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29. Januar 2012 18:59 Uhr

Schlittenhunderennen

Ein Hauch von Alaska in Todtmoos

Nach dem Ausfall 2011 hat das Todtmooser Schlittenhunderennen wieder stattgefunden. 8000 Zuschauer verfolgten das Spektakel, bei dem es sogar um Punkte für die WM-Qualifikation ging.

  1. Mit Volldampf gingen die Gespanne auf den Trail. Foto: Stefan Sahli

Gab’s nach dem Regen am Freitag noch einige Schrecksekunden zu überstehen, war spätestens am Samstag alles im Lot: Der Bauhof hatte in Schwarzenbach wieder einen, von den gut 110 Mushern gelobten Trail präpariert. Und auch wenn das Wetter nicht gerade optimal war: Die Zuschauer hatten am Wochenende ihren Spaß.

Gab es im vergangenen Jahr wenige Tage vor den geplanten Rennen noch Schneefall, der aber wegen einer fehlenden "Grundlage" nicht ausreichte, die Rennen stattfinden zu lassen, musste heuer gebangt werden, ob die üppigen Schneemassen seit Weihnachten den hohen Temperaturen und insbesondere dem Regen standhalten konnten. Der Schwarzenbacher Schnee erwies sich als widerstandsfähig, auch die letzte Regen-Attacke am Freitag konnte der Strecke nichts mehr anhaben. So wehte am Wochenende wieder ein Hauch von Alaska in Todtmoos. Wenngleich mit deutlich zu hohen Temperaturen, die besonders am Samstag den Hunden zu schaffen machten.

Die fanden dann am Sonntag mit minus vier Grad bessere Verhältnisse vor, die für die Besucher auch noch zu ertragen waren. Denen drückte eher das trübe Wetter an beiden Tagen aufs Gemüt – wenngleich dies viele nicht davon abhielt, nach Todtmoos zu pilgern: Weit über 8000 Zuschauer dürften es auch in diesem Jahr gewesen sein, schätzt Bürgermeister Herbert Kiefer.

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Dass bei den diesjährigen Rennen auch um Punkte für die WM-Qualifikation für reinrassige Gespanne gefahren wurde, war natürlich für die Besucher besonders attraktiv, da deshalb mit vielen Sibirian Huskies, Grönlandhunden, Samojeden oder Malamuten im Feld gerechnet werden konnte. Dabei überwogen natürlich die Huskies – für viele der Schlittenhund schlechthin – und die schneeweißen Samojeden. Malamuten suchte man im Starterfeld vergebens – einer wurde trotzdem zum Liebling der Zuschauer: "Josef", wohl der Hund eines Offiziellen, hielt vor der "Hundehütte" Hof und ließ sich genussvoll streichen – und gern auch fotografieren.

Waren die meisten Zuschauer wohl nicht wegen der nackten sportlichen Resultate gekommen, standen die für die Musher schon eher im Vordergrund – wenn auch viele dabei waren, die die Rennen nicht bierernst nahmen und für die die Teilnahme alles war. Hundeführer aus sieben Nationen waren in diesem Jahr in Todtmoos am Start. Anders als für ihre Hunde, für die die Rennen wegen ihres unbändigen Bewegungsdrangs eher Vergnügen ist, bedeuten die Rennen für die Menschen harte Arbeit, denn an Anstiegen ist es für die Musher Ehrensache, ihre Hunde zu unterstützen und zu schieben. Das war wegen des nassen Schnees am Samstag ein schwieriges Unterfangen – was dann im Ziel deutlich wurde. Waren die Hunde immer noch kaum zu bändigen, stand vielen Hundeführern die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben. Harte Arbeit waren die Rennen auch für die Gemeindemitarbeiter und ganz besonders für die Mitarbeiter des Bauhofs, die den Trail präparieren mussten. Auch die Vereine waren wieder gefragt, die für Buden, Zelten, Würstchen, Bier und Glühwein für die Besucher sorgten.

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Autor: Stefan Sahli