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03. Februar 2009

Freiwillige Rindenschäler im Dienst an uralten Turmsäulen

Uralte Douglasien für den geplanten Hasenhorn-Aussichtsturm gefällt / Schälaktion mit Todtnauer Stadträten, Förstern und weiteren Persönlichkeiten

  1. Gelernt ist gelernt: Freizeitunternehmer Adolf Braun (links) bewies Talent beim Schälen der Douglasien für den Hasenbergturm. Foto: Karin  Maier

TODTNAU (zubi). Kurz nach Leermond, wurden die Douglasien für den Aussichtsturm am Hasenhorn gefällt. In einigen Monden, wahrscheinlich noch in diesem Jahr, soll der Turm an der Gemarkungsgrenze von Todtnau, Geschwend und Schlechtnau aufgestellt werden. Beim Schälen der alten Bäume gingen am Freitag nachmittag zahlreiche Forstmitarbeiter, Stadträte und Mitarbeiter des Rathauses freiwillig und unbezahlt zu Werk.

110 bis 120 Jahre alt sind die jetzt gefällten Douglasien beim Feriendorf, sie gehören zu den ersten Douglasien, die im Todtnauer Stadtwald gepflanzt worden sind. Schälbereit lagen am Freitag 25 Festmeter vor den Füßen der freiwilligen Helfer. Insgesamt werden für den Bau des Aussichtsturms 80 bis 100 Festmeter Holz benötigt. Die Kosten für den Holzturm trägt die "Sessellift Hasenhorn Seilbahngesellschaft" zur Hälfte, die Tourismusförderung des Landes ist mit den anderen 50 Prozent dabei. Das Holz und die Werkhofleistungen steuert die Stadt zu dem Projekt bei. Den richtigen Fällzeitpunkt für die Douglasien nach dem Mondkalender hatte Thomas Baur ausgerechnet. Sein Ingenieurbüro erhielt vom Gemeinderat den Auftrag für die Planung. "Es ist das erste Mal in neun Jahren, dass wir eine gemeinsame Aktion auch gemeinsam beginnen und zusammen Hand anlegen", freute sich Bürgermeister Andreas Wießner. Die Helfer zeigten beim Schälen der etwa 21 Meter langen Stämme beim Feriendorf 100 Prozent Körpereinsatz.

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Auch Freizeitunternehmer Adolf Braun griff unter dem sachkundigen Blick von Oberforstrat Martin Zeiher vom Forstbezirk Todtnau zum Schäleisen. Fostarbeiter Peter Lorenz demonstrierte wie eine Douglasie richtig geschält wird. Paul Gutmann, Stadtrat und Ortsvorsteher von Schlechtnau, ging technisch versiert und effektiv ans Schälwerk: "Ich mache nur die, die auf Schlechtnauer Gemarkung stehen", verkündete er. "Und was machen die Geschwender?", wollte Stadtrat Helmut Wunderle wissen, sich dabei vergeblich nach einem Geschwender Ortschafts- oder Stadtrat umschauend. Wunderle wusste natürlich dass die Geschwender gegen den Turm gestimmt haben. "Der Geschwender Teil wird aus Stahl gemacht", feixte Paul Gutmann.

Neun Hauptmasten wird der Hasenhornturm haben, informierte Ingenieur Thomas Baur. Da es sich um ein öffentliches Gebäude handelt, müssten besondere Sicherheitsaspekte berücksichtigt werden. Einberechnet wurden auch die extremen Windbedingungen auf dem Todtnauer Hausberg. Theoretisch könnten sich bei einer Windstärke von 75 km/h 400 Leute auf dem Turm aufhalten, rechnet der Ingenieur vor. In einer Höhe von 21 Metern wird sich die Turmspitze des Zeltdachs befinden. Bürgermeister Wießner hofft wegen seiner Höhenangst , dass er die 80 Stufen zum Aussichtsplateau auf etwa 15 Metern über dem Boden nicht hochsteigen muss, sondern den Turm am Fuß der Holzkonstruktion eröffnen darf.

Autor: zubi