Laien bringen Doppelmord auf die Bühne

Christiane Sahli

Von Christiane Sahli

Di, 11. September 2018

Todtmoos

Am Freitag hebt sich in Todtmoos der Vorhang zur Premiere des Theaterstückes "Zeit ohne Stunden" / Schauspielerei ist für viele Darsteller Neuland.

TODTMOOS. Unzählige Proben liegen hinter den Darstellern des Todtmooser Jubiläumstheaters. Langsam steigt die Anspannung, denn am Freitag hebt sich der Vorhang zur Premiere des Theaterstückes "Zeit ohne Stunden", das einen spektakulären Doppelmord im Todtmooser Ortsteil Prestenberg aus dem Jahr 1920 zum Inhalt hat. Viele der Darsteller haben noch nie vor einem großen Publikum auf eine Bühne gestanden, so auch Natalie Kaiser, Priska Schmidt, Felizian Zumkeller, Ferdinand Buhr und Rudolf Haselwander.

Seit rund eineinhalb Jahren bereiten sich die rund 40 Darsteller, unter ihnen auch einige Kinder, nun schon auf die vier Aufführungen des von Erika Buhr verfassten Theaterstücks vor. Viele von ihnen haben zuvor noch nie auf einer Bühne vor großem Publikum gestanden.

Nathalie Kaiser spielt gerne Theater und hat auch einen Theaterkurs besucht, das abschließende Stück wurde allerdings nur intern aufgeführt. So werden die Aufführungen in der Wehratalhalle auch für sie eine ganz neue Erfahrung sein. Nathalie Kaiser spielt die Marie Köpfer, die Tochter der Nachbarn der beiden Ermordeten. Die gefühlvolle und emotionale Rolle passe sehr gut zu ihr, sagte Natalie Kaiser, wie Marie sei auch sie meist guter Laune. Die Auszubildende zur Sozialversicherungsangestellten hat derzeit eine Doppelbelastung zu stemmen, denn zwei Tage vor der Premiere steht eine Zwischenprüfung an. Aber auch das wird sie schaffen, da ist sie optimistisch.

Einer der jüngsten in der Truppe ist der neunjährige Felizian Zumkeller, der "Anführer" der Kinder. Als Josef Wagner spielt er mit den anderen Kinder auf der Bühne "Mörder fangen". Viel Spaß hat Felizian am Theaterspielen, erste Erfahrungen konnte er bereits im Schultheater sammeln. Und als Schulleiter Jörg Oehler unter seinen Schülern nach Mitwirkenden für das Jubiläumstheater suchte, war für Felizian klar, mitzumachen. Ein bisschen sei er schon aufgeregt, sagte der Neunjährige im Hinblick auf die Aufführungen.

Erstmals auf der Bühne steht Priska Schmidt, die Schwester von Autorin Erika Buhr. Anfangs sei das Theaterspielen schon ungewohnt, inzwischen habe sie aber viel Spaß daran, sagte sie. Auf der Bühne verkörpert Priska Schmidt die Albertine Simon, die im Laufe des Stückes ermordet wird. Mit ihrer Rolle verbindet sie ein besondere Beziehung, denn die Großmutter ihres Schwagers, des Ehemannes von Erika Buhr, war die Schwester der beiden Ermordeten.

Ferdinand Buhr ist, der Name lässt es vermuten, der Sohn der Autorin. Der in Zell im Wiesental selbständige Drucker hat noch nie zuvor Theater gespielt und daher so einige Zweifel gehabt. Inzwischen hat aber auch er viel Spaß an der Sache und so richtig Blut geleckt, wie er sagt. Er verkörpert den Mörder, dessen Name an dieser Stelle noch nicht genannt werden soll. Interessant sei insbesondere gewesen, sich in die einzelnen, sehr unterschiedlichen Szenen hineinzufinden, so Buhr.

"Leidenschaftlicher Rentner und eingeborener Todtmooser" ist der ehemalige Küchenchef Rudolf Haselwander, auf der Bühne der später ermordete Johann Simon. Von Marianne Höldin und Erika Buhr angesprochen, habe er nach einigem Zögern eingewilligt, eine kleine Rolle zu übernehmen, sagt Haselwander. Geworden ist es allerdings eine der größeren Rollen. Er habe Zweifel gehabt, ob er diese Rolle überhaupt bewältigen könne, da er noch nie zuvor Theater gespielt habe, so Haselwander, aber Regisseurin und Autorin hätten in letztlich überzeugt. Auch er habe inzwischen richtig Spaß am Theater, fährt er fort.

Regisseurin Marianne Höldin ist derweil voll des Lobes für ihre Darsteller und zeigt sich überzeugt, dass die Aufführungen ein Ereignis sein werden, das in Todtmoos noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Die Aufführungen finden am Freitag, 14. September, Samstag, 15. September und Samstag, 22. September jeweils um 19 Uhr und am Sonntag, 23. September, um 15 Uhr in der Wehratalhalle statt.