Trauben, Trubel und Träume

Julius Steckmeister

Von Julius Steckmeister

Di, 11. September 2018

Schallstadt

Teilnehmerrekord bei der vierten Weinwanderung zwischen Wolfenweiler und Freiburg-St. Georgen / Musik und Natur.

SCHALLSTADT-WOLFENWEILER. 2015 startete die Winzergenossenschaft Wolfenweiler mit der Wein- und Genusswanderung "Auf den Spuren der Wölfe" einen Versuchsballon. Im vierten Jahr nun ist aus dem Geheimtipp ein Publikumsmagnet geworden. Neben zahlreichen Mehrfachtätern aus der nahen und ferneren Umgebung, die die Tour schon einmal absolviert hatten, waren etliche Wein- und Wanderfreude extra für die Veranstaltung von weiter her angereist.

Extra angereist war auch erneut die Wehrer Blechblasformation Chio Maico Band, die nicht nur unterwegs im Weinberg, sondern anschließend vor der WG bis in die Abendstunden für ausgelassene Stimmung sorgte. In den Vormittagsstunden, genauer kurz vor 12 Uhr, strahlten WG-Geschäftsführer Ernst Nickel und WG-Vorstandsvorsitzender Matthias Meier bereits stärker als die Sonne. "Rekord", verkündete Nickel. Schon in knapp einer Stunde waren mehr Weintickets verkauft worden, als die drei Jahre zuvor, obwohl auch die ersten drei Wolfs-Wanderungen mit Kaiserwetter hatten punkten können. Letztlich sollten dann mehr als 1000 Weintickets über die Tresen der WG, des Winzerhauses Sankt Georg in Freiburg-St. Georgen und der vier Stationen auf der Strecke gehen.

Wer ein Weinticket erwarb, bekam ein Gläschen Sekt. Nicht verkehrt, denn egal, ob beim Winzerhaus Sankt Georg oder bei der WG gestartet wurde, um in den Genuss der phantastischen Ausblicke über die Stadt Freiburg, den Kaiserstuhl und das Rheintal bis hin zu den Vogesen zu kommen, musste man erst einmal bergan.

Gemütliche Genusswanderer stärkten sich gleich an den Startpunkten, wo deftige Mahlzeiten angeboten wurden. Dazu spielte vor der WG der Musikverein Wolfenweiler-Schallstadt auf. Tapfere Asketen hingegen machten sich gleich nach dem Perlwein auf die Socken. Je nachdem, wo gestartet wurde – in Freiburg oder in Schallstadt – wartete nach rund 30 Minuten Gehzeit die erste Station in Form eines Winzer- oder Rebhisli. Und das war gut so, denn die hohen Temperaturen forderten die Wolfswanderer. Insbesondere die Papas hatten gut zu tun, Kinder, Kinderwagen und Kinderfahrräder bergauf zu bekommen – wahlweise mit Muskelkraft oder von Mama unterstützt. Breit gefächert war die Schar der Wanderer: von der Seniorengruppe, über Familien, die sich ebenfalls oft mit Freunden zur Großgruppe zusammengetan hatten, bis hin zu mehr oder weniger mannstarken Cliquen von Mittzwanzigern bis Bestagern war auf der Weinwanderung nahezu alles vertreten, was Füße hat.

Zum großen Gipfeltreffen der Wandergruppen aus beiden Richtungen kam es am Schanzbuck, denn um 13 Uhr war am Winzerhaus Sankt Georgen die geführte Tour aufgebrochen, die nicht nur von WG-Geschäftsführer Nickel, sondern auch von der Chio Maico Band begleitet wurde. Während diese auch an dieser Station fetzig aufspielte, wurden Sauvignon Blanc und Spätburgunder Rosé verkostet, bevor sich die Wege der Wanderer wieder trennten. Die Weinempfehlung am Panoramaplatz, der vorletzten Station vor dem Winzerhaus Sankt Georg, hieß zumindest kurzfristig ausschließlich Spätburgunder Rotwein, denn der Weiße war aus. Jedoch nicht wirklich lange, da das Nachschubmobil von Rolf Ingold unermüdlich entlang der Strecke sauste, um eventuelle Engpässe schnellstens zu beseitigen.

Shuttle-Service mit Oldtimer-Bus

Schnell, so der Tipp erfahrener Wolfs-Wanderer, sollte man auch beim Shuttle-Service sein. Mit dem Oldtimer-Bus konnte, wer die Strecke nicht zweimal laufen wollte, zwischen WG und Winzerhaus fahren. Da das Fahrzeug aber nur über eine überschaubare Zahl an Plätzen verfügt, hieß es rechtzeitig anstehen oder warten – was jedoch an den jeweiligen Endhaltestellen, die mit Musik und Wein zum Verweilen einluden, nicht wirklich schwer fiel. Schwer fiel es auch nicht, trotz Rekordteilnehmerzahl, überall entlang der Strecke ein ruhiges Plätzchen zu finden, um einfach nur in der Natur zu träumen.

Traumhafte Stimmung empfing die Wanderer an Winzerhaus und WG, wo die offenbar unermüdlichen Chio Maicos die Unermüdlichen unter den Wanderern von den Bänken spielten.