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09. September 2013

Sportskanonen im Einsatz

Die Bundeswehr-Sportfördergruppe stellte sich erstmals bei einem Tag der offenen Tür vor.

  1. Radfahrer Luis Brethauer, Skispringer Pascal Bodmer und Mountainbikerin Adelheid Morath (von links) stellten sich als Sportsoldaten den Fragen der Gäste. Foto: ulrike jäger

  2. Auch für die kleinen Besucher gab es sportliche Herausforderungen in der Schwarzwaldkaserne. Foto: Ulrike Jäger

TODTNAU-FAHL. Das Motto "Spitzensport hautnah" in der Schwarzwaldkaserne in Todtnau-Fahl traf den Nagel auf den Kopf: Mehrere Titelträger und Gold-, Silber- und Bronzemedaillengewinner traten mit Besuchern am Freitag tatsächlich "hautnah" in Kontakt, maßen sich mit ihnen sportlich oder berichteten von ihren Werdegängen.

Der Hausherr der Bundeswehrkaserne und Leiter der Sportfördergruppe in Todtnau, Oberstabsfeldwebel Bernd Dörflinger, hatte diesen Tag der offenen Tür erstmalig und in Zusammenarbeit mit dem Trägerverein des Olympiastützpunktes Freiburg-Schwarzwald organisiert.

Oberst Helmut Kolb, der im Namen des Kommandeurs des Landeskommandos Baden-Württemberg die große Gästeschar vor dem ökumenischen Gottesdienst begrüßte, hieß neben dem Bundestagsabgeordneten Armin Schuster, Bürgermeister Andreas Wießner, Gemeinderäten und Vertretern der Sportverbände besonders Gundolf Fleischer, den Vorsitzenden des Trägervereins, willkommen. Kolb sagte, dass der Erfolg deutscher Athletinnen und Athleten bei internationalen Wettbewerben das Bild Deutschlands in der Welt mitprägen würde. Rund 32 Millionen Euro betragen die Kosten dieser Förderung der Bundeswehr für 744 Spitzensportler, vorrangig in den olympischen Sportarten, so Helmut Kolb.

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In Todtnau befinden sich derzeit 72 Sportsoldatinnen und Sportsoldaten. Betreut werden hier die Sportarten Rugby, Radsport, Leichtathletik, Biathlon, Schießen, Skispringen, Volleyball und Kunstturnen. Die Kaserne dient heute jedoch nicht nur als Betreuungsstelle für die Sportler, sondern auch als Tagungsstätte für Aus- und Weiterbildung, da die Sportler in der Regel in ihren Stützpunkten trainieren und an Wettkämpfen im In- und Ausland teilnehmen.

So auch Kunstturner Marcel Nguyen, dessen Trainingszentrum in Stuttgart liegt. Seit 2007, nach Absolvierung der Grundausbildung, gehört er der Sportfördergruppe an. "Die Bundeswehr fördert den Spitzensport, dafür bin ich sehr dankbar, und ich möchte auch etwas zurückgeben", sagt der 25-jährige dreimalige Europameister und Olympia-Zweite von 2012. Dieser Meinung ist auch die Mountainbikerin und Olympia-Kandidatin Adelheid Morath. "Hier gibt es die perfekte Förderung und Absicherung", begründet die 29-jährige deutsche Vizemeisterin ihre damalige Entscheidung, in die Bundeswehr einzutreten. Ihr nächster Wettkampf in diesem Jahr wird das Weltcupfinale am 14. September in Hafjell in Norwegen sein.

Am Freitag legte Adelheid Morath dann bei strahlendem Sonnenschein im Mountainbike-Parcours eine Zeit vor, die die Besucher versuchen durften, zu erreichen – wenn sie es denn über die Hindernisse geschafft hatten. Auch in der "Kletterhöhle Todtnau" hangelten sich Gäste an der Wand entlang. Davor gaben Radsportprofis Tipps fürs Training. Gäste konnten gleich ihre Kondition testen.

Was er auf dem BMX-Rad drauf hat, das führte Luis Brethauer (20) den Besuchern und seinen Kameraden eindrucksvoll vor. Dem frischgebackenen Bronze-Medaillengewinner der Weltmeisterschaft in Auckland merkte man den Spaß deutlich an, den er auf dem Fahrrad mit den kleinen Rädern hat.

In der Schwarzwaldkaserne haben schon Sven Hannawald und Martin Schmitt ihren Dienst gemacht. Seit 1969 ist der Militärstandort Sitz einer von 15 Einheiten der Sportfördergruppe der Bundeswehr. Die Gruppe ist eine Einrichtung des Verteidigungsministeriums, um Kadersportler im internationalen Wettbewerb zu fördern.

Autor: Ulrike Jäger