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21. März 2009
Angst um Ruf und Jobs
Die Mitarbeiter der Klinik Wehrawald fürchten, dass sie die Leidtragenden des Ärztestreiks sind
TODTMOOS. In der Klinik Wehrawald in Todtmoos schlagen die Wellen hoch. Die nichtärztlichen Mitarbeiter haben Angst, dass sie die Leidtragenden des Ärztestreiks sein werden. Sie fürchten um den guten Ruf der Klinik und letztlich um ihre Arbeitsplätze.
Gestern gab es in der Klinik Wehrawald eine Besprechung zwischen Ärzten und Mitarbeitern (Verwaltungs-, Pflege-, Reinigungspersonal, Handwerker, Schreibkräfte, Physio- und Beschäftigungstherapeuten). "Es ging hoch her", sagte einer der Mitarbeiter, der seinen Namen aus Angst vor Repressalien nicht nennen will, der Badischen Zeitung. "Weil sich zehn Ärzte durchsetzen wollen, müssen 130 Mitarbeiter leiden." Ein anderer ergänzt: "Viele von uns haben Angst um ihren Arbeitsplatz, erst recht in der aktuellen wirtschaftlichen Situation."Die Ärzte streiken tageweise, um einen Tarifvertrag zwischen dem Träger, der Deutschen Rentenversicherung (DRV), und dem Marburger Bund zu erreichen. Bisher vergeblich. Waren vor einer Wochen vor allem die Patienten die Leidtragenden, weil sie vor Ort kaum Reha-Maßnahmen in Anspruch nehmen konnten, wurden sie für die laufende Woche weitgehend abbestellt. Statt über 60 reisten nur acht Patienten an. Diejenigen, die abbestellt wurden, reagierten oft verzweifelt, erzählt eine Mitarbeiterin. "Für viele war die Kur ein rettender Strohhalm."
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Nach Information der Mitarbeiter sei geplant, die Klinik langsam leer laufen zu lassen. So sollen Patienten aus der Klinik Wehrawald in eine andere Klinik der Rentenversicherung Bund verlagert werden. Derzeit sei die Klinik nur zu rund 70 Prozent belegt, ab kommenden Dienstag wohl nur noch zu rund 42 Prozent.
Von der Klinikleitung sei den Mitarbeitern mündlich zugesichert worden, dass es "vorerst" keine Aussperrungen oder Kurzarbeit geben werde. Allerdings wurden sie gebeten, freiwillig Resturlaub und Überstunden abzubauen. Wenn noch mehr Patienten wegblieben, müssten sie wohl "zumutbare artfremde Arbeiten" wie Fensterputzen übernehmen, befürchtet eine Mitarbeiterin. "Aber irgendwann ist dann das Ende der Fahnenstange erreicht."
"Das alles ist keinesfalls von uns beabsichtigt", sagt Uta Rudiger stellvertretend für das Ärzteteam, das vermutet, dass die Hauptverwaltung der DRV bewusst einen Keil zwischen Ärzte und Mitarbeiter treibt, um die Ärzte moralisch in die Enge zu treiben. "Wir sind massiv enttäuscht, dass unser legitimes Anliegen zunächst auf dem Rücken der Patienten und jetzt des Mit-Personals ausgetragen werden soll."
Am Dienstag wird DRV-Dezernatsleiter Thomas Keck in Todtmoos erwartet. "Wir hoffen, dass dann etwas passiert", heißt es aus den Reihen der Ärzte und der Mitarbeiter gleichermaßen.
Autor: Katja Mielcarek


