Glückwünsche mit Groove

Wolfgang Scheu

Von Wolfgang Scheu

Di, 28. November 2017

Titisee-Neustadt

Zum 40-jährigen Bestehen der Jugendmusikschule gibt die JMS Big Band ein besonderes Konzert.

TITISEE-NEUSTADT. "From Jazz to Pop" lautete das Motto des Abends: Im Rahmen der Veranstaltungen zum 40-jährigen Bestehen der Jugendmusikschule (JMS) Hochschwarzwald spielte die JMS Big Band unter der Leitung von Kilian Heitzler in Titisee ein schwungvolles Geburtstagsständchen.

Die Bandbreite des Programms war groß, die Qualitäten jedes einzelnen der 18 Musikerinnen und Musiker sowieso, das konnte die Formation in ihrer fast 30-jährigen Geschichte schon oft beweisen. In Frankreich und Belgien spielten die Musiker bei Festivals, weitere Höhepunkte waren die achttägige Konzertreise bis nach St. Petersburg, ein erster Preis beim Jazz-Wettbewerb "Swinging Saxonia" und die zwei CDs, die schon aufgenommen wurden. Das Kurhaus war gut besucht, aber diese Musikformation hätte ein brechend volles Haus verdient. Nicht nur Kilian Heitzler, der die Band seit sechs Jahren leitet, nennt sie "eine der besten Bands weit über die Region hinaus" und lobt "die sehr guten Solisten und die lange Tradition".

Mit der "Fantasy" von Earth, Wind &Fire ging es los, beim bekannten "All of Me" durfte sich der neue Pianist Lukas Ratzer als Solist präsentieren. Traditionelle Big- Band-Kost von Glenn Miller und Funk von der Average White Band gab es im ersten Teil des Abends, Solisten und Ensemble bekamen den verdienten Applaus. Als I-Punkt – Tüpfelchen wäre zu wenig – darf man Bernd Wider, zu Recht angekündigt als "Löffinger Sinatra", bezeichnen. Seit drei Jahren ist er der Sänger der Big Band und er sagte nicht nur an diesem Abend: "Es ist ein Traum, mit dieser Band auftreten zu dürfen."

Wider machte nicht nur eine sehr gute Figur in Anzug und Fliege, seine Stimme war mal dominant wie im Stück "I got you under my skin", mal dezent mit Solopartnerin Sonja Hofmaier am Tenorsaxophon bei "The Lady is a Tramp" oder "Sway". Der Löffinger "Casanova" – so heißt seine Band – gibt nicht nur den swingenden Michael Bublé, auch James Browns "I feel Good" und der Soulklassiker "Knock on Wood" passen zu seiner Stimme. Beim Titel "Bei mir bist Du schön" fühlten sich Sänger und Zuhörer heimisch, denn es klingt fast wie "Bei mir bisch Du schee" im Schwarzwälder Dialekt. Im finalen "Fields of Gold" von Sting wird es dann noch einmal gefühlvoll. Die JMS Big Band hatte es wieder einmal geschafft: Das Publikum war nach nicht weniger als 21 Stücken restlos begeistert.

Götz Ertle, der Leiter der Jugendmusikschule Hochschwarzwald, stand der Big Band selbst bis er vor sechs Jahren vor. Erst seit kurzer Zeit dabei sind Benjamin Zähringer und Lorenz Weiß an der Trompete, Simon Albert absolvierte sein erstes Konzert an der Posaune. Nach herzlichem Dank an Heitzler und der gesamten Band fürs Geburtstagsständchen musste Ertle schweren Herzens mit dem Gitarristen Tim Welt und dem Trompeter Thorsten Maier zwei tolle Musiker verabschieden. Mit Letzterem verbindet ihn auch ein langer musikalischer Weg über die Zeit in der Big Band hinaus als Lehrer bei der Jugendmusikschule und beim Musikverein Saig. Seit Gründung der Big Band war Maier mit dabei, doch in den musikalischen Ruhestand geht er noch lange nicht. "S’ brasst scho" bleibt auch weiterhin seine Devise.