Stahl legt Autos lahm

Sebastian Wolfrum

Von Sebastian Wolfrum

Mo, 09. Februar 2015

Titisee-Neustadt

Kirchsteige: Neun Verletzte und 100 000 Euro Sachschaden / Unfall sorgt für Verkehrsprobleme.

TITISEE-NEUSTADT (swo). Großes Glück im Unglück hatten am Samstag mehrere Autofahrer an der Kirchsteige. Ein entgegenkommender Lastwagen verlor seine Ladung – große und sperrige Stahlplatten krachten auf die Wagen. Neun Menschen wurden leicht verletzt, der Sachschaden ist hoch. Die Straße musste für die Aufräumarbeiten gesperrt werden. Das Problem: Die Straße war die Ausweichstrecke für die wegen des Weltcupspringens gesperrte B31. Es kam zu massiven Verkehrsbehinderungen.

Am Samstagnachmittag krachte es gewaltig auf der Umleitung der B31. Wegen des Skispringens wurde der Verkehr der gesperrten Bundesstraße durch Neustadt über die Kreisstraße 4964 umgeleitet. Und ausgerechnet an diesem Nadelöhr passierte gegen 15.20 Uhr der folgenschwere Unfall. Ein Lastwagenfahrer war mit schlecht gesicherter Ladung von der Ausfahrt Neustadt-Ost in Richtung Neustadt unterwegs. Er transportierte schwere Stahlplatten. In der engen Kirchsteige brachen die Platten zur Seite aus dem Lastwagen, direkt auf den entgegenkommenden Verkehr.

Durch die Platten und durch Ausweichmanöver wurden vier Fahrzeuge stark beschädigt. Laut Polizeiangaben erlitten neun Personen leichte Verletzungen. "Sie haben großes Glück gehabt. Das hätte tragisch enden können", sagte Markus Straub, der Kommandant der Feuerwehr Titisee-Neustadt. Die Verletzten wurden von Rettungsdienst und Notarzt versorgt und in Krankenhäuser gebracht.

Die Feuerwehr Titisee-Neustadt übernahm die Brandsicherung und unterstützte bei der Bergung. Die Aufräumarbeiten gestalten sich jedoch recht schwierig. Die Platten waren zu schwer. So musste ein Bergungsunternehmen gerufen werden, um sie abzutransportieren. Während ein Teil der Platten auf der Fahrbahn liegen blieb, rutschten andere Platten unter der Leitplanke durch und die Straßenböschung hinab. Der Sachschaden beträgt laut ersten Schätzungen rund 100 000 Euro.

Die Auswirkungen auf den Verkehr rund um Neustadt waren groß. Die Kreisstraße 4964 war bis um gegen 19.30 Uhr voll gesperrt. So kam es auf der vielbefahrenen Strecke zwischen Freiburg und Donaueschingen zu einem echten Engpass. Die Polizei rief dazu auf, den Bereich Titisee-Neustadt großräumig zu umfahren. Es wurde eine Umleitung der Umleitung eingerichtet, die allerdings nicht leistungsfähig genug für das große Verkehrsaufkommen war. Autos in Richtung Donaueschingen fahrend wurden über Oberbränd geführt. Wer in der Gegenrichtung unterwegs war, musste den Weg über Friedenweiler nehmen. Allerdings hielten sich laut Polizeiangaben nicht alle Autofahrer an die notdürftig abgesperrte Umleitung der Umleitung. So kam es, dass viele Wagen durch Neustadt irrten, zum Teil, weil sie dachten, eine bessere Route zu kennen, oder weil sie ihrem Navi folgten, das ihnen andere Wege vorschlug. Ein ortskundiger Autofahrer berichtete der BZ, dass er am Nachmittag von Rötenbach bis in die Rinkenburgerstraße 45 Minuten Fahrzeit benötigte.