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07. Juni 2011
Zweieinhalb entspannte Stunden
Bei ihrem Gemeinschaftskonzert im Kurhaus Titisee beweisen sich die Sänger mit einem breit gefächerten Repertoire.
TITISEE-NEUSTADT. Ein Chor, das sind Menschen, die gemeinsam singen. In verschiedenen Tonlagen, als wohlgestimmter Klangkörper. Solch ein Klangkörper war am Samstagabend im Kurhaus in Titisee zu hören. "Melodien zum Träumen" ertönten im Gemeinschaftskonzert dreier Chöre der Gruppe Hochschwarzwald im Breisgauer Sängerbund.
Gemeinsam – die Kurhausbühne war dafür fast schon zu klein – oder allein traten der Männerchor Hochfirst (Dirigent Robert Mayr), die Chorgemeinschaft Eisenbach-Schollach-Schwärzenbach (Dirigent Alfred Schneckenburger) und die Chorgemeinschaft "Dreiklang" Löffingen-Seppenhofen-Rötenbach (Dirigent Bruno Krämer) auf. Zusätzlich bereicherte der Gesangverein "Sängereinheit 1883" aus Ladenburg das Gruppenkonzert der Männerchöre; zwei Drittel des Männerchors samt Dirigent Thomas Wind weilte auf "Vatertagsausflug" in Titisee und durften ihr Können beweisen.Beates Endres, die Chefin der Gruppe Hochschwarzwald, war stolz auf ihre rund 100 "Jungs", wie sie liebevoll ihre "ergrauten jungen Männer" bezeichnete. Ganz entspannt habe sie den Abend genießen können, lobte sie nach zweieinhalb Stunden gefüllt mit unterhaltenden Liedinterpretationen das Konzert; es habe für jeden Geschmack etwas geboten und sei sehr schön gewesen. Das fand offenbar auch das große Publikum, das sich mit kräftigem Applaus bedankte.
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Die "Jungs" boten mehrstimmige Vokalmusik, mal begleitet von Keyboardspieler Seppi Löffler (Hochfirst), Dieter Sigwart (Eisenbach), Gottfried Hummel (Dreiklang) oder Bruno Krämer (Gemeinschaftschor) am Flügel. Tenorsänger Alexander Büche vom "Hochfirst" spielte bei "La Pastorella" ein Trompetensolo im Hintergrund. Büche sang zusammen mit Alfred Bucherer (Tenor) und den Bässen Rüdiger und Norbert Schwarz auch die entsprechenden Soli dieses Stückes.
Zu Beginn und am Schluss des Gemeinschaftskonzerts präsentierten sich alle Sänger auf der Bühne. Los ging es mit dem Mozartstück "Singen, klingen, Freude bringen" und endete mit der Zukunftshymne von Udo Jürgens "Ihr von morgen", der der Männerchorklassiker "Bajazzo" als Schlusspunkt und Zugabe folgte. Getragenen Melodien folgten rhythmisch flotte Weisen, in denen die Sänger munter um die Gunst der Angebeteten warben (wie bei Marina) oder voller Inbrunst über die Liebe philosophierten.
Mal wurde das Publikum mitten auf eine Margeritenwiese platziert (Eine Wiese voll weißer Margueriten), dann an die Küste expediert (Schifferlied, Roll Jordan Roll), hoch in die Berge gezogen (Wenn die Sonne erwacht in den Bergen, La Pastorella) oder gar nach Slowenien und Kroatien (Slowenischer Weinstrauch, Marina) gebracht. Mit viel Schmelz in der Stimme wurde die Heimat besungen. Schmalzig schön wurde es beim Potpourri "goldener Evergreens" aus den 20er-Jahren bis hin zur Nachkriegszeit (Chorgemeinschaft Dreiklang). Auch einen musikalischen Ausflug in die Operettenwelt wurde geboten mit "Das gibt’s nur einmal" und dem Vogelhändler-Lied "Grüß euch Gott alle miteinander".
Ein jeder der vier Chöre gestaltete seinen eigenen Solo-Auftritt. Die Hochfirstsänger hatten ihren eigenen Vogelhändler (Markus Müller) mitgebracht, der charmant das Publikum umgarnte. Der Hochfirst wurde bei all seinen Liedern vom Keyboard unterstützt. Bereitwillig ließ sich das Publikum animieren, bei der "kleinen Kneipe" (Solist Lothar Kleiser) mitzusingen. Die Sänger aus Eisenbach, Schollach und Schwärzenbach sangen zumeist a-cappella. Die Dreiklang-Sänger aus Löffingen, Seppenhofen und Rötenbach ließen ein langes Potpourri von goldenen Evergreens von Walter Kollo, Peter Kreuder, Will Meisel und Gerhard Winkler erklingen. Es waren Melodien zum Verlieben von Otto Groll für vierstimmigen Männerchor und Flügel (Gottfried Hummel). Es folgte, vom Publikum mitgesungen, "Das gibt’s nur einmal" aus dem Musikfilm "Der Kongress tanzt".
Herzhaften Applaus erntete auch der Gastchor aus Ladenburg für seine drei Stückle vor der Pause. Das flott und engagiert dargebotene Schlussstück "Der Jäger aus Kurpfalz" quittierten die Zuhörer mit Bravorufen und dem Wunsch nach Zugabe – die wurde leider nicht gewährt.
Autor: Eva Korinth
