Leserbriefe

Dieter Schneyinck

Von Dieter Schneyinck (Freiburg)

Mi, 22. August 2018

Titisee-Neustadt

TROCKENE GUTACH
"Was muss noch alles passieren?"
Zu den Artikeln "Die Gutach auf dem Trockenen" und "Geht um mehr als ein paar Fische", Ausgaben vom 15. und 17. August:

Was Herr Weißpfennig in seinen über 30 Dienstjahren als Stadtförster nicht gesehen hat, für uns nichts Neues. Unsere "Drysam" (BZ) macht es schon lange vor, wir haben uns dran gewöhnt. Die Gutach zeigt nur auf 750 Meter ihr steiniges Bachbett, ungeniert. Unser Rinnsal hier ist jedoch nur noch im Stadtbereich etwas flüssig, bei der Gaskugel sogar noch mit 20 Litern pro Minute – pro Minute! Ab da versickert es dann auf viele Kilometer.

Was lernen wir daraus? Nichts! Unser Leben geht weiter wie eh und je. Nicht, dass einer sein Auto stehen lässt und bei Critical Mass jeweils am letzten Freitag um 6 Uhr ab Theater mitfährt. Nicht, dass man seinen Energieverbrauch drosselt, (Handy, Haushaltsmaschinen, Gartengeräte), weil jede Kilowattstunde doch Millionstel (oder sind es Milliardstel?) Gramm CO2 bedeutet. Nicht, dass all unsere Nutztiere endlich geschlachtet und nicht nachgezüchtet werden, weil sie mehr Klimagase emittieren als der gesamte Verkehr, weltweit (FAO der UN). Mais, Mais, nichts als Mais – für unser Verlangen. Obwohl Scharen von Menschen, vor allem junge, uns bereits vorleben, wie pflanzliche Ernährung geht. Nicht, dass irgend jemand beabsichtigt, statt komfortabler 10 Tonnen Klimagase nur ein Viertel, 2,5 Tonnen CO2, umzusetzen. Aber nur noch für wenige Jahre! Und danach nichts mehr, weil keine fossile Energie mehr zu bekommen ist.

Wie viele Wälder müssen noch verglühen, wie viele Orkane uns noch um die Ohren brausen und uns mit wirbelnden Dachziegeln die Köpfe einschlagen? Wie viele Sturzfluten müssen uns noch Hochwasser bescheren, wie wir sie noch nie gesehen haben? Was alles muss passieren, bis wir uns bequemen?

Dieter Schneyinck, Freiburg "Der Zufluss ist nur noch gering"
Als langjähriger Pächter des Fischgewässer "Seebach " vom Titiseeeinlauf bis zum Feldsee kann ich Ihnen nur sagen, die Ausführungen von Herrn Peter Steinbeck von der Schluchseewerk AG sind richtig. Der Seebach wird von mir fast täglich beobachtet: Und es wird zur Zeit vom Feldseebereich-Seebachbereich kein Wasser über den Hangkanal in den Schluchsee geleitet.

Momentan gibt es noch einen geringen Zulauf von den Seitenbächen "Goldersbach" und "Sägenbach" in den Seebach. Dieser Zulauf versickert aber jeweils im Bereich der beiden Tiefbrunnen für die Gemeinden Feldberg und Hinterzarten. Somit gibt es nur noch eine ganz kleine Menge an Restwasser für den Titisee.

Eine Titiseeregulierung bei so wenig Zulauf, bringt nur kurzfristig für den Unterlauf an der Gutach eine kleine Verbesserung. Wir hoffen auf baldigen Regen, was eine Verbesserung für die Natur und für die Fische bringen wird.
Alois Schubnell, Hinterzarten