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12. Januar 2010

"Der Ideenreichtum ist gigantisch"

Mit der Vorstellung der Chronik und Eröffnung einer Ausstellung hat die heiße Phase des Todtnauer Narrenjubiläums begonnen

  1. Foto: Karin Maier

  2. Foto: Karin Maier

TODTNAU. "Chumm go luege s’git ebbis z’säh, 150 Johr Dodtnauer Narrezunft, die Uusstellung isch schää!", ertönte bei der Ausstellungseröffnung und Chronikpräsentation der Todtnauer Narrenzunft am Eingang zur Sparkasse die Stimme von Bürgermeister Andreas Wießner auf Knopfdruck. Der Burgi hatte seine Stimme seinem vergrößerten Ebenbild verliehen, das als singender Bürgermeister 2004 in der Geldbadewanne des Brandbachzinkens beim Rosemändigumzug mitfuhr.

"Iiser Huus stoht uf närrischem Bode, denn im"Ochse" sin bi de Maskebäll die Häs nur so gfloge", begrüßte Sparkassendirektor Klaus Armbruster, die Gäste. Er wünschte"de Uusttellung en guete Verlauf un de Chronik en guete Verkauf".

Die Chefs der Zinken und Zünfte, die Nachbarzünfte aus dem Oberen Wiesental, Ehrenmitglieder, die Ehrennarren Roman Gahlinger und Adolf Braun, Bürgermeister, Pfarrer, Vertreter des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte (VON) sowie Ehrenmitglieder und Hauptsponsoren hatte die Narrenzunft zum Jubiläumsauftakt eingeladen.

"Der Ideenreichtum der Narrenzunft und die Kreativität der Narrenzunft ist gigantisch", lobte Bürgermeister Andreas Wießner. Er wird beim Narrenspiel am 16. Januar den Landvogt darstellen, geheimnisvoll deutete er seinen "gymnastischen Einsatz" an. Neben gutem Wetter hofft er, "dass unser Städtli des au alles verkraftet". Der Bürgermeister überreichte einen Scheck von 750 Euro als Geburtstagsgeschenk an Oberzunftmeister Jürgen Wehrle. Die Todtnauer Fasnet habe eine intensive Tradition, sagte Narrenmeister Paul Teike vom Verband Oberrheinischer Narrenzünfte. Der Narrenmeister nannte Ehrenoberzunftmeister Hans Herdrich als den Mann, der es geschafft habe, "dass Todtnau sich als einen Körper darstelle" – mit sämtlichen Ortsteilen.

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Beate Harter machte Appetit auf den Chronikkauf, bevor die von Gaetano Bertucci, Benno Dörflinger, Beate Harter und Christine Mühl zusammengestellte Ausstellung eröffnet wurde. In ihr befinden sich auch 30 Larven der Oberrheinischen Narrenschau, dafür gab es ein extra Dankeschön für die Vorsitzende, Gudrun Reiner. Bis Fasnetzischdig ist die Ausstellung während der Öffnungszeiten in der Sparkasse zu sehen. Zur von der Todtnauer Narren- und Hofkapelle unter Leitung von Willi Bckert extra einstudierten Melodie, schritten zwei neue Todtnauer Fasnetfiguren als Überraschungsgäste ans Licht der Öffentlichkeit. Karl Ludwig Nessler, dem Erfinder der Dauerwelle, und seiner Ehefrau Katharina Nessler wurde anlässlich des Jubiläums ein närrisches Denkmal gesetzt. Bei Umzügen werden sie als neue Figuren künftig dabei sein. Die Tochter des Schatzgräber-Gründers, Barbara Schweitzer, knüpfte in über 60 Stunden die Perücke der Katharina Nessler.

Den Verdienstorden des Verbands Oberrheinischer Narrenzünfte überreichte Narrenmeister Paul Teike an Oberzunftmeister Jürgen Wehrle, aktiver Narr seit 41 Jahren. "Ich durfte ihn kennen lernen mit Marschall Astrid Laile als sehr intensiven Mann an der Spitze, manchmal ein wenig heftig, ein bisschen ungeduldig, manchmal schießt er weng drüber nuss. Alle Achtung, dass du das alles machst", lobte der Narrenmeister den Einsatz von Jürgen Wehrle. Für 11-jährige aktive Narretei erhielt Zunfträtin Doris Dörflinger den VON-Verbandsorden in Bronze.

Die Chronik über 150 Jahren Todtnauer Fasnacht "Immer no närrisch" hat 238 Seiten. Es gibt sie für zehn Euro bei: Bäckerei Gutmann, Schreib- und Spielwaren Splash, Tankstelle Albert Wehrle, Rathaus. Am Umzugswochenende gibt es die Chronik außerdem im Sparkassenfoyer. Am Buch haben mitgearbeitet: Karin Maier, Benno Dörflinger, Dietmar Böhler, Christoph Buck, Beate Harter, Hans Herdrich, Marion Knopp-Wehrle, Astrid Laile, Anita Meyer sowie Jürgen Wehrle.

Autor: Karin Maier