Schlechter geht es kaum

Peter Stellmach

Von Peter Stellmach

Fr, 14. Dezember 2018

Titisee-Neustadt

Zwei viel genutzte Brücken in Neustadt müssen erneuert werden / Kosten 1,9 Millionen Euro / Hoffen auf einen Zuschuss.

TITISEE-NEUSTADT. Brücken bekommen für ihren Zustand Noten. Wie im richtigen Leben ist man mit der 1 am besten dran. Eine 6 gibt es aber nicht, 4 ist die schlechteste Bewertung. Wenn ein Bauwerk mit 3,5 und 3,9 da steht, sagt das alles. Das trifft gerade auf zwei Überquerungen zu, die Kirchwegbrücke beim Kindergarten St. Elisabeth über den Reichenbach, und die Brücke, die von der Gutachstraße zum Bauhof führt und dafür die Gutach überspannt.

So kaputt sind sie trotz Teil-Instandsetzungen in den Jahren 2005 und 2004, dass eine Sanierung nicht mehr möglich ist. Sie müssen erneuert werden. Der Haken ist wie immer das Geld. Die Kostenschätzungen belaufen sich auf 600 000 und auf 1,1 Millionen Euro. Das Stadtbauamt wird beim Land einen Zuschussantrag stellen. Falls die 50 Prozent gewährt werden, das ist der übliche Satz, kann 2019 geplant und 2020 gebaut werden, blicken Stadtbaumeister Volker Dengler und Sachbearbeiter Sergej Pojarkow voraus. Es vielleicht doch noch einmal mit einer Sanierung zu versuchen, wäre aus Pojarkows Sicht unwirtschaftlich.

Die Kirchwegbrücke wird von Fußgängern und sonst nur noch von Anliegerverkehr (Haus Dilger) genutzt. Der noch dringendere Fall ist die Bauhofbrücke, deren Träger verrostet sind und um deren Stütze in der Gutach es nicht zum Besten steht. Diese Brücke wird außer von Autos auch von schweren Fahrzeugen genutzt.

Doch ist die Ausgabe von 1,2 Millionen Euro, selbst wenn sie zur Hälfte über einen Zuschuss gedeckt würde, sinnvoll? In der Verwaltung und am Ratstisch denkt man schon lange über eine Auslagerung des Bauhofs mit Wasserwerk und Energieversorgung nach, das Gewerbegebiet käme dafür in Frage. Doch, sagt Stadtbaumeister Dengler. Erstens für die Sicherheit, bis das Vorhaben umgesetzt werden könnte. Zweitens, weil das Gebiet nach einem Wegzug des Bauhofs in jedem Fall weiter gewerblich genutzt werden könnte. Die neue Brücke soll auf höchste Nutzlast ausgelegt werden.

Der Neubau der Kirchwegbrücke birgt keine besonderen Probleme. Fußgänger können die Umleitung durch den Kurgarten oder den Pfad Basilieschmiede nehmen, die Anlieger können vorübergehend über die Scheuerlenstraße ein- und ausfahren. Im Fall der Bauhofbrücke müsste neu gebaut werden, während die alte Brücke noch für den Bauhofbetrieb stehen bleiben müsste. All zu lang sollte man mit dem Ersatz hier nicht warten, stellt Pojarkow fest.