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29. Dezember 2008 15:50 Uhr

29 Einsätze am Wochenende

Bergwacht Todtnau im Dauerstress

29 Einsätze an zwei Tagen – so viel Arbeit hatte die Todtnauer Bergwacht noch nie. Am Samstag und Sonntag war die Mannschaft pausenlos damit beschäftigt, lädierte Wintersportler am Feldberg zu versorgen.

  1. Autsch! Die Bergwacht rettet verletzte Skifahrer. Foto: photocase.de/lube

TODTNAU. Pressewart Bernhard Steinebrunner glaubt, dass daran auch die eisigen Temperaturen schuld waren. Häufig passierten Unfälle auf der Piste, weil Skifahrer leichtsinnig sind oder sich selbst überschätzen. "Am vergangenen Wochenende gab es gar nicht so viele Zusammenstöße", erklärt Steinebrunner, der gemeinsam mit sieben Kollegen der Todtnauer Wacht im Einsatz war. "Vermutlich stieg das Unfallrisiko durch die klirrende Kälte."

Die Todtnauer Ortsgruppe der Bergwacht betreut am Feldberg die Skipisten südlich der B 317, jeweils acht Helfer sind an Wochenenden und Feiertagen im Einsatz. Für den nördlichen Teil sind die Freiburger zuständig. An einem durchschnittlichen Wochenende in den Wintermonaten werden die Retter etwa zehnmal gebraucht, schätzt Steinebrunner. Die Zahl von 29 Einsätzen an zwei Tagen sei wirklich eine Ausnahme.

"Nach einem relativ ruhigem Morgen begannen nachmittags verstärkt die Einsatzfahrten", beschreibt Bernhard Steinebrunner den vergangenen Sonntag. "Von 14 Uhr an war ununterbrochen professionelle Arbeit gefordert." Gegen 16 Uhr gab es vier Fälle gleichzeitig, um die sich die Retter kümmern mussten. Der schwerste Fall am Sonntag war ein neunjähriger Junge mit Brustwirbelverletzung, der mit dem Rettungshubschrauber in die Uniklinik Freiburg geflogen werden musste. Dazu musste die B 317 bei der Talstation in Fahl komplett gesperrt werden. Die häufigsten Verletzungen am Wochenenede waren Knie-, Schulter- und Handgelenkzerrungen, auch Brüche gab es einige. "Dieses Mal war sogar eine aufgeschnittene Pobacke dabei."

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Die Pisten am Feldberg sind Steinebruner zufolge gut präparier, allerdings war es am Wochenende nach Weihnachten sehr voll und die Kälte machte dem einen oder anderen Skifahrer doch sehr zu schaffen, glaubt Steinebrunner. Probleme hätten besonders häufig Anfänger oder Fahrer mit schlechter Ausrüstung. Steinebrunner rät nicht nur, in eine gute Ausstattung zu investieren, sondern auch Rücksicht auf andere zu nehmen.

Eine 15-Jährige kollabierte, weil sie offenbar den ganzen Tag nichts getrunken und gegessen hatte. Sie musste im voll besetzten Linienbus notärztlich mit Infusionen versorgt und anschließend mit dem Rettungswagen abtransportiert werden. Bei solchen Fällen können die Bergretter nur den Kopf schütteln. Häufig seien auch Erwachsene sehr leichtsinnig. "Schon Kindern predigt man, sie sollen viel trinken und oft machen es die Erwachsenen selbst nicht", weiß Steinebrunner.

Bergwacht hat keine Nachwuchssorgen

Die Arbeit der Bergwacht ist ehrenamtlich. "Ohne unseren Einsatz gäbe es vermutlich keinen Skibetrieb", glaubt der Pressewart. In der Schweiz müssten Liftbetreiber extra Personal einstellen, dass sich um Hilfe und Rettung kümmere. Im Schwarzwald machten das freiwillige Helfer. "Es ist eine sehr interessante Arbeit, deshalb haben wir auch keine Nachwuchssorgen." Zudem bekomme man viel zurück, viele Gerettete oder Angehörige sind dankbar für die schnelle und unkomplizierte Hilfe auf der Piste.

Zehn- bis 14-Jährige werden bei der Todtnauer Bergwacht spielerisch an die Rettung herangeführt. Als Jugendliche können Interessenten sich weiterbilden und schließlich eine Prüfung ablegen, um mit 18 bei den "Großen" mitzuarbeiten.

Die Helfer der Bergwacht unterstützen auch Notärzte bei allgemeinen Unfällen. Dafür haben Verantwortliche einen Meldeempfänger, ähnlich wie Feuerwehrleute, mit dem sie rund um die Uhr erreichbar sind.

Autor: Kathrin Blum