SO ISCH’S: Piraten schifflos

Eva Korinth

Von Eva Korinth

Sa, 10. Februar 2018

Titisee-Neustadt

Seeräuber, Piraten, Nixen, Elfer und Wiber müssen diese Fasnet die Umzüge zu Fuß bestreiten – sogar am Fasnetsundig in Titisee. Die Santa Maria, dieses prächtige Schiff und Markenzeichen der Zunft, muss nachgerüstet werden, um die Zulassung für den Umzugs-(Straßen-)verkehr zu erhalten. Doch erst ein Rückblick: Nach dem Titiseer Umzug 2017 geriet die Santa Maria in schweres Wasser, genauer: in eine Polizeikontrolle. Die endete mit drei Strafzetteln für den Fahrer, den Verein und den Schiffseigner. Bis dahin war das Schiff vom Halter des Zugfahrzeugs als Anhänger für die Umzüge angemeldet worden. So verfuhren auch andere Zünften und Gruppen.

Der TÜV stellte fest: Das Gefährt braucht eine neue Fahrachse und neue Bremsen. Die Zunft überlegte lange, ob sie 5000 Euro in die Hand nimmt. Im Oktober wurden die Ersatzteile bestellt. Doch bei zwei Monaten Lieferzeit hätten sie recht kurzfristig montiert werden müssen. Darauf verzichteten die Seeräuber. Denn mit den neuen Teilen ist es nicht getan. Es braucht erneut ein TÜV-Gutachten. Mit der Bescheinigung kann dann vom Landratsamt die Genehmigung für Fahrten zu, bei und von Umzügen eingeholt werden. Die Santa Maria erhält als Anhänger mit Sonderaufbau ein Nummernschild und wird versichert, der Aufbau muss regelmäßig kontrolliert werden. Der Hintergrund: Nach tödlichen Unfällen mit Umzugsfahrzeugen in den vergangenen Jahren im Glottertal muss jeder Organisator anhand einer Checkliste die Fahrzeuge prüfen und für den Umzug zulassen – oder ablehnen. Ansonsten ist er bei einem Unfall mit in der Haftung.

Viel zu staunen

Syed Rahman, Bürgermeister von Leigthon-Linslade, kam am Schmutzige Dunschdig aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bereits auf dem Rathausbalkon zur Schlüsselübergabe wunderte er sich angesichts der vielen verkleideten Menschen. Als Narrendackel Sissi Hofmeier-Duttlinger – sie sollte dem englischen Gast die Neustädter Fasnet näherbringen – ihm erklärte, abends sei ganz Neustadt auf den Beinen, jeder trage ein langes Nachthemd, rote Strümpfe und eine Narrenkappe, bekam er große Augen. Nach dem Hemdglunkerumzug strandete der Engländer im "Jägerhaus". Aber Stunden brauchte er, um seinen Salat zu essen, denn immer neue Hemdglunker kamen und führten Närrisches auf.