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11. April 2014

Mann läuft vor Regionalzug und stirbt

38-Jähriger wollte Abkürzung über die Gleise nehmen, was am Bugginger Bahnhof offenbar häufiger vorkommt.

  1. Der Bahnhof in Buggingen: Der Weg über die Gleise ist eine lebensgefährliche Abkürzung. Foto: Rainer Ruther

  2. Über Treppen gelangen Reisende auf die jeweils andere Seite des Bahnhofs. Foto: Rainer Ruther

BUGGINGEN (max/dad). Zu einem tragischen Unfall kam es am Mittwochabend, gegen 18.40 Uhr, im Bugginger Bahnhof. Dabei wurde ein 38-jähriger Mann beim Überqueren der Gleisanlage von einem Regionalzug erfasst und getötet. Laut Polizei ist er an dem Bahnhof aus einem Zug ausgestiegen, der in Richtung Müllheim im Süden unterwegs war. Hinter dem ausfahrenden Zug hat der Mann dann die Gleise betreten, offensichtlich um auf kürzerem Wege zu seinem geparkten Auto zu gelangen, wie die Polizei auf BZ-Nachfrage mitteilte. Dabei übersah er die in Richtung Norden/Freiburg herannahende Regionalbahn. Die Polizei geht aufgrund der Gesamtumstände von einem tragischen Unglücksfall aus.

Steigt man am Bugginger Bahnhof aus einem Zug aus, der in Richtung Süden unterwegs ist, und will zum Autoparkplatz, dann gibt es im Grunde nur einen sicheren Weg: Er oder sie muss die Treppen runter zur Kreisstraße nehmen, die Gleise unterqueren und auf der anderen Seite die Treppen wieder hoch zum Parkplatz laufen. Zugfahrer berichten allerdings, dass vielen Menschen dieser Weg zu lange dauert und sie deshalb abkürzen und über die Gleise laufen.

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Das bestätigt auch Buggingens Bürgermeister Johannes Ackermann. "Es geht schneller über die Gleise, und die Leute machen das auch zum Teil." Den Unfall bedauert er zutiefst, er sagt aber gleichzeitig: "Jede Überquerung der Gleise ist lebensgefährlich." Ackermann sagt, dass die Treppen weder barrierefrei noch in neuestem Zustand sind. "Die Situation ist nicht ideal, aber man kann die Treppe begehen und sollte diesen Weg auch in jedem Falle zurücklegen." Man könne zudem keine Gitter an den Gleisen anbringen, weil man sonst nicht mehr in den Zug gelange.

Der Bugginger Bahnhof soll im Zuge des Baus des dritten und vierten Gleises der Rheintalbahn umgebaut werden. Wie genau der Bahnhof in Zukunft aussehen wird, kann Ackermann noch nicht sagen: "Wir warten auf den Planfeststellungsbeschluss." Zur Feierabendzeit zwischen 16.35 Uhr und 19.35 Uhr halten die Züge aus Freiburg in dem Bahnhof halbstündlich. Ansonsten ist zwischen den einlaufenden Zügen eine Stunde oder länger Pause.

Die Strecke war nach dem Unfall am Mittwoch in beide Richtungen bis 20.10 Uhr gesperrt. Betroffen waren sowohl Regionalzüge als auch der Fernverkehr zwischen Basel und Freiburg. Die Bahn hat einen Schienenersatzverkehr eingerichtet. Reisende mussten mit erheblichen Verspätungen rechnen.

Autor: max