Malsburg-Marzell

Trauer um den letzten Farrenhalter in Käsacker

Rolf-Dieter Kanmacher

Von Rolf-Dieter Kanmacher

Di, 13. März 2018 um 15:28 Uhr

Malsburg-Marzell

Am Montag, am Tag seines 89. Geburtstags, ist Fritz Weltin aus dem Ortsteil Käsacker nach kurzer schwerer Krankheit verstorben. Zeit seines Lebens war er mit Leib und Seele Landwirt.

Seit dem Jahr 1970 und über vier Jahrzehnte lang war der weit über seine Heimatgemeinde hinaus geschätzte Verstorbene im Auftrag der Gemeinde auch Farrenhalter und lange Jahre der letzte Landwirt in Malsburg-Marzell, der einen Gemeindebullen betreute.

Aufgewachsen ist Weltin auf dem landwirtschaftlichen Anwesen der Eltern im Käsacker. Er besuchte die Schule in Vogelbach und musste bei Wind und Wetter einen langen Schulweg – natürlich zu Fuß – bewältigen. Er sei der letzte Vollerwerbslandwirt in der Gemeinde gewesen, unterstrich er selbst anlässlich seines 85. Geburtstags. Unterstützt wurde er von seiner aus Malterdingen stammenden Ehefrau Ida, die 2012 verstorben ist.

Auch als Kommunalpolitiker machte sich Fritz Weltin einen Namen: Von 1963 bis 1974 vertrat er seinen Ortsteil im Malsburger Gemeinderat, von 1974 bis 1980 gehörte er dem ersten Gemeinderat der neuen Einheitsgemeinde an. "In dieser Zeit war er an wichtigen und richtungsweisenden Entscheidungen beteiligt. Diese damals getroffenen Entscheidungen wirken sich bis heute positiv für Malsburg-Marzell aus", unterstreicht die Gemeinde in ihrem Nachruf.

Fritz Weltins besondere Vorliebe gehörte aber dem Chorgesang: Bereits 1952 trat er dem Männergesangverein Vogelbach-Malsburg bei und war dort mehr als 50 Jahre lang aktiver Sänger. Auf seinem Hof finden in regelmäßigen Abständen auch die weithin bekannten Platzkonzerte des Chors im Käsacker statt.

Die Trauerfeier mit anschließender Beisetzung findet am Freitag, 16. März, in der Kirche Vogelbach statt.