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16. Juni 2012 11:19 Uhr

SC Freiburg

Transfers: Bleiben oder gehen?

Knapp zwei Wochen noch, dann geht’s beim Sportclub Freiburg in eine neue Runde, die Sommerpause ist vorbei. Zwei neue Spieler sind bislang verpflichtet, zum einen Max Kruse (24), der vom FC St. Pauli an die Dreisam umzieht, zum anderen Marco Terrazzino (21), der vom Zweitligaabsteiger Karlsruher SC den Schritt in die Erstklassigkeit wagt.

  1. Unterschiedliche Konstellation: Beg Ferati (links) und Erik Jendrisek Foto: schön

Dazu sollen aus der Regionalliga-Mannschaft Angreifer Mounir Bouziane (21) und von den U19-Junioren Abwehrspieler Christian Günter (19) langsam an den Bundesliga-Kader herangeführt werden.

Weitere Verpflichtungen sind an der Schwarzwaldstraße zumindest derzeit nicht geplant. "Wir sind ja in der für uns nicht alltäglichen Lage, keine Stammspieler abgeben zu müssen oder verloren zu haben", sagt Dirk Dufner. Klar ist jedoch, dass der Sportdirektor weiter mit wachem Auge die Lage auf dem Markt sondieren wird. Einen Wunschzettel gibt es nämlich sehr wohl. Und ganz oben steht auf diesem ein Linksverteidiger.

"Eine sehr schwierig zu besetzende Position", weiß Dufner, quasi die ganze Liga suche für den Job links hinten nach geeignetem Personal. Schlaflose Nächte bereitet ihm die Fahndung jedoch nicht. Immerhin ist der SC in der glücklichen Lage, mit Oliver Sorg einen vielversprechenden Akteur mit Perspektive auf dieser Position zu haben. Sorg bildet aber zusammen mit dem Kollegen Mensur Mujdza das einzige gelernte Außenverteidigerpärchen – zudem ist Sorg Rechtsfüßler, mithin also auf der falschen Seite im Einsatz. Verletzt sich einer der Beiden, oder wird einer krank, träfe dies den SC an heikler Stelle.

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Kommt nichts Überraschendes dazwischen, werden die Anhänger des SC am kommenden Mittwoch auch wieder Stefan Reisinger, Erik Jendrisek und Beg Ferati auf der Übungswiese in Aktion sehen können. Wie mit allen übrigen Spielern auch hat es nach der abgelaufenen Saison mit diesen Profis ausführliche Gespräche gegeben. Mit am Tisch: Dufner und Christian Streich. Der Coach und der Sportdirektor haben dem Trio dabei deutlich gemacht, dass sich an ihrer Rolle vermutlich nicht viel ändern dürfte in Zukunft. Alle drei zählen zu den Ergänzungsspielern, die nur sporadisch auf Einsätze hoffen dürfen – meist als Einwechselspieler in der Jokerrolle.

Sollte Ferati ("Ich habe mich noch überall durchgesetzt") darüber unglücklich sein und weg wollen, würde ihm der SC keine Steine in den Weg legen. Interessierte Vereine scheint es bislang aber nicht zu geben – oder aber die Zufriedenheit in Freiburg ist bei ihm, aller Unabwägbarkeiten zum Trotz, eine derart große, dass der Eidgenosse selbst überwiegend sitzenden Tätigkeiten einen hohen Stellenwert einräumt. Ins Reich der Fabel verweist Dufner in diesem Zusammenhang eine Meldung, die jüngst der Kicker verbreitete. Das Zentralorgan der deutschen Balltreterzunft hatte vermeldet, dass sich bei Ferati Hinweise verdichteten, gegen Zahlung einer entsprechenden Entschädigungssumme dem Sportclub den Rücken kehren zu wollen. "Das kann ich definitiv ausschließen", entrüstet sich Dufner. Der SC werde in keinem Fall dafür bezahlen, dass ein Spieler den Klub verlasse: "Dann bleibt er eben hier."

Etwas anders gelagert ist der Fall bei Jendrisek und Reisinger. Beide Akteure haben in Freiburg ihren Stellenwert, beide würde Trainer Streich als Alternativen im Kader akzeptieren. Ob die Spieler jedoch mit ihrer Rolle zufrieden sind? "Durchaus verständlich und nachzuvollziehen" fände es Dufner deshalb, würden Reisinger und Jendrisek, der immerhin 24 Einsätze in der slowakischen Nationalmannschaft zu Buche stehen hat, zu Klubs wechseln wollen, die ihnen mehr Einsatzzeiten garantieren könnten. Keiner von beiden hat aber ein entsprechendes Ansinnen bis dato kundgetan.

In Freiburg gehalten werden soll dagegen der Kroate Ivan Santini, von dessen Qualitäten die sportlich Verantwortlichen überzeugt sind. "Wir streben eine weitere Ausleihe an", sagt Dufner. Und Garra Dembélé? Hier wiederum könnte sich der Sportclub eine Ausleihe vorstellen. Nur: Ein geeigneter Klub ist bislang nicht gefunden.

Gut möglich indes, dass in allen Fällen noch längst nicht aller Tage Abend ist. Die Erfahrung zeigt, dass das Wechselfieber kurz vor Beginn der Saison noch einmal deutlich in die Höhe schnellt. Dann, wenn andere Klubs die ersten Verletzten beklagen oder merken, dass mit dem vorhandenen Personal vielleicht doch nicht alle in Aussicht stehenden Meisterschalen und Pokale abzuräumen sind.

Klar aber ist nun, dass Daniel Ginczek, der beim SC Freiburg im Gespräch war, nicht in den Breisgau wechseln wird, sondern an die Elbe. Der FC St. Pauli wird sein neuer Verein. Der 1,91 große Stürmer war zuletzt von Borussia Dortmund an den VfL Bochum ausgeliehen. Bochums Sportdirektor Jens Todt hatte das Interesse des Sportclub bestätigt und dem SCF gute Karten auf eine Verpflichtung eingeräumt.

SC-Programm: Mittwoch, 27. Juni, Trainingsauftakt; Samstag, 30. Juni, beim SV Zimmern (18 Uhr); Dienstag, 03. Juli, beim SC Wyhl (18.30 Uhr); Samstag, 07. Juli, beim FC Zürich auf dem Sportgelände Frohberg in Stäfa am Zürichsee (17 Uhr); Dienstag, 10. Juli, beim Offenburger FV (18.30 Uhr).


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Fotos: Eine Saisonbilanz des SC Freiburg in Zahlen

Autor: Michael Dörfler