Musik, um sich gut zu fühlen

Wolfgang Scheu

Von Wolfgang Scheu

Mi, 14. November 2018

Titisee-Neustadt

Latin, Salsa, Songo, Bossa Nova – Jahresabschlusskonzert der Big Band der Jugendmusikschule.

TITISEE-NEUSTADT. Gut fühlen konnten sich die Zuhörer beim Jahresabschlusskonzert der Big Band der Jugendmusikschule Hochschwarzwald im Kurhaus Titisee – und so passte der Song "I feel good" des Father of Soul, James Brown, auch hervorragend ins Programm des Ensembles.

Es hat mit dem charismatischen Löffinger Bernd Wider einen Sänger, den man getrost als einen der Höhepunkte des Konzerts bezeichnen kann. Dazu schaffte es Bandleader Kilian Heitzler einmal mehr, ein Programm zusammenzustellen, dass Musikern und Publikum großen Spaß machte: Fast 200 begeisterte Zuhörer geizten für "Latin, Salsa, Songo, Bossa Nova" – so der Titel des Konzerts – nicht mit Applaus.

Es swingte und groovte, der besondere Latin-Sound forderte dazu auf, wenigstens im Takt mitzuwippen. Zwei Sets hat die Band zum Besten gegeben, neben Klassikern wie "The Lady is a Tramp", "Desafinado", "Caravan", "The Girl from Ipanema" und "I’ ve got you under my skin" erklangen auch Stücke mit besonderem und anspruchsvollem Rhythmus. Dazu gehören der "Blues in Latin" oder "Feeling Good" im 12/8 Takt.

Für Kilian Heitzler "eines der bewegendsten Arrangements" war bei diesem Konzert Dave Brubecks "Blue Rondo à la Turk" im 9/8 Takt. Neben "I feel good" kam auch das Arrangement von "Bei mir bist Du scheen" aus der Feder von Heitzler. Am Mikrofon auch hier der "Löffinger Sinatra" Bernd Wider. Fast der einzige Unterschied: In Widers Glas war kein Whiskey, sondern Schwarzwälder Tannenblut. Es gab große Soli von Christian Simon (Flügelhorn), Lars Gehring (Posaune), Matthias Waldvogel (Altsaxophon), Max Steffens (Gitarre), Reinhard Mäder (Sopransaxophon) und Sonja Hofmeier (Tenorsaxophon). Und es gab Melodien von einer Big Band auf höchstem Niveau in allen Registern. Es wird Zeit, dass sie wieder eine neue CD mit den aktuellen Kompositionen und Arrangements aufnimmt – die Nachfrage nach dem Konzert war enorm.

Die Big Band gibt es nun schon seit 1987, vor sieben Jahren hat Kilian Heitzler die musikalische Leitung übernommen. Im anschließenden Gespräch betonte er, dass ihm die Leitung "unheimlich viel Spaß macht" und er wie alle Mitglieder stolz ist, dass die Band "nun schon so lange existiert und immer noch heiß ist". Er lobt das Engagement und die Energie jedes einzelnen Musikers.

Wie alle genoss auch Götz Ertle, der Leiter der Jugendmusikschule, was die Big Band im Kurhaus Titisee bot. Sie war bis zur Übergabe der Leitung an Heitzler ja auch "sein Kind", er hat sie über viele Jahre auf ihr hohes musikalisches Niveau gebracht und gehalten. Bis heute probt die Band wöchentlich und beweist bei ihren vier bis fünf Konzerten, dass im Schwarzwald nicht nur Blasmusik zu Hause ist. Wie formulierte es Heitzler: Der Hochschwarzwald hat auch heiße Jazzer zu bieten.