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24. Januar 2012
Leserbriefe
HINTERWALD-INFERNO
"Nervenkitzel des Grausamen?"
Zum angekündigten, später abgesagten Todtnauer "Hinterwald-Inferno", dem längsten Skirennen Deutschlands (BZ 2. Januar).
Um auf etwas aufmerksam zu machen, ist es in der Werbung normal, ja sinnvoll, auch sprachliche Hilfsmittel einzusetzen: Superlative zum Beispiel oder Begriffe beziehungsweise Reizwörter, die bestimmte Gefühle auslösen und die Menschen ansprechen, motivieren, stimulieren, sich für ein Produkt oder wie in diesem Fall für eine Veranstaltung zu begeistern und daran teilhaben beziehungsweise teilnehmen zu wollen. Seit Jahren gibt es diese Veranstaltung, das "Hinterwald-Inferno", und ich frage mich immer wieder, was das mit dem "Inferno" soll. In Dantes "Göttlicher Komödie" ist es der erste Teil: Die Unterwelt, die Hölle.
Dessen ungeachtet verstehe ich unter einem Inferno eine entsetzliche Katastrophe, etwa die Bombardierung Dresdens im Februar 1945, den Abwurf der ersten Atombomben über Hiroschima und Nagasaki im August 1945, den Tsunami an Weihnachten 2010 oder die Tragödie von Fukushima im vergangenen Jahr. In der Stadtgeschichte von Todtnau ist sicher der verheerende Brand von 1876 als Inferno zu bezeichnen.
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Auf dem Hintergrund solcher furchtbarer Horrorszenarien scheint mir die Bezeichnung "Inferno" für einen sportlichen Wettbewerb in keinster Weise angebracht. Soll hier mit dem Nervenkitzel des Grausamen gespielt und geworben werden, oder ist es lediglich eine dumme Gedankenlosigkeit? Ich empfinde dies nicht nur als Geschmacklosigkeit, es ist eine Sprachverwirrung, zumal es sich laut oben genanntem Zeitungsartikel um ein Skirennen handelt, bei dem "Gaudi und Ehre im Vordergrund stehen". Dies gilt im übrigen in abgeschwächter Weise auch für die Benennung "Feldbergalarm", die Eröffnung der Skisaison auf dem höchsten Gipfel des Schwarzwaldes.
Bernd Schneider, Todtnau
Autor: Bernd Schneider, Todtnau
