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11. August 2011
Elf junge Leute hinterlassen Spuren
Der dreiwöchige Einsatz des internationalen Workcamps bringt dem Kurgarten einige Farbtupfer und Verbesserungen.
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Pauline Zittel aus Aachen unternimmt erste Gehversuche auf dem neuen Barfußpfad. Foto: Eva Weise
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Jeein Chung aus Korea, Chun-Hui Yen und Chi-Shuan Yuan (von links) aus Taiwan probieren die neuen Wackeltiere auf dem Kinderspielplatz aus. Foto: Eva Weise
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Ana Granado aus Spanien und der Tscheche Vit Volsieka installieren eine Riesenkrake. Foto: Eva Weise
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Joachim Wangler (links) und Lothar Wehrle vom Bauhof helfen beim Aufbau der Plastiken. Foto: Eva Weise
TITISEE-NEUSTADT. Elf junge Leute haben während eines internationalen Workcamps unentgeltlich zu den Werkzeugen gegriffen und den Kurgarten in Neustadt verschönert. Am Freitag klingen die drei Wochen mit einem Grillfest aus. Am Samstag treten die jungen Leute ihre Heimreise nach Korea, Taiwan, Spanien oder Tschechien an. Zuvor werden sie im Rathaus verabschiedet.
Während viele Menschen in ihren Ferien faulenzen, arbeiteten die jungen Leute im Alter von 17 bis 25 Jahren an einem sozialen Projekt. Verschiedene Abschnitte des Kurgartens haben sie aufgewertet. "Leute kennenlernen und zusammen Spaß haben", darauf kam es Ana Granado aus Spanien an. "Für mich war es eine schöne Lebenserfahrung." Die 23-jährige Studentin nahm zum ersten Mal an einem Workcamp des Internationalen Jugendgemeinschaftsdienstes teil. Schon seit 1949 organisiert der IJGD Workcamps in Europa und findet damit regen Anklang.Die Teilnehmer hatten genug zu tun: Sie legten im oberen Teil des Gartens einen Barfußpfad mit Holzskulpturen und Sitzgelegenheiten an, installierten über den Park verteilt sechs große Plastiken und möbelten den Kinderspielplatz auf.
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Für fachmännisches Wissen war auch gesorgt: Kunstlehrer Rainer Mertens, Baggerfahrer Joachim Wangler, Maurer Lothar Wehrle und nicht zuletzt Campleiter Simon Schießl, ein gelernter Schreiner, halfen tatkräftig. Werkzeuge und Baumaterial stellte der städtische Bauhof. Gearbeitet wurde werktags von 9 bis 14 Uhr. Trotz des durchwachsenen Wetters der vergangenen Wochen liegen sie voll im Zeitplan, die Ergebnisse ihrer Arbeit können sich sehen lassen.
Da das Camp international besetzt ist, hilft Englisch bei der Verständigung. Dass Stadtbaumeister Heinrich Graf oft zu Besuch kam, fanden alle gut: "Es ist toll, dass er sich für unsere Sache interessiert." Die drei Wochen waren nämlich kein reines Vergnügen, sondern auch anstrengend. Vor allem für zierliche Mädchen wie Chun-Hui Yen und Chi-Shuan Yuan aus Taiwan, die sich unter fachlicher Anleitung auch als Maurerinnen betätigten und die Ränder des Barfußpfads mit Pflastersteinen einfassten. "Viel Spaß hat das Bemalen der Plastiken im Bauhof gemacht", sagt Chun-Hui Yen. Auch sonst haben die Studentinnen, die es wichtig finden, sich sozial zu engagieren und mit anderen jungen Leuten etwas gemeinsam zu tun, ihren Aufenthalt genossen.
als gedacht."
Heinrich Graf
Ein Blickfang ist der mit Holzskulpturen und Sitzgruppen umgebene Barfußpfad. Auf der 70 Meter langen Strecke kann man über Waldmaterial, aber auch über Sand, Kies, Heu, Stroh oder Splitt gehen. Auf dem Kinderspielplatz stehen für die Kleinkinder jetzt sechs Tiere zum Wippen bereit, eines davon wurde vom Kinderschutzbund gestiftet. Bis Freitag soll noch eine Schaukel aufgebaut und der ganze Bereich zu einem großen Sandkasten umgewandelt werden. Mittendrin soll sich demnächst ein großes Windspiel drehen. Für die größeren Kinder sind bereits ein Turm mit Röhrenrutsche sowie Kletterseile bestellt. "Beides wird gemeinsam unter Mithilfe von Eltern ab Mitte September aufgebaut", kündigt Graf an. Weitere Helfer sind willkommen und können sich in einer Liste im "Carpe Diem" zum Arbeitseinsatz eintragen.
Dass die Multi-Kulti-Truppe in ihrer Freizeit aber nicht nur pflastern, graben, handwerkeln und malen musste, dafür sorgte unter anderem Lena Weggartner. Die Bayerin war Teamleiterin und eine von drei Betreuern in der Gruppe; sie kümmerte sich auch um das Programm für die Nachmittage. In ihrer Freizeit besuchten die Camp-Teilnehmer unter anderem Freiburg und Frankfurt. Freikarten bekamen sie für den Kletterpark in Titisee, die örtlichen Freibäder, das Kino und eine Bootsrundfahrt auf dem Titisee. Alle Angebote konnten sie nicht wahrnehmen. "Zeitlich haben wir das nicht geschafft", sagt Lena Weggartner bedauernd, aber dankbar für die vielen Zuwendungen. "Alle sind sehr nett". Vor allem über die Lebensmittel, die der Schmidts Markt und Feinkost Villinger ihnen zusteckte, sind sie gerührt.
Was den jungen Leuten besonders gefallen hat? "Die Landschaft", sagt Ines Dupont-Miault, deshalb möchte die 17-jährige Schülerin aus Frankreich auf jeden Fall wieder in den Schwarzwald kommen – dann allerdings zum Wandern. Von der guten Luft schwärmt Jeein Chung aus Korea, die in Seoul beheimatet ist. "Dort gibt es zu viel Verkehr und zu viele Gebäude", erzählt die 22-jährige Studentin, weshalb sie die schöne Natur und Ruhe im Schwarzwald genießt. Das Camp war eine tolle Erfahrung für sie, die Arbeit hat Spaß gemacht und sie hat mit den beiden koreanischen Mädchen Freundschaft geschlossen. Die drei sind unzertrennlich und wollen den Kontakt halten. Auch einige Brocken Deutsch haben sie gelernt. "Ich habe Hunger" und "Lecker", sagt Jeein lachend und zeigt, was sie gelernt hat. Dem Abschied blicken die Freundinnen mit gemischten Gefühlen entgegen. Einerseits würden sie gerne ein wenig bleiben, aber sie haben auch Heimweh und freuen sich auf die Familien.
Auf Strandurlaub in den Ferien verzichtete auch Vit Volsieka. Seine Erwartungen an das Camp in Neustadt haben sich erfüllt. "Man sieht, dass man etwas schafft", sagt der 19-jährige Tscheche. Er freut sich über produktive Arbeit und ein vorzeigbares Ergebnis der Anstrengungen. Ausruhen und sich auf die faule Haut legen sei für ihn auch in den Ferien nichts. Und schon steigt er wieder auf die Leiter und montiert mit Ana Granado die Kraken-Plastik oben auf eine Stange.
Autor: Eva Weise


