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19. Mai 2017

"Sehr gutmütig und familientauglich"

BZ-INTERVIEW mit Werner Stief zum Dachsbracken-Treffen in Todtnauberg / Jagdhunde-Schau am Samstag, 17 Uhr, am Kurhaus.

  1. - Foto: Stief

TODTNAU. Der Verein Dachsbracke erwartet heute und morgen an die 60 Hunde und ihre Besitzer in Todtnauberg zur bundesweiten Mitgliederversammlung. Die Vierbeiner sind spezialisiert auf das Verfolgen verwundeter Wildtiere. Dirk Sattelberger fragte Dachsbracken-Vorstandsmitglied Werner Stief, was von den Jagdhunden zu halten ist.

BZ: Herr Stief, was erwartet die Zuschauer am Samstag um 17 Uhr bei der "Pfostenschau", bei der die Jagdhunde an Pfosten gebunden vorgezeigt werden?
Stief: Wir kommen mit zirka 60 Hunden nach Todtnauberg, wobei 35 Hunde zur Pfostenschau gemeldet sind. Bei der Schau werden Dachsbracken gezeigt, von denen keiner aussieht wie der andere. Dachsbracken haben eine Schulterhöhe von 34 bis 42 Zentimeter und die Farben Hirschrot und Vieräugl, das ist eine schwarze Grundfarbe mit rostroten Abzeichen (Brand) etwa am Kopf, Brust, Läufen, Pfoten und der Rutenunterseite. Ein Moderator wird auf die Vor- und Nachteile jedes Hundes eingehen.

BZ: Kann man auch welche kaufen?

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Stief: Nein, Dachsbracken werden als Welpen nur an Jäger mit Jagdmöglichkeit verkauft. Sie bleiben in der Regel bis zu ihrem Lebensende bei ihrem Besitzer.

BZ: Was schätzen Sie an der Rasse?
Stief: Dachsbracken sind sehr vielseitig, sie können als Schweißhund verletztes Wild aufspüren oder Hasen und Füchse vor die Büchse des Jägers bringen. Häufig werden sie auch als Stöberhunde bei der Schwarzwildjagd eingesetzt. Sie haben dichtes Fell mit sehr guter Unterwolle, was auch bei einer Haltung im Haus gut zu reinigen ist. Dachsbracken besitzen Schneid und viel Jagdpassion.

BZ: Kann man mit Dachsbracken auch mal schmusen?
Stief: Ja, absolut. Dachsbracken sind sehr gutmütig und familientauglich. Bei den zwei Prüfungen, die sie machen, wird auch ihr Wesen beurteilt, das gutartig sein muss. Jagdhunde werden heute ganz anders gehalten als früher, als manche ausschließlich im Zwinger lebten.

BZ: Stimmt es, dass kleine Hunde "giftiger" sind und schneller in eine Wade beißen als große Hunde?
Stief: Das ist schon so. Durch ihre Größe sind z.B. Dackel oder Spitz auf Höhe der Waden, wo ein größerer Hund sich erst mal bücken müsste. Fragen Sie mal einen Briefträger, der wird Ihnen sagen, dass es nicht Schäferhunde sind, vor denen er sich am meisten fürchtet…

Zur Person: Werner Stief (56) aus dem Westerwald ist beim Verein Dachsbracke Vorstandsmitglied und Pressebeauftragter. Der Verein hat deutschlandweit 1400 Mitglieder (http://www.dachsbracke.de

Die Veranstaltung: Am Freitag Wanderung und Fortbildung für Mitglieder im Kurhaus Todtnauberg. Am Samstag ab 9.30 Uhr Hauptversammlung. Von 17 bis 18 Uhr Pfostenschau am Kurhaus
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Autor: dsa