Feuer in der Firmenhalle

Tanja Bury

Von Tanja Bury

Do, 03. März 2016

Titisee-Neustadt

57 Wehrleute löschen Brand bei Mutter Solutions in Titisee / Produktion steht bis auf Weiteres still.

TITISEE-NEUSTADT. Dicke schwarze Rauchschwaden und aus zersprungenen Fenstern schlagende Flammen erwarteten die Feuerwehr Titisee-Neustadt in der Nacht auf Mittwoch im Gewerbegebiet Titisee. In der Produktionshalle der Firma Mutter Solutions war aus bislang noch ungeklärten Gründen ein Feuer ausgebrochen. Die Höhe des Schadens kann noch nicht genau beziffert werden, er bewegt sich aber im oberen sechsstelligen Bereich.

Gegen 3.50 Uhr ging der Notruf bei der Leitstelle ein: Ein Passant hatte die Rauchentwicklung im hinteren Bereich der Gewerbestraße entdeckt und die Einsatzkräfte alarmiert. Mit 57 Leuten und acht Fahrzeugen rückte die Feuerwehr Titisee-Neustadt aus, auch das DRK war mit 12 Mann vorsorglich im Einsatz. Schnell stellte sich heraus, dass es in der Produktionshalle der Firma Mutter Solutions, die Schürfleisten für Räumfahrzeuge herstellt, zu einem Vollbrand gekommen war. Gesamtkommandant Markus Straub spricht gegenüber der BZ von einer intensiven Rauch- und Brandentwicklung. "Im hinteren Bereich der Werkstatt waren Fenster gesprungen und die Flammen schlugen raus."

Deshalb sicherte die Wehr zunächst diesen Bereich ab, um ein Übergreifen des Feuers auf den benachbarten Reifenhandel zu vermeiden. Parallel dazu verschafften sich Atemschutzträger – es legten vier Trupps mit insgesamt acht Mann Atemschutz an – Zugang zur Halle. "Das Feuer war relativ schnell unter Kontrolle, nachdem wir im Gebäude waren", so Straub. Zunächst habe für die Wehrleute aber eine besondere Gefahr bestanden, da noch Strom in den Räumen vorhanden war. Die Wehr alarmierte umgehend den Energieversorger, der den betroffenen Bereich des Gewerbegebiets vom Netz nahm. In der Halle befinden sich Maschinen, Gummiummantelungen und Kunststoffe, deren Brennen zu der immensen Rauchentwicklung geführt haben. Die Schwaden zogen bis auf die B 31. In der Halle wird nachts nicht gearbeitet, weshalb keiner der insgesamt 15 Mitarbeiter der Firma gefährdet war.

Am Mittwochmorgen gegen 8 Uhr wurde der Einsatz beendet, nachdem die Wehrleute Decken geöffnet und nach möglichen Glutnestern Ausschau gehalten hatten. Ebenfalls am späteren Vormittag rückten Kriminaltechniker aus Freiburg an, zudem wurde ein Sachverständiger zur Untersuchung der Brandursache hinzugezogen. Diese stand am Mittwoch noch nicht fest. In Absprache mit der Staatsanwaltschaft wurde das Gebäude bis zum Abschluss der Untersuchungen beschlagnahmt. Die Produktion steht bis auf Weiteres still.

Der Schock bei Firmeninhaber Michael Mutter sitzt tief. Wann er und seine Mitarbeiter wieder arbeiten können, ist noch ungewiss. Glück im Unglück nennt es Mutter, dass das Feuer von einem Passanten entdeckt wurde und dadurch wohl noch Schlimmeres verhindert wurde.