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10. Februar 2010
Indianer bereiten sich auf "Völkerwanderung" vor
Wagenbau in Todtnau: Mühlewinkel-Zinken wird sich beim Umzug als Indianervolk präsentieren / Dabei sein ist alles.
TODTNAU (zubi). "Chemmet Narre wie ihr wenn, bis mir alli Völker hänn", lautet zum 150-jährigen Bestehen der Todtnauer Narrenzunft im Jubiläumsjahr das Motto für die Wagenbauer – in Anlehnung an die erste Fasnet nach der Aufteilung des Stadtgebiets in Zinken. Die Zinken übernahmen 1959 den Wagenbau von den Todtnauer Firmen. Wir spickten diesmal in die Werkstatt des Zinkens Mühle-Winkel.
Die Wagenbauwertung für den Rosenmontagsumzug wird in diesem Jahr ausgesetzt, und es gilt allein das olympische Motto: Dabei sein ist alles. Im Jubiläumsjahr steuern außer den vier Stadt-Zinken auch alle Ortsteile und die Böllener Belchengeister einen eigenen Wagen bei.
Bereits seit dem zweiten Adventswochenende werkeln die Mühle-Winkler in der früheren Zaho-Halle, seit drei Wochen fast allabendlich und auch am Samstag. Strenger Geheimhaltung unterliegt ausnahmsweise nicht, was gebaut wird. Der Mühle-Winkel wird das Volk der Indianer stellen.
Zinkenvogt Alfred Bernauer bepinselt die Hufe eines niedergestreckt daliegenden riesigen Bisons ein. "Ich bin kein Kunstmaler", gibt der Mechaniker zu. Der Maler Walter Dießlin mischt derweil diverse dunkle Töne an, farbgeruchsgeschwängert ist die Luft in der Werkstatt. Vielleicht hätte Alfred Bernauer beim letzten Besuch auf dem Hinterwälderviehmarkt die "Büffel" noch genauer ansehen sollen, denn die Pappmachézunge des Tiers ist etwas zu lange geraten und muss mit der Schere gestutzt werden. Auf so viel Action wie auf dem Umzugswagen im Jahr 2001, als der Zinken die Rathaus- und Stadtsanierung per komplizierter Steuerung 16 verschiedene Bewegungen in Szene setzte, kommen die beiden Umzugswagen und ein Leiterwägeli dieses Mal nicht daher. Doch die Augen des Bisons leuchten dramatisch rot auf, nachdem die Mühle-Winkler das Bison auf den Anhänger gehievt haben und die Stromverbindung steht. "Gott sei Dank isch er ufem Wage", sagt Herbert Maier erleichtert, der 1992 wie auch Werner Laitner mit dem Zinkenvogt gemeinsam bei Null mit dem Wagenbau anfing.
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Durch Hocks stockt der Mühle-Winkel seine Kasse auf, um dann wieder Gerätschaften zu kaufen. Dieses Jahr hat Herbert Maier ein Indianerzelt gebaut und bemalt. Stefan Schindler ist für die Styroporarbeiten zuständig, auch ein riesiger Marterpfahl, Indianer und ein Medizinmann aus dem Material gehören zum Volk. Begleitet wird der Wagen von einem stets fantasievoll gekleideten Fußvolk.
Die einzige Frau im Team der etwa acht Wagenbauer ist Esther Großmann, sie ist schon seit Jahren dabei. Als kleines Kind zog sie als Schottenmädchen bei den Mühle-Winklern mit. "Wir nehmen’s schon genau", sagt Alfred Bernauer nicht ohne Stolz auf die Detailverliebtheit der Mühle-Winkler. Davon können sich die Völker der Welt ab 14 Uhr beim Todtnauer Rosemändigumzug überzeugen.
Autor: zubi
