Schöne Bescherung für die Feuerwehr

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Di, 28. November 2017

Titisee-Neustadt

Für die Rettung kann sie eine neue Drehleiter und einen neuen Mannschaftstransportwagen einsetzen.

TITISEE-NEUSTADT. Zwei Geschenke in Übergröße hat die Feuerwehrabteilung Neustadt am Freitagabend offiziell überreicht bekommen: Drehleiter und Mannschaftstransportwagen.

Groß war die Freude im Feuerwehrhaus. Viele Dankesworte wurden gesprochen für die Zuschüsse, den Kauf und auch an die Feuerwehrleute für ihr ehrenamtliches Engagement. Symbolisch überreichte Bürgermeister Armin Hinterseh Gesamtkommandant Markus Staub und Abteilungskommandant Andreas Reiner einen übergroßen Schüssel für die Fahrzeuge. Klinikseelsorgerin Dorothea Welle und Pfarrer Rainer von Oppen segneten beide rollenden Gefährte.

Stadtkommandant Straub rief die verwaltungstechnischen Eckdaten auf. Innerhalb von 47 Jahren sei es die dritte Drehleiter. 1970 kam die erste, sie blieb bis 1997. Dann kam die zweite, die 15 Jahre "guten Dienst" tat, aber dann zu mucken anfing, wenn sie Feuer sah. So blieb die Leiter 2011 beim Brand des Hotels Bären, 2015 beim Sägewerksbrand und auch während eines Brandeinsatzes in Kappel stehen – die Korbbesatzung stand über den Flammen, ein lebensgefährliches Szenario. Nicht von ungefähr wurde sie "Diva" genannt.

Das neue Hightech-Fahrzeug sei dem Bürgermeister zu verdanken, befand Straub, er habe sich für die Neubeschaffung eingesetzt. Rasch seien von Kreisbrandmeister Axel Widmaier und dem Landkreis Zuschüsse zugesagt worden. Der Gemeinderat stellte 675 000 Euro in den Haushalten 2016 und 2017 zur Verfügung. Vom Landkreis kamen 75 000 Euro, vom Land 250 000 Euro und aus dem Fördertopf Ausgleichsstock 125 000 Euro. Die auf die Bedürfnisse der Feuerwehreinsätze zugeschnittene Drehleiter kostete am Ende 650 000 Euro.

"Es gibt Objekte, da braucht es eine Drehleiter", erklärte Straub. Rund 130 000 mal wurde die alte Drehleiter eingesetzt, als 50 bis 90 Einsätze im Jahr. Abteilungskommandant Andreas Reiner stellte die technischen Daten vor. Die Drehleiter kommt auch überörtlich im Hochschwarzwald zum Einsatz. Die DLA(K) 23/12, wie sie heißt, vereint modernste Technik: Drehleiter Automatik mit Korb, Nennrettungshöhe 23 Meter bei einer Nennausladung von zwölf Metern, maximale Arbeitshöhe 32 Meter, fünf Leiterteile, wovon der obere Teil einen bis zu 75 Grad abneigbaren Korbarm hat, maximale Korblast 500 Kilo. Damit sind alle Gebäude unterhalb der Hochhausgrenze anleiterbar und sie eignet sich für den Einsatz bei enger Bebauung wie Salzstraße, Schurthplatz, Adler- und Hirschenbuckel, Hauptstraße, Klösterleareal. Das Gesamtgewicht des Hubrettungsfahrzeugs beträgt 15,5 Tonnen.

Um die Drehleiter richtig ausnutzen zu können, braucht es viel Ausbildung und Übung für die Feuerwehr. Seit Ende Juli, als sie in Betrieb genommen wurde, war sie bereits an 22 Einsätzen beteiligt.

Groß ist auch der Nutzen des "kleinen" Fahrzeugs, des neuen Mannschaftstransportwagens (MTW), der Personengruppen und Material befördert. Das Vorgängerfahrzeug, Baujahr 1991, hatte 180 000 Kilometer auf dem Tacho und diente oft der Jugendfeuerwehr.

2016 verlor es immer wieder die seitliche Schiebetür, die dann auf der Straße lag. Weitere Mängel kamen hinzu, während der Hersteller keine Ersatzteile mehr hatte, sodass das Fahrzeug Anfang 2017 stillgelegt wurde. Zu den 67 000 Euro Kosten gab es 12 500 Euro Zuschuss aus der Fachförderung. Der MTW wird zudem in der Absicherung eingesetzt und hat deshalb eine erweiterte Ausrüstung von Verkehrswarn- und Absicherungsmaterial. "Wir sind froh, dass die Zeit der Improvisation vorbei ist, und in der Gesamtfeuerwehr wieder auf drei MTW zurückgegriffen werden kann", sagte Reiner.

"Ich habe mich aus dem Fenster gelehnt für die Neuanschaffung", bekannte Bürgermeister Hinterseh, "und habe große Zustimmung bekommen". Ohne hohe Zuschüsse wäre der Kauf nicht möglich gewesen. Hinterseh dankte Reiner und Straub, dass sie die Ausschreibung vorbereitet und ein "super Gerät konfiguriert" haben. Er dankte auch dem Gemeinderat für "die richtige Entscheidung". Dass die Feuerwehr dem Landkreis und Landkreistag viel Wert sei, erklärte Landrätin Dorothea Störr-Ritter. Sie selbst habe erlebt, wie die Feuerwehrgemeinschaft beim Brand der Caritas-Werkstätte alles in ihrer Macht stehende, mit viel Mut und Einsatzbereitschaft getan habe.

"Ich beglückwünsche Titisee-Neustadt und den Hochschwarzwald", sagte Gotthard Benitz vom Kreisfeuerwehrverband, "es ist was Besonderes, dass zwei neue Einsatzfahrzeuge übergeben werden". Silke Marschall, DRK Titisee-Neustadt: "Es heißt der Leitersatz, das ist der männlich Part. Aber denkt dran, die Drehleiter ist gefahren." Sie überreichte zwei Christophorus-Plaketten für unfallfreies Fahren und gesundes Heimkommen.