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02. Dezember 2009

Europa-Lob für das Öko-Bekenntnis

Erneut eine Auszeichnung für die Familie Wiesler für die Ausrichtung des Seehotels und die konsequente Umsetzung des Konzepts

  1. Klaus-Günther und Eva Wiesler mit Sven Eckert, einem freien Energieberater, der für den Dehoga und die Universität Stuttgart tätig ist und als professioneller EMAS-Begleiter des Seehotels wirkt, bei der Auszeichnung in Stockholm. Foto: privat

TITISEE-NEUSTADT / STOCKHOLM (pes). Die anhaltenden Bemühungen der Familie Wiesler vom Seehotel in Titisee um eine ökologische Ausrichtung sind jetzt in besonderer Weise belohnt worden. Das Vier-Sterne-Haus ist von der Generaldirektion Umwelt der Europäischen Kommission im Rahmen einer feierlichen Zeremonie um den EMAS Award in Stockholm ausgezeichnet worden. Damit gehört das Seehotel Wiesler nun auch Europa-amtlich bestätigt in der Hotelbranche zu den Vorzeigehäusern mit einem vorbildlichen Umweltmanagment.

EMAS ist ein freiwilliges Umweltmanagementsystem innerhalb der Europäischen Union. Die Abkürzung EMAS steht hierbei für "eco-management and audit scheme". Mit dem EMAS-Award zeichnet die Europäische Kommission seit 2005 jährlich in sieben Kategorien Organisationen aus, die beispielhaft das europäische Umweltmanagement- und Audit-System im Betrieb umgesetzt haben. Dieses Jahr stand die umweltfreundlichste Beschaffung und den Umweltschutz in der Lieferkette im Mittelpunkt.

Das Seehotel Wiesler war in der Kategorie kleine Unternehmen als einziges Hotel Deutschlands nominiert und erhielt für die vorbildliche Umsetzung eine Auszeichnung. Die Nominierung an sich dürfe schon als Auszeichnung und Ehre angesehen werden, erzählt Eva Wiesler, denn die Einladung sei bereits die Bestätigung dafür, dass man alle Auflagen der Europäischen Kommission erfüllt hat. Mit der Anreise wisse man noch nicht, was einen erwartet. Es gehe darum, dass aus den Besten ein Bester benannt wird, und in diesem Fall sei in dieser Kategorie die Wahl auf eine nachhaltig produzierende Fabrik aus Griechenland gefallen, aber alle dürften sich mit Fug und Recht auch als Sieger fühlen.

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Die Auszeichnung ist nicht dotiert, ja nicht einmal mit einer Urkunde verbunden, es geht tatsächlich nur um die Anerkennung, die mit einer Preis-Trophäe belohnt wird, die bezeichnenderweise von der seit 2005 zertifizierten TrashDesignManufaktur des Demontage- und Recycling-Zentrums Wien stammt. Klaus-Günther Wiesler, Inhaber des Seehotels Wiesler und Vorstandsmitglied der Naturpark-Wirte Hochschwarzwald, freut sich über diese Auszeichnung. Belohnt sie doch die jahrelangen Bemühungen des Familienbetriebs. Das seit 2006 nach den EMAS-Kriterien eingestufte Seehotel setzt konsequent auf Beschaffung von regionalen Produkten und Dienstleistungen in den Bereichen Energie, Lebensmittel, Einrichtung, Inventar und Kosmetikartikel und dies möglichst auch in biologisch erzeugter Qualität von zertifizierten Öko-Betrieben. Durch die Mitgliedschaft in Vereinen und Kooperationen, die sich der Regionalität verschrieben haben, wird die Einhaltung der Kriterien in dem Familienhotel nicht nur im EMAS-Prozess regelmäßig überprüft.

Gäste buchen ganz gezielt
Und was bringt so eine Auszeichnung, abgesehen von der Bestätigung, dass man eine bestimmte Philosophie erfolgreich umgesetzt hat und sich, wie Eva Wiesler sagt, sogar der "Top-Liga" zugehörig fühlen darf – weit und breit ist ihr nur ein Hotel in Freiburg bekannt (Victoria), das Ähnliches vorweisen könne. Die Auszeichnung lässt sich gut werblich einsetzen, Sie ist vermerkt auf der eigenen Homepage, bei der Hochschwarzwald Tourismus Gesellschaft, in der Hotelzeitung und in Prospekten. "Das wird schon gelesen", weiß Wiesler und berichtet, dass Gäste eigens deswegen buchen.

Auch bei der gegenwärtigen Erweiterung – ein neues Restaurant, Küche und Personalraum – setzt Familie Wiesler ihre Philosophie um: Das Restaurant wird nur aus Holz gebaut, die beteiligten Firmen kommen aus dem näheren Umkreis.

Bereits 2006 wurde das Seehotel Wiesler für seine konsequente Haltung zu Umweltschutz, Nutzung erneuerbarer Energien und Verwendung von Produkten aus der Region mit dem Baden-Württembergischen Umweltpreis honoriert.

Autor: pes