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10. Oktober 2011
Andreas Raelert schafft’s auf Rang drei
Australier Craig Alexander gewinnt Ironman auf Hawaii / Freiburger Andreas Böcherer wird Achter.
KAILUA KONA (dpa/sid/BZ). Ein Zusammenprall, eine Platzwunde, eine Aufholjagd bei 55 Grad – Andreas Raelert erlebte vor paradiesischer Kulisse sein ganz persönliches Drama. Als Favorit gestartet, blieb dem Triathlon-Ass aus Rostock beim Ironman auf Hawaii als Dritter am Ende nur eine Nebenrolle. Dennoch war der 35-Jährige nach dem schnellsten Rennen in der 33-jährigen Historie des härtestens Ironmans zufrieden mit sich und der Welt.
"Ich habe alles probiert. Aber heute waren einfach zwei Sportler besser", sagte Raelert. "Da ich alles gegeben habe, bin ich nicht enttäuscht." Im kommenden Jahr will er wieder angreifen, dann mit seinem diesmal noch verletzten Bruder Michael. "Die Hoffnung, dass ich das Potenzial habe und das Rennen doch einmal gewinnen zu können, die ist weiterhin da. Mit meinen 35 Jahren habe ich noch genug Luft nach oben", sagte er zu Triathlon TV. Immerhin stand Raelert zum dritten Mal hintereinander auf dem Podium und stellte dieses Mal in 8:11:07 Minuten eine persönliche Bestzeit beim Höllentrip auf.
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Die Krone hätte auch Raelert gern getragen. Nach Platz drei 2009, Rang zwei 2010 und der Weltjahresbestzeit im Juli in Roth sprach vieles für ihn. Wieder einmal zeigte sich aber, dass der Ironman auf Hawaii unberechenbar ist.
In der Wechselzone nach dem 3,86 Kilometer langen Schwimmen im Pazifik war Raelert mit einem Konkurrenten zusammengestoßen, zog sich eine Platzwunde zu, taumelte kurz und machte sich dann doch auf den 180,2 Kilometer langen Weg mit dem Rad.
In der Gluthitze der hawaiianischen Lavafelder durfte Raelert lange vom großen Wurf träumen. Vom achten Platz nach dem Radfahren aus blies der Vorjahreszweite zur Aufholjagd und verkürzte den Rückstand auf den mittlerweile führenden Alexander zeitweise bis auf 2:30 Minuten. Der Australier spürte Raelerts Atem förmlich im Nacken und musste volles Risiko gehen. "Andy hat Druck auf mich gemacht. Da wusste ich, ich muss alles hineinwerfen", sagte Alexander. Der 38-Jährige sorgte mit der zweitschnellsten Marathon-Zeit schließlich für klare Verhältnisse. Schneller war nur Jacobs, der knapp zehn Kilometer vor dem Ziel zu Raelert auflief und in der Schlussphase die größeren Reserven hatte. Beim Zieleinlauf auf dem Alii Drive in Kailua Kona klatschte sich der Mecklenburger trotzdem zufrieden mit den Zuschauern ab.
Timo Bracht aus Eberbach als Fünfter, Andreas Böcherer aus Freiburg als Achter und der Münchner 2005-Champion Faris Al-Sultan auf Platz zehn komplettierten den bemerkenswerten deutschen Gesamterfolg. Böcherer war als einziger Teilnehmer aus der Region in der Männer-Hauptklasse am Start. Der 28-Jährige hatte in diesem Jahr seinen bislang größten Erfolg mit dem Gewinn der Europameisterschaft auf der halben Ironman-Distanz gefeiert.
Bei den Frauen war Chrissie Wellington erneut eine Klasse für sich. Die Britin setzte sich in hervorragenden 8:55:08 Stunden zum vierten Mal durch. Der 34-Jährigen war bereits von 2007 bis 2009 ein Hattrick gelungen. Im vergangenen Jahr hatte sie verletzungsbedingt absagen müssen. Beste Deutsche wurde Sonja Tajsich (Regensburg) als Siebte.
Autor: dpa
