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17. Januar 2010 21:41 Uhr
Jubiläum
5000 Narren machen Todtnau zum Hexenkessel
5000 Narren aus Nah und Fern haben Todtnau beehrt. Und das nicht ohne Grund: Die dortige Narrenzunft feierte ihren 150. Geburtstag. Da durfte auch Sonja Schrecklein nicht fehlen.
Hoffentlich verkraftet das die Stadt, sorgte sich Bürgermeister Wießner über die Invasion der Narren aus nah und fern, die am Sonntag das Städtchen beim großen Umzug zum Todtnauer Narrenjubiläum bevölkerten. 5000 aktive Fasnächtler und Zuschauermassen machten die Stadt am Fuß des Feldbergs zum Hexenkessel, und das Wetter spielte mit. Noch nie gab es im Oberen Wiesental einen Umzug in dieser Größenordnung und mit einer solchen Vielfalt an Masken und Narrenkleidern, schwärmte Oberzunftmeister Jürgen Wehrle beim Zunftmeisterempfang im Rathaus, wo das Foyer aus allen Nähten platzte. Auch die Vertreter der Gastzünfte gerieten ins Schwärmen. "Alle Achtung" und "eine Sensation" entfuhr es dem Schopfheimer Oberzunftmeister. Wenn Todtnau feiert, dann halt richtig. Vom Bodensee, vom Hoch- und Oberrhein, aus Donaueschingen und aus dem Schwäbischen, sowie aus der Schweiz kamen die Narren, und die Zuschauer genossen das Spektakel trotz klammer Finger und bangem Blick zum Himmel.
Wer das Fernsehbild vorzog, dem servierte SWR-Moderatorin Sonja Schrecklein das Ereignis direkt aus Todtnau in die Wohnstube. Für gute Verpflegung der Zuschauer war gesorgt, auf dem Marktplatz war das Narrendorf dicht bevölkert, vom Podium aus wurden dort die Umzugsteilnehmer vorgestellt. An alles war gedacht, so auch an die Zahl "150" in den Girlanden über den Straßen. Unter all den schröcklichen Narrenvisagen, den Hexen und Teufeln, die mit ihren Späßen das Publikum immer wieder zum Lachen brachten, wirkte die neue Todtnauer Maske zur Erinnerung an Dauerwellenerfinder Nessler zwar etwas blass, aber sie verkörpert ein Stück Todtnauer Geschichte, so wie auch viele der närrischen Häs aus alten Sagen und Geschichten entstanden sind. "Tradition gibt uns Wurzeln und verbindet uns mit der Heimat", sagte Regierungspräsident Julian Würtenberger beim Zunftmeisterempfang und ermunterte dazu, die bodenständige Tradition weiter zu pflegen – gerade in der heutigen Zeit, in der sich alles so schnell verändert. Der farbenprächtige Umzug war nach dem historischen Narrenspiel der Höhepunkt des Jubiläums.
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Autor: jac
