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31. Dezember 2010

Trauer um das Universalgenie Wolf Wetzel

Der bedeutende Grenzach-Wyhlener Künstler ist am Mittwoch nach schwerer Krankheit 79-jährig gestorben.

  1. Wolf Wetzel ist tot. Foto: R. Frey

GRENZACH-WYHLEN (ros). Wolf Wetzel ist am Mittwoch im Alter von 79 Jahren gestorben. Erst vor wenigen Monaten ließ er sich beim Konzert einer jungen Cellistin im Haus der Begegnung zu Bravorufen hinreißen. Denn für die Musik konnte sich Wolf Wetzel ebenso leidenschaftlich begeistern wie für die bildende Kunst. Wer ihn einmal erlebt hat, wie er bei seiner eigenen Vernissage als Jazzpianist entspannt in die Tasten griff, wird das nie vergessen. "Er konnte unterhalten, musizieren, fabulieren, hatte das Talent eines geborenen Entertainers", beschreibt ihn Ulrich Hagen, ein guter Freund des Künstlers, der Wetzel als "einen jener seltenen Menschen mit einer breiten, nahezu universellen Begabung" charakterisiert.

Der bekannte Grenzach-Wyhlener Maler gehörte zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten der Region. In zahlreichen Ausstellungen machte sich der Markgräfler Kunstpreisträger einen Namen, so in einer großen Retrospektive zum 75. Geburtstag im Haus Salmegg. Sein Werk ist vielseitig, umfasst abstrakte Farbfeldmalereien im Geiste eines Mark Rothko, gegenständliche Landschaften, experimentelle Materialbilder, dynamisch-expressive Gemälde und originelle Collagen aus rostigen Eisenfundstücken. Als Maler sah sich Wetzel in der Tradition der klassischen Moderne eines Klee oder Cézanne. "Als ich studiert habe, war Klee mein Gott", sagte er über sein Vorbild.

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Als erster deutscher Schüler hatte der 1931 in Grenzach geborene Wetzel nach dem Krieg die Grafikklasse der Kunstgewerbeschule Basel besucht, studierte dann an der Staatlichen Kunstakademie in Stuttgart in der Meisterklasse von Willi Baumeister. Mit 20 Jahren unterbrach er das Kunststudium, da sein Vater erkrankt war, und kehrte in den elterlichen Betrieb, die Walter Wetzel Druckwalzenfabrik, zurück. Er übernahm die Leitung der Firma, später gemeinsam mit seinem Bruder. Der Betrieb entwickelte sich zu einem führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Walzendruckgrafik und -technik. Aus gesundheitlichen Gründen zog sich Wetzel mit Mitte 50 zurück und widmete sich dem künstlerischen Schaffen. Erst Ende 2008 hatte er sein langjähriges, großes Atelier in Grenzach aufgegeben und war in ein kleineres umgezogen.

Maßgeblich prägte Wetzel auch jahrelang die Fasnacht, bis in die 1980er Jahre engagierte er sich aktiv als Regisseur, Kopf und Herz der Grenzacher Zunftabende, sorgte mit seinem Sinn für das Kabarettistische für unvergessliche Inszenierungen. Politisch hatte sich Wetzel Anfang der 70er Jahre für einen Zusammenschluss von Grenzach und Wyhlen eingesetzt. Der Künstler, der auch Mitglied im Verein für Heimatgeschichte war, hatte ein großes Herz und zeigte dies in vielfältigem sozialem Engagement und großzügigen Schenkungen seiner Kunstwerke. Gerne ließ er Kinder in seinem Atelier malen. Im öffentlichen Raum sind die markanten Skulpturen am Kreisel, im Emilienpark oder am Hornrain bleibende Erinnerungen an diesen Künstler.

Autor: ros