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09. November 2009 19:04 Uhr
Polizeieinsatz
Mord im Schnee – Mann auf dem Hochblauen erstochen
Nach dem Mord an einem 52-Jährigen auf dem Hochblauen liegen viele Details der Bluttat im Dunkeln. Doch es könnte ein Zusammenhang zu einer Festnahme in der Schweiz geben.
Die Leiche des Mannes aus dem Landkreis Lörrach war am Montagmorgen entdeckt worden. Sie weist Stichverletzungen am ganzen Körper auf.
Die Hintergründe der Tat sind bislang unklar; die zuständigen Polizeidienststellen geben bislang nur wenige Informationen heraus und äußern sich nicht zu den Details des Delikts. Für Dienstagnachmittag ist allerdings eine Pressekonferenz angesetzt.
BESTEHT EIN ZUSAMMENHANG ZU EINER FLUCHT IN DIE SCHWEIZ?
Offenbar wurde am Tatort keine Waffe gefunden. Ob der Fundort der Leiche auch der Tatort ist, muss ebenfalls noch geklärt werden. Beamte der lörracher Kriminalpolizei waren am Montag bei starkem Nebel und im Schneetreiben auf dem 1165 Meter hohen Berg zur Spurensicherung im Einsatz.
Die Polizei sperrte den Fundort gegen 10 Uhr ab, Kriminaltechniker und ein Gerichtsmediziner untersuchten ihn auf etwaige Spuren. Fast zur gleichen Zeit geschah etwas, das womöglich mit dem Fund der Leiche zusammenhängt: Eine Polizeistreife entdeckte kurz nach 8.30 Uhr einen Sportwagen beim Autobahndreieck Weil am Rhein auf der A5, der in der Nacht zuvor in Schopfheim gestohlen worden war. Der Fahrer war in Richtung Schweizer Grenze unterwegs.
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Die Polizisten nahmen die Verfolgung auf, doch der Fahrer konnte entkommen: Er durchbrach die Grenze und flüchtete in die Schweiz. Daraufhin wurde die Schweizer Polizei eingeschaltet, die nach dem Sportwagen fahndete. Eine Streife der Kantonspolizei Aargau entdeckte ihn kurz vor 11 Uhr in einem Waldstück bei Zeiningen im Kanton Aargau.
POLIZEI ERÖFFNET DAS FEUER
Erneut versuchte der Fahrer des Sportwagens zu fliehen, gab Gas und hielt direkt auf das Polizeiauto zu. Ein Beamter schoss auf einen der Reifen, der Fahrer versuchte auszuweichen und prallte gegen einen Erdwall. Danach versuchte er zwar noch zu Fuß zu fliehen, doch konnten ihn die Polizisten überwältigen. Offenbar stürzte er dabei so unglücklich, dass er sich am Kopf verletzte. Er wurde ins Krankenhaus gebracht. Ebenfalls im Wagen saß eine Frau, die vorläufig festgenommen wurde.
Deutsche und Schweizer Ermittlungsbehörden prüfen nun einen Zusammenhang zwischen dem Fund der Leiche und dem Grenzdurchbruch.
Die Kriminalpolizei Lörrach hat eine 15-köpfige Ermittlungsgruppe eingerichtet und steht in engem Kontakt mit den Schweizer Ermittlungsbehörden, insbesondere der Kantonspolizei und dem Bezirksamt Rheinfelden/Schweiz. Diese wurden von der Staatsanwaltschaft Lörrach um Rechtshilfe ersucht.
Am Dienstag soll möglicherweise eine gemeinsame Pressekonferenz von Staatsanwaltschaft und Kriminalpolizei anberaumt werden.
Der Hochblauen ist ein beliebter Wander- und Aussichtsberg auf der Westflanke des Schwarzwaldes, zwischen Badenweiler und Malsburg-Marzell. Der Gipfel ist 1165 Meter hoch.
- Freiburg: Wie Rechtsmediziner den Knochenfund vom Schlossberg lesen
Rückblick: Ungeklärte Morde in der Region
Autor: Markus Maier und Karl Heidegger, aktualisiert am Dienstag um 13.30 Uhr
