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10. Juni 2009
Schüler helfen den Straßenkindern
Heiko Jungnitz und Miarintsoa Ravankinaina informieren im Kreisgymnasium über Hilfsprojekte.
TITISEE-NEUSTADT. Seit 1998 unterstützen Lehrer, Schüler und Eltern des Kreisgymnasiums Hochschwarzwald in Neustadt ein Straßenkinderprojekt in der madagassischen Hauptstadt Antananarivo. Zuletzt wurden beim Osterbasar sowie beim "Sponsored Run" am Ende des letzten Schuljahres 10 000 Euro von der Schulgemeinschaft aufgebracht. Auch dafür bedankten sich der Vorsitzende des Vereins Zaza Faly e. V. ("Lächelndes Kind") , Heiko Jungnitz aus Berlin, sowie die Leiterin des Projektes "Manda" ("schützende Burg"), Miarintsoa Ravankinaina aus Madagaskar, persönlich an der Schule. Sie nutzten aber auch die Möglichkeit, der SMV, sowie den für das Madagaskar-Projekt verantwortlichen Lehrkräften Petra Krebs-Dietrich und Christine Niemann Informationen aus erster Hand zu geben. Unterstützt wurden sie vom pensionierten KG-Lehrer Wolfgang Becker, der schon mehrmals das Hilfsprojekt persönlich besucht hat, sowie der ehemaligen Schülerin Patricia Reineck, die ein freiwilliges soziales Jahr dort absolviert hatte.
Die katastrophale wirtschaftliche und soziale Situation Madagaskars wird von der Welthungerhilfe wie folgt beschrieben: "Auf der viertgrößten Insel der Erde leben mehr als 70 Prozent der Bevölkerung in Armut, 60 Prozent der Gesamtbevölkerung fallen unter die Kategorie der extremen Armut". Besonders betroffen von der wirtschaftlichen Schieflage des Landes sind, – das wurde in dem Gespräch deutlich –, die Kinder. In Madagaskar gibt es viele Straßenkinder, die in den großen Städten ein menschenunwürdiges Dasein fristen. Aufgrund zerrütteter oder nicht vorhandener familiärer Bindungen schaffen es viele dieser Kinder ohne Hilfe nicht, der Spirale aus Armut, Krankheit und Kriminalität zu entfliehen.
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Vor diesem Hintergrund leistet der im Jahr 1994 gegründete und als gemeinnützig anerkannte Verein Zaza Faly konkrete Hilfe. Der Verein stieß vier Hilfsprojekte an für Straßenkinder in Antananarivo, der Hauptstadt Madagaskars. Seit der Gründung der einheimischen Hilfsorganisation "Manda" im Jahr 1999 befinden sich diese Hilfsprojekte in madagassischer Selbstverwaltung, aber unter ständiger Begleitung durch Zaza Faly. Finanziert wird die Arbeit des Vereins durch Spenden und Vereinsmitglieder. Die vier Hilfsprojekte sind zum einen die Sozialstation "Tsiry", die für Hygiene, Ernährung, Übernachtung und Schule der Straßenkinder sorgen will. Seit 2005 wird in Zusammenarbeit mit dem staatlichen madagassischen Bevölkerungsministerium versucht, Projektkinder in staatliche Regelschulen zu vermitteln. Einhergehend mit den Einschulungen werden Familienhilfen angeboten. So gibt die Hilfsorganisation auch Kleinkredite für Renovierungen kleiner Wohnunterkünfte sowie Mietzuschüsse und übernimmt die Kosten für Schulgeld, Materialien, Kleidung, Essen, Kosten für Geburtsurkunden oder Medikamente. Die Tischlereiausbildungswerkstatt "Felana" (Blatt) ist ein zweites Hilfsprojekt, die Web- und Näh-Ausbildungswerkstatt "Vony" (Knospe) ein drittes.
Seit 2007 gibt es ein neues Hilfsprojekt. Stolz stellte Heiko Jungnitz das Tourismusprojekt vor. Um die Zukunftschancen der Jugendlichen zu verbessern, entstand der Gedanke, einen dritten Ausbildungszweig anzubieten und 18 ausgewählte Jugendliche über einen Zeitraum von drei Jahren zu alternativen Stadtführern in Antananarivo auszubilden.
Autor: bz
