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09. Februar 2010

Chinesen erobern Besenbinderball

Todtnauer Fasnet erreicht weiteren Höhepunkt / Mäuschen im Rathaus, genannt "Villa Protz" / "Jugendsprache Deutsch"

  1. Szenen vom Todtnauer Besenbinderball: Auch ein (Muggenbrunner) Hendl kam bei den Starköchen Johann Laferi (Lothar Wagner) und Horst Lichtli (Stephan Knotz) beim Auftritt der Dalglunki in den Eintopf (links). Als drei Chinesen mit dem Kontrabass kamen die Bürsten- und Besenbinder daher (Daniela Hammerlik, Clemens Janus und Stefanie Marquardt. Foto: Karin Maier

  2. Foto: Karin Maier

  3. Die Blätzle-Narren nahmen die Rathaussanierung aufs Korn (Villa Protz) und das sanierte Todtnau-Lied gleich mit. Foto: Karin Maier

TODTNAU. 1,5 Millionen Einschaltungen gab es im SWR-Fernsehen beim Jubiläumswochenende zum 150. Geburtstag der Todtnauer Narrenzunft. Jetzt soll auch der gut besuchte Besenbinderball ein Exportschlager werden: Dank roter Karnevalsfibel ("lotel Kanevalsfibel") werden die Chinesen künftig die komplette Todtnauer Fasnet kopieren können. Die Bürsten- und Besenbinder sicherten sich in der Silberberghalle mit ihrem ideenreichen Auftritt "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" den Willi-Ernst-Wanderpokal.

Mit Hilfe der Todtnauer Originale "Nallenobelpolizist" Noldi (Tobias Lehr), "Oberzunftmeistel Wehlle" (Carola Sättele), "Feuelwehlhauptmann Kalle" (Heiko Günther) und "Malktschleiel" Paule (Roland Walleser), können die drei Chinesen Clemens Janus, Daniela Hammerlik und Stefanie Marquardt die Todtnauer Fasnet Eins zu Eins umsetzen inklusive Todtnaus längster Hästrägerpolonaise der Welt.

Neben der Todtnauer Narrenzunft gab es ein weiteres Geburtstagskind: Die Todtnauer Zundelmacher werden dieses Jahr 50. Mit putzmunteren Tönen kam der Fanfarenzug daher. Auch die Guggemusik Gaschtro-Noome aus Basel mischte die Halle auf. Die Ranzengarde vom historischen Narrenspiel marschierte zur allgemeinen Publikumsfreude nochmals ein und leitete dabei Dauerwellenerfinder Karl-Ludwig und Katharina Nessler, das neue Einzelpaar der Todtnauer Fasnet, zur Bühne.

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Bei der Todtnauer Puppenkiste der Blätzle-Narren spielten Altbürgermeister Edmund Keller (Sandra Reiß) und Hauptamtsleiter im Ruhestand, Werner Hertkorn (Elisabeth Bosl), Mäuschen im Rathaus, ins Staunen versetzte sie der neue Wellnessbereich vor dem Rathaus.

Dank der "Scheiße vom Feldberg" (Abwasser) wird es auch dem künftig beheizten Rathausplatzboden warm, Schneeschippen vor der "Villa Protz" wird entbehrlich.

Harry (Gerhard Asal) un de Bürgermeischter (Mario Bernauer) erinnerten an die Abschiedsreise des Gemeinderats an den Bodensee und Altstadtrat Harry Ebner hatte bei aller Geschäftigkeit den Rat für den Burgi: "Bleibe ruhig, tu’s gediegen, was nicht fertig ist, bleibt liegen". Die beim Casting der Narrenzunft 2008 entstandene Gruppe hatte unter dem neuen Namen "Best-Of-Mix" für umwerfende Wirkung bei der Dr. Sommer-Studie "Ein Herz für Eltern" mit dem Langenscheidt-Fachwörterbuch "Jugendsprache Deutsch" - von behaarter Bifi (WauWau) bis zur Alu-Gurke (Auto) gab es witzige Nachhilfe in dem von Vanessa Drändle maßgeblich geschriebenen Auftritt "Hey was geht ab – so redet Deutschland". Die Dalglunki rührten dieses Mal einen badischen Suppeneintopf zusammen und bewiesen: "E Gschmäckli isch überall dra". Die originellen Küchenoriginale Johann Laferi (Lothar Wagner) und Horst Lichtli (Stephan Knotz) rührten in Erinnerung an das Stadtjubiläum und den Besuch von Max Markgraf von Baden und des Regierungspräsidenten auch (Durch)Lauch(t) und "Würtenberger"-Wein in die Suppe, etwas Fett bekam in Sachen "Gschmäckli" auch der Feldberger Burgi ab: "Dieser Mann, dieser Mann, provoziert uns wo er kann". Eine musikalische Liebeserklärung gab es für Altstadtrat Harald Ebner mit "Que Sera", während die Silberberghalle leider etwas zum Unruheherd wurde. Michael Jacksons "Thriller" brachte die Tanzgruppe Sirius als Zombies auf die Bühne.

Auf einen gut einstudierten und im wahrsten Sinne des Wortes einmaligen Auf-Tritt beschränkten sich der Zunftrat sowie Oberzunftmeister Jürgen Wehrle (der indes Gastauftritte hatte) – wegen der zeitaufwändigen Jubiläumsvorbereitungen.

Autor: Karin Maier