus einem Guss. Die eine oder andere musikalische oder gesangliche Ungenauigkeit verzieh das Publikum gerne. Die Zitherspielerinnen Janina Diehr, Elke Bohnet und Anja Wursthorn sorgten mit ihren Saiteninstrumenten für heimelige Klänge. Die achtköpfige Bläsergruppe stützte geschickt den Chor im Gesang, war auch mit Soli zu hören, beispielsweise von Josef Rombach, Manfred Schwald und Hans-Dieter Ficht. Einen ganz neuen, ganz besonderen Klang brachten die Alphornbläser Thomas Ketterer, Helmut Egy und Hubert Faller ins Konzert. Er fügte sich nahtlos ein. Der helle klare Sopran von Stefanie Lickert aus Hinterzarten strahlte nicht nur bei ihren Soli, sondern auch dann, wenn sie die Sänger begleitete. Hörenswert auch die beiden Tenöre Alfred Bucherer und Hans-Peter Lais als Einzelsolisten.

Der Wunsch nach Zugabe wird erfüllt

Und was wäre die "Bergweihnacht" ohne den "Trommler" oder das beliebte Panis Angelicus, das Ave Maria der Berge, Ave Glöckchen, Aber Heidschi Bumbeidschi oder den Andachsjodler – Heut’ in der Nacht? Diese Lieder zählen zum Pflichtprogramm der "Bergweihnacht". Verzückt lauschte das Publikum. Zu hören waren auch Lieder, die von Chormitgliedern getextet worden waren: "Halleluja, geboren in Bethlehem" (Nikolaus Bliestle) und "’s Christkind ist da" (Bruno Schwanz). Beim Andachtsjodler durften die Zuhörer mitjodeln, und nach dem letzten Konzertstück "A Weihnacht wie’s früher war" war ihnen viel zu früh Schluss: Stehend forderten sie "Zugabe", die sie auch erhielten: Panis Angelicus.

Autor: Eva Korinth