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30. Juli 2011
Völkerfreundschaft mit Würstchen
Von Taiwan und Südkorea in den Neustädter Kurgarten / Elf Teilnehmer arbeiten im Workcamp an Kunst und Spielplatz.
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Yen Chun Hui und Yuan Chi Shuan aus Taiwan helfen beim Anlegen eines Barfußpfades im Kurgarten Foto: Eva Weise
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Unter Leitung von Rainer Mertens (2. v. links) und beobachtet von Stadtbaumeister Heinrich Graf werden die Plastiken gebaut: Paulina Zittel aus Aachen und Olexandra Rudik (rechts) aus der Ukraine schneiden Styropor zu. Foto: Eva Weise
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Vit Volsicka (Tschechien) und Anna Granado Rosa (Spanien) bauen eine Riesenkrake. Foto: Eva Weise
TITISEE-NEUSTADT. Zum ersten Mal findet in Titisee-Neustadt ein Workcamp der internationalen Jugendgemeinschaftsdienste statt. Dazu gehören auch Teilnehmer aus der Ukraine, Südkorea und Taiwan. Die Jugendlichen haben ihre Arbeit im Neustädter Kurgarten und im Bauhof aufgenommen und fühlen sich wohl im Schwarzwald.
Die 19-jährige Taiwanesin Yen Chun Hui ist ein Deutschlandfan. "Ich war vor einem Jahr schon einmal hier, verbrachte einige Tage in Köln und war so begeistert, dass ich gern nochmal hierher wollte", sagt die Studentin, die in ihrer Heimat Englisch studiert. "Ich finde es spannend, Menschen aus anderen Kulturen kennenzulernen und wenn dieses noch bei einem sinnvollen Projekt geschieht, ist das toll." Ein Faible für andere Kulturen hat auch ihre gleichaltrige Freundin Yuan Chi Shuan. Die Studentin findet es wichtig, sich gemeinnützig zu engagieren und mit anderen jungen Leuten etwas gemeinsam zu tun. Für beide ist es das erste Mal, dass sie an einem Projekt teilnehmen, für das sie sich gemeinsam entschieden haben. Ihr erster Eindruck von der Region? Yen schwärmt von der schönen Landschaft, vor allem der Titisee habe ihr gefallen, wohin die Gruppe bereits einen Ausflug unternommen hat. Beide loben den herzlichen Empfang in der Gemeinde und die Freundlichkeit der Leute. Und kulinarisch? "Würstchen", sagt Yen spontan, die seien hierzulande lecker und rangieren auf ihrer Hitliste ganz oben.Werbung
Yuan und Yen gehören zu einer Gruppe von jungen Leuten aus aller Welt, die derzeit an einem Workcamp in Titisee-Neustadt teilnehmen "Landart - Farbelemente in den Stadtpar" heißt dieses Projekt der Internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (IJGD). Zum ersten Mal führte die Organisation in Titisee-Neustadt junge Leute aus verschiedenen Ländern und Kulturen zusammen. Gemeinsam leben, gemeinsam arbeiten und gemeinsam lernen, um so einen kleinen Beitrag für Völkerfreundschaften zu leisten, – das ist das Ziel des Einsatzes. Elf Teilnehmer zwischen 19 und 25 Jahren aus Deutschland, Spanien, Tschechien, Südkorea, Ukraine und Taiwan hatten sich für das Workcamp angemeldet. Zur Gruppe gehören zudem drei Campleiter. "Wir verstehen uns jedoch weniger als Leiter, sondern vielmehr als Teil der Gruppe, die ihren Alltag selbst zu organisieren hat", sagt Lena Weggartner. Dass die Jugendlichen sich schon nach wenigen Tagen gut eingelebt haben, bestätigen ihre Kollegen, Samuel Schießl und Marc Römmel: "Alle Leute sind hilfsbereit und freundlich." Die Jugendlichen kümmern sich drei Wochen lang um den Kurpark und setzen das Konzept um, das Rainer Mertens mit dem Neigungskurs Kunst im Kreisgymnasium entworfen hat. Es umfasst drei Maßnahmen: Große Plastiken bauen und im Stadtpark verteilt aufstellen, einen Barfußpfad mit Sitzgruppen anlegen und den Kinderspielplatz attraktiver gestalten. Hierfür wurden die Teilnehmer in drei Gruppen eingeteilt.
Zusammen mit Joachim Wehrle legen Yuan und Yen den Barfußpfad an. Auf einer etwa 70 Meter langen Strecke soll es barfuß über Waldmaterialien, aber auch über Sand, Kies, Heu, Stroh oder Splitt gehen. Unter fachmännischer Anleitung darf sich auch Juan Centella aus Spanien als Maurer betätigen. In den Semesterferien einmal was anderes sehen und körperlich zu arbeiten haben den 23-jährigen Psychologiestudenten zum Mitmachen motiviert. Außerdem hat er viel über den Schwarzwald gelesen und wollte Land und Leute kennenlernen. "Nur wärmer könnte es sein", sagt er und hofft ebenso wie Yuan und Yen auf steigende Temperaturen.
Im städtischen Bauhof werden die ersten Plastiken gebaut. Unter Leitung von Kunstlehrer Rainer Mertens wird Styropor zugeschnitten und mit Acrystal wetterfest gemacht. Auf Untergestelle montiert, sollen die Plastiken bis zu drei Meter hoch werden. Vor Ort ist auch Lorenz Obermann vom Neigungskurs Kunst. Der 17-Jährige hat fünf große Holzobjekte entworfen. Wie er seine Entwürfe umsetzen kann, bespricht er in der Gruppe. Als gelernter Schreiner gibt Campleiter Simon Schießl Tipps, außerdem hilft er beim Zuschneiden der Bretter. Überall wird fleißig gesägt, gehämmert, gebohrt, geschliffen und gefeilt. Stadtbaumeister Heinrich Graf ist beeindruckt, was die jungen Leute in wenigen Tagen bereits geschafft haben. Jeden Vormittag arbeiten die Campteilnehmer fünf Stunden, in ihrer Freizeit widmen sie sich Land und Leuten. Am Wochenende steht das Schlossbergfest in Freiburg auf dem Programm.
Autor: Eva Weise


