Efringen-Kirchen

Traktoren und Gemälde verbrennen

Victoria Langelott

Von Victoria Langelott

So, 17. Juni 2018 um 18:15 Uhr

Efringen-Kirchen

Ein Wirtschaftsgebäude im Ölgarten in Efringen-Kirchen ist abgebrannt, Traktoren, Geräte und Kunstwerke gingen in Flammen auf. Die Betroffenen sind dankbar, dass Schlimmeres verhindert wurde.

Der Sachschaden ist nach dem Brand in dem Wirtschaftsgebäude im Ölgarten in Efringen-Kirchen immens, die Polizei schätzt ihn nach den ersten Erkenntnissen auf rund 500 000 Euro. Als großes Glück bezeichnen aber alle Beteiligten, dass angrenzende Wohnhäuser geschützt wurden. Großes Lob zollen denn auch der Winzer Roland Wagner und der Künstler Peter Bosshart, denen das Gebäude gehört, der Feuerwehr. Dankbar sind beide auch für die große Hilfsbereitschaft und Solidarität aus der Nachbarschaft und aus dem Dorf.

Christiane Huck-Wagner hatte den Brand in dem Wirtschaftsgebäude neben dem Weingut am Freitagabend als Erste bemerkt, schildert ihr Mann Roland Wagner der BZ. Er selbst war zu dem Zeitpunkt außer Haus. Seine Frau habe den Brand erst mit dem Feuerlöscher selbst löschen wollen, ein Nachbar habe mit einem weiteren Feuerlöscher helfen wollen, doch der Brand habe zu schnell um sich gegriffen. Die Feuerwehr wurde sofort alarmiert, das war um 21.19 Uhr.

Kommandant Philipp Haberstroh, der zufällig zu dem Zeitpunkt gerade bei einer Geräteübung der Abteilung Kleinkems war, konnte dadurch als Erster am Brandort sein. "Bei unserem Eintreffen stand bereits eine große Rauchwolke über dem Anwesen", berichtet er. Der etwa 50 Meter lange Schuppen habe in voller Ausdehnung gebrannt, "im östlichen Bereich war die Dachhaut bereits eingebrochen, im westlichen Teil schlugen die Flammen unter den Ziegeln vor."

Dass sich die Löscharbeiten durch die enge Bebauung an der Stelle schwierig gestalten, hält auch die Polizei in ihrem Bericht fest, deshalb habe die Feuerwehr auch angrenzende Häuser evakuiert. Auch die Polizei vermerkt anerkennend, dass das Übergreifen auf weitere Gebäude nur durch das rasche Eingreifen der Feuerwehr verhindert werden konnte. Das Wirtschaftsgebäude brannte komplett nieder. Die Polizei hält zudem noch fest, dass der Rauch gerade nach oben zog, sodass es nicht zu erhöhten Schadstoffkonzentrationen kam. Die Bevölkerung sei nicht gefährdet gewesen.

Anfänglich wurden circa 4000 Liter Wasser pro Minute auf das Brandobjekt abgegeben, berichtet der Feuerwehrkommandant. Da dafür die Trinkwasserleitungen nicht ausreichen, wurde eine Wasserversorgung aus dem Engebach aufgebaut. Die Brandursache ist noch unklar, auch für Roland Wagner. Er möchte über die Ursache auch nicht mutmaßen. Klar ist für Wagner nur, dass das Feuer in dem Teil des Gebäudes ausbrach, das seiner Familie gehört. Das Polizeirevier Weil am Rhein hat die Ermittlungen übernommen. Ein Brandsachverständiger werde die Brandstelle untersuchen und die Ursache erforschen, so Wagner.

Ein Großteil der Geräte, die für die Arbeit in den Weinbergen gebraucht werden, war dort untergebracht, darunter drei Traktoren, ein großer und zwei kleinere. Einige Geräte waren am Tag noch gebraucht worden, berichtet er, beim Ausbruch des Feuers seien sie allerdings schon mehrere Stunden lang dort gestanden.

Der Verlust der Geräte und Fahrzeuge ist für Wagner "schmerzlich", sie würden bei der Arbeit gebraucht, er müsse rasch nach Ersatz schauen. Der Winzer betont aber auch, dass er dennoch froh und dankbar ist, dass nichts Schlimmeres passiert ist. Dass die Wohnhäuser gerettet werden konnten, sei nur dem großen Geschick der Feuerwehr zu verdanken. Sehr gerührt hat ihn die große Hilfsbereitschaft von Bekannten, Nachbarn, aber auch von anderen Menschen aus dem Dorf. Soviel Hilfe sei ihm schon angeboten worden. Und Winzerkollegen hätten sich bereits gemeldet, die ihm mit ihren Geräten aushelfen wollten, "wirklich toll."

Ähnliches erzählt auch der Künstler Peter Bosshart. Es hat ihn sehr beeindruckt, wie groß die Hilfsbereitschaft so vieler Menschen war. Wie sie mithalfen, Autos vom Hof zu fahren, Bilder in Sicherheit zu bringen. Die Scheune war für ihn Lager- und Präsentationsraum. Große Anerkennung zollt auch Bosshart der Feuerwehr. Erstaunlich fand er, wie sehr auch Feuerwehrleute bemüht waren, Gemälde aus der Scheune zu retten. Vor allem ist er aber dankbar, dass die Feuerwehr "mit so großer Umsicht dafür gesorgt hat", dass Nachbarhäuser und auch sein Wohnhaus – ein Gebäude aus dem Jahr 1790 – gerettet werden konnten.

Am Sonntag versuchte Bosshart, einen Überblick über die erhaltenen Werke zu gewinnen. Dabei stellte er fest, "dass ein Großteil der Bilder gerettet werden konnte." Einige davon seien eigene Werke, andere die anderer Künstler. Einzelne Bilder seien auch beschädigt oder vom Löschwasser nass geworden. Den Wert des Verlusts konnte er noch nicht beziffern.

Lob gibt es aber nicht nur für die Feuerwehr, sondern auch von der Feuerwehr. Man habe von den Betroffen, aber auch von Anwohnern große Unterstützung erfahren, betont Kommandant Haberstroh. Anwohner hatten Einsatzkräfte zusätzlich zum DRK-Ortsverein mit Getränken versorgt, vor allem aber – mit Zuspruch. "Das ist sehr förderlich für die Motivation für die Zukunft und besser als aller materieller Lohn", hält Philipp Haberstroh fest.