23. Oktober 2009
Schanze wird zur Bühne
Starsolisten und 250 Mitwirkende: Die HTG präsentiert "Schwarzwaldmädel" im Großformat
TITISEE-NEUSTADT. Im doppelten Sinne des Wortes hoch hinaus möchte die Hochschwarzwald Tourismus GmbH im nächsten Jahr mit einer monumentalen Produktion von Léon Jessels Operette "Schwarzwaldmädel". Gespielt werden soll der neu inszenierte Klassiker unter freiem Himmel zu Füßen der Hochfirstschanze. 250 Menschen werden bei der Produktion mitwirken, unter ihnen etwa 130 Mitglieder von Hochschwarzwälder Vereinen. Premiere ist am 14. und 15. August 2010.
Das "Schwarzwaldmädel" an der Hochfirstschanze will mehr sein als eine herkömmliche Operettenproduktion. Ein Event soll es werden, ein Volksfest, eine Inszenierung des Hochschwarzwaldes für den Hochschwarzwald und seine Gäste, erklärt Thorsten Rudolph, Chef der Hochschwarzwald Tourismus GmbH (HTG), das Konzept. Ausgelegt ist es auf Massen von Zuschauern. Jeweils 4000 Zuschauerplätze pro Vorstellung soll es geben, 600 davon jeweils Stehplätze.Gespielt wird bei jedem Wetter. Schutz vor eventuellen Regengüssen werden zwischen Bühne und Zuschauerareal einzig Orchester und Band genießen, die werden nämlich unter einem Bierzelt auf der Bühne sitzen. Davor, dass das "Schwarzwaldmädel" am schlechten Wetter scheitern könnte, hat Thorsten Rudolph keine Angst. Schlechtes Wetter verstärke, so Rudolph, erfahrungsgemäß das "Wir-Gefühl" zwischen Zuschauern und den Akteuren auf der Bühne. Vor Wind sei man im Kessel der umliegenden Berge ein bisschen geschützt und gegen den Komplettausfall durch ein wirklich schweres, aufführungsverhinderndes Unwetter greife eine Versicherung.
Werbung
Für die Produktion hat sich die Tourismus Hochschwarzwald das Stuttgarter Konzertunternehmen New European Festival ins Boot geholt, das für die Schanzeninszenierung sowohl auf die Wirkkraft von Massenszenen mit viel Lokalkolorit als auch auf hochkarätige und fernsehbekannte Solisten setzt, so die in Bonndorf geborene Sopranistin Kathrin Frey als Bärbele und Volker Bengl als Hans. Als Schmußheim wird Hansy Vogt von den Feldbergern zu sehen sein, der außerdem, so Rudolph, über seine Rolle hinaus für Überraschungen auf der Bühne sorgen wird. Im Gespräch sei man derzeit auch mit Tony Marschall und den Geschwistern Hoffmann.
Inszeniert werden soll gemäßigt modern: "Nicht die klassische Operette der frühen Jahre, sondern eine mit modernen Akzenten", sagt Wilhelm Keitel, Chef des New European Festivals und künstlerischer Leiter der Produktion. Schönes und Charmantes soll beibehalten werden. Dennoch werde man für die Inszenierung viele Anhaltspunkte der Operette nutzen, um die Jetzt-Zeit einzubringen, etwa über die handfesten Charaktere, erklärt Keitel. Die dürfen in der Inszenierung von Regisseurin Julia Riegel ruhig auch mal Kante zeigen à la 2010. "Das Schwarzwaldmädel ist kein liebes Mädel, und auch die Berliner sind Biester", verrät die Bärbele-Darstellerin Kathrin Frey, die sich auf das "Heimspiel" in Titisee-Neustadt freut: "Das ist wie Sissi in Wien spielen."
Die 2010er Jahre werden sich auch im musikalischen Instrumentarium, etwa durch Keyboard und Gitarre, und in den Kostümen niederschlagen. Die Video-Wände, die rechts und links der Bühne Details des Bühnengeschehens und die Akteure in Nahaufnahme heranzoomen, sind ebenfalls eine Reminiszenz an moderne Zeiten. Ein bisschen wird auch die Schanze mitspielen, kündigt Wilhelm Keitel an, es werde nämlich Auftritte "von oben" geben.
Ab Mitte Juli nächsten Jahres wird geprobt; ab Anfang August vor Ort. Die Proben der beteiligten Vereine werden von der Tourismus Hochschwarzwald koordiniert. Die Liste der Vereine, die mitsingen, mittanzen oder mitspielen werden, ist lang: Trachtengruppe Löffingen, Volkstanztrachtengruppe Schluchsee, Breitnauer Bauernbühne, Musikverein Titisee-Jostal, D’ Schoppa Fätzer, Trachten- und Kindertrachtentanzgruppe Breitnau und die Young Musical Company.
Rund 200 000 Euro Kosten hat die HTG für die "Schwarzwaldmädel"-Produktion angesetzt. Das Risiko und den Erlös teilen sich die HTG und die New European Festival. Man habe für das Projekt potente Partner gewinnen können. SWR 4 werde das Hochschwarzwälder "Schwarzwaldmädel" als Radiomedienpartner präsentieren und mit dem SWR-Fernsehen verhandle man gerade, erklärt Rudolph. Mehrere große Sponsoren würden das Projekt unterstützen.
Der Vorverkauf läuft bereits. Bei Kartenkäufen bis zum 24. Dezember gibt es einen Weihnachtsbonus von15 Prozent.
Autor: Susanne Filz

