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11. Mai 2013

Trefflich überspitzt

Zeichnungen, Radierungen und Temperabilder von Gertrude Degenhardt im Georg-Scholz-Haus.

WALDKIRCH. Eine Sonderausstellung mit Werken von Gertrude Degenhardt ist derzeit im Georg-Scholz-Haus Waldkirch zu sehen. Am 13. Mai um 19 Uhr wird Leibinger als Sammler und Bewunderer ihrer Werke durch die Ausstellung führen. Seine lange Eröffnungsrede vermittelte einen ersten Eindruck, mit welcher Begeisterungsfähigkeit er die Führung wird gestalten können. Gezeigt werden auch Werke aus Privatbesitz und aus dem Bestand der Stadt Waldkirch.

Annette Degenhardt, Tochter der Ausstellenden, spielte und sang inselkeltische Weisen. Mutter und Tochter verbringen Teile des Jahres in Irland. Gertrude Degenhardt gestaltet unter anderem auch die CD-Cover ihrer Tochter, und so war die Vernissage eine Gelegenheit mit dem Kauf einer CD "zugleich auch ein kleines Meisterwerk von Gertrude Degenhardts Hand" zu erwerben, bemerkte Leibinger, als er auf den Zusammenhang von Gertrude Degenhardts Grafiken und den Themenkreis Musik einging.

Gertrude Degenhardt war 37 Jahre lang mit Martin Degenhardt (2002 gestorben, dem Bruder von Franz-Josef Degenhardt (2011 gestorben), verheiratet. Martin Degenhardt organisierte Musikfestivals und sein Bruder Franz-Josef war, so Leibinger, "die zentrale Künstlergestalt der linken Liedermacher- und Folk-Freaks-Szene". Gertrude Degenhardt sei als Malerin, Zeichnerin, Grafikerin, Kalligrafin, preisgekrönte Buchillustratorin und Gewinnerin mehrerer internationalen Grafikbiennalen, die Muse dieser Szene. Der linken Bewegung programmatisch verbunden im Engagement für die Freiheit der Persönlichkeit, für Demokratie und soziale Gerechtigkeit, gegen Rassisten und Militaristen habe diese Werthaltung eindrucksvolle Spuren in ihrem Werk hinterlassen. Leibinger verwies als Beispiel auf die Grafik "Soldaten". Lieder, Musik, Tanz, die Lebensfreude, aber auch die Qual der Musikanten seien weitere bevorzugte Themen. Außerdem sei sie eine authentische Interpretin des Irish Way of Life und der Seele der westirischen Berglandschaft der Connemara. Ein Beispiel ist "At Kenny’s Bookshop Great Art Gallery", ein Gemälde Tempera auf Holz im Vorraum des Obergeschosses.

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Die Beispiele zeigen, dass sie mit den für ihren Stil charakteristischen Überspitzungen die Welt abbildet, wie sie ist. Sie sei eine genaue, dabei aber eine lachende Beobachterin allgemein menschlichen Verhaltens. In den letzten Jahren ist großformatige, farbige Malerei zu einem Schwerpunkt ihrer Kunst geworden, und obwohl Bilder in Tempera auf Holz schon lange zu ihren Meisterwerken zählen, wird immer ihr Genie als Zeichnerin und als graphische Künstlerin besonders angesprochen.

Für die Werkauswahl dieser Ausstellung sei ihre besondere künstlerische Kraft als Zeichnerin als durchgängige Grundlage der verschiedensten von ihr eingesetzten Techniken betont worden, sagte Leibinger. Ein weiterer Grund war, dass ihre Popularität über die Jahre vor allem gewachsen sei mit der Vielzahl und großen Vielfalt ihrer Zeichnungen mit Stift, Gänsekiel und Tuschfeder und mit der darauf basierenden Graphik.

Info: Sonderausstellung Gertrude Degenhardt – Zeichnungen, Radierungen und Temperabilder – bis 26. Mai. Führung durch die Ausstellung mit OB Richard Leibinger am Montag, 13. Mai, 19 Uhr. Öffnungszeiten: Donnerstag und Freitag 15 bis 18 Uhr, Samstag, Sonn- und Feiertag 10 bis 13 Uhr.

Bildergalerie von der Ausstellung unter http://www.georg-scholz-haus.de

Autor: ehb