Zeitreise zu den Dilldappen der Zukunft

Verena Wehrle

Von Verena Wehrle

Di, 13. November 2018

Todtnau

Festakt zu 50 Jahren Zinken Brandenberg zeigt Filme und Live-Szenen / Jubiläumsparty am 19. Januar in Todtnau geplant.

TODTNAU-BRANDENBERG. Eine besondere und nicht ganz ernstzunehmende Zeitreise in 50 Jahre Vereinsgeschichte unternahmen die Dilldappen – der Zinken Brandenberg – an ihrem Jubiläumsfestakt für 140 geladene Gäste. Ein voller Bürgersaal, ein überraschendes Programm und ein jubelndes Publikum – besser hätte dieses Geburtstagsfest nicht sein können.

Auf der Bühne am Freitagabend knallt und qualmt es, und die Zeitmaschine wird zum Laufen gebracht. Und schon geht der Professor (gespielt von Sven Maier) auf Zeitreise. "Zruck dappe mit den Dilldappe" heißt es in diesem abendfüllenden Programmpunkt, der sich als eine raffinierte Idee erweisen wird. Mit einem selbstgedrehten Film, zusammengeschnitten aus aufwendig nachgespielten Szenen, historischen Videos und Fotos sowie mit lustigem Schauspiel auf der Bühne werden die Zuschauer bestens unterhalten.

Zuerst trifft der Professor auf den Dilldappen der Zukunft, ein Roboter ganz aus Stahl. Das gefällt ihm gar nicht. Dann aber landet er im 8. November 1968, dem Gründungstag des Zinken Brandenberg, bei den Gründungsmitgliedern am qualmenden Stammtisch, wo bereits mit fliegenden Spänen die Maske geschnitzt wird. Bei den Frauen im Nebenzimmer wird das Häs in Blau genäht und er "korrigiert" die Geschichte und sprüht es einfach grün an. In weiteren Stationen landet er bei verschiedenen Bühnenaufführungen der letzten Jahre – eine davon wird vom als Frau verkleideten Martin Spürgin live präsentiert und sorgt für jede Menge Gelächter im Publikum.

Gründer Walter Binder: blinder Passagier in der Zeitmaschine

Bei der Fasnachtsverbrennung, bei der übereifrig Schrott und ein schweres Sofa verbrannt werden, landet auch fast seine Zeitkapsel im Feuer. Gerade noch kann der Professor sie retten und reist schnell wieder in die Gegenwart. Die ganze Reise über war Gründer und erster Zinkenvogt Walter Binder blinder Passagier, doch der wird samt Kapsel wieder zurückgeschickt, damit die Geschichte nicht durcheinandergerät und die Dilldappen heute noch bestehen können. Der Jubel ist riesengroß beim Publikum, überall sind nur positive Stimmen zu hören. Eine Nummer, die man vielleicht noch einmal sehen wird. Der Aufwand dieses Films mit vielen Extras war jedenfalls riesengroß.

Zuvor hatte der Zinkenvogt Johannes Binder und Sandra Maier einige alte Geschichten und Erinnerungen aus Brandenberg präsentiert. So sei der Zinken 1971 in die Narrenzunft Todtnau aufgenommen worden, der erste Rosenmontagswagen war eine Müllverbrennungsanlage, 2000 wurde der Wagenbauschopf gebaut, und mit Kinderfasnacht und Programm am Faise Dunschdig pflegt der Verein die Brandenberger Dorffasnacht. Auch außerhalb der Fasnacht gebe es viel Programm. "Ich hoffe, die nächsten 50 Jahre werden genauso schön", sagte Zinkenvogt Johannes Binder in seinem Resümee.

Von der Todtnauer Narrenzunft gratulierte Zunftrat Jürgen Franz und ließ das erste Narri Narro in Todtnau für die neue Saison erklingen. Die Dilldappen entgegneten mit ihrem Rambazamba-Ruf. Jürgen Franz gratulierte im Namen aller Zünfte, dankte für die gute Zusammenarbeit und überreichte Präsente. Todtnaus Bürgermeister Andreas Wießner erinnerte in seiner Ansprache daran, dass der damalige Zunftmeister Edmund Keller die Gründungsurkunde überbrachte und als "närrische Hebamme" tatkräftig zur Seite stand. Wießner sei begeistert, dass der Verein immer so aktiv dabei ist und dankte im Namen des Gemeinderats für das Engagement. Er überreichte Binder einen Scheck in Höhe von 250 Euro. Auch die Trachtenkapelle Brandenberg gratulierte. Mit Musik und Tanz wurde nach dem Programm noch bis in die frühen Morgenstunden gefeiert, was das Zeug hielt.

Das Jubiläumsfest für die Öffentlichkeit geht am 19. Januar 2019 um 19.11 Uhr mit Jubiläumsparty des Zinken Brandenberg über die Bühne. In einem kleinen Narrendorf in der kleinen Halle Todtnau wird die Band Matzepan auftreten.