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30. Juli 2010
Weltmeister Daniel Unger
Daniel Unger: "Der Sport ist eine gute Schule für das Leben"
BZ-Interview mit Daniel Unger, dem Triathlon-Weltmeister von 2007, der am Samstag in Offenburg am Start sein wird.
TRIATHLON. Daniel Unger, der Weltmeister von 2007, ist einer der Protagonisten dieser Sportart. Im Interview äußert der Vater eines Sohnes sich über Themen wie Sport, Familie und Zukunftsplanungen.
BZ: Wie sieht Ihre Karriereplanung aus?Unger: Mein Ziel ist, bei den Olympischen Spielen 2012 in London ein gutes Ergebnis zu erreichen. Die Strecke liegt mir, da es ein schnelles Rennen ist. Toll ist auch, dass durch die nicht zu weite Entfernung Freunde und Familie mit dabei sein können.
BZ: Bei den Olympischen Spielen 2012 in London werden Sie 34 Jahre alt sein. Was kommt danach?
Unger: Das hängt von meiner Gesundheit und Motivation ab. Eventuell möchte ich nach London für ein bis zwei Jahre auf die Langdistanz wechseln. Dann wird es aber auch irgendwann Zeit, über ein Ende meiner Triathlonkarriere nachzudenken.
BZ: Wie oft trainieren Sie?
Unger: Ich trainiere dreimal täglich. In der Woche sind das 25 bis 32 Stunden. Ruhepausen gibt es sehr selten, nur im Urlaub oder bei besonderen Ereignissen. An den Tagen vor Wettkämpfen erholen sich Profisportler nicht. Für den Körper ist es gesünder, ein lockeres Training zu haben.
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Unger: Mit der Geburt meines Sohnes hat sich viel für mich verändert. Ich verbringe daher viel Zeit mit meiner Familie. Neben dem Triathlonsport unterstütze ich auch Events und organisiere Trainingslager. Das ist eine Aufgabe, die ich mir gut für die Zeit nach meiner Triathlonkarriere vorstellen kann.
BZ: Wie motivieren Sie sich für das hohe Trainingspensum?
Unger: Wichtig ist, dass man sein Ziel verfolgt und das Training dafür durchzieht. Klar, es gibt immer wieder Tage und Momente, wo man keine Lust hat. Aber da der Sport mein Beruf ist, raffe ich mich auf und trainiere. Während andere Menschen ins Büro gehen, absolviere ich meinen Trainingsplan.
BZ: Sind Sie vor Rennen aufgeregt?
Unger: Ich bin vor jedem Rennen aufgeregt. Die Aufregung gehört einfach zu jedem Wettkampf dazu. Dagegen kann man nichts machen.
BZ: Wie ernähren Sie sich kurz vor und während des Rennens?
Unger: Zwei bis drei Tage vor dem Rennen sollte man viele Kohlenhydrate wie Nudeln oder Kartoffeln essen. Am Renntag sollte das Frühstück dreieinhalb Stunden vor dem Wettkampf eingenommen werden, und es sollte leicht verdaulich sein. Auf Milch, Eier und Müsli sollte man verzichten. Während des Rennens selbst nehme ich nur Flüssigkeit zu mir, da ich nicht länger als eine Stunde und vierzig Minuten unterwegs bin.
BZ: Wie oft findet bei Ihnen eine Dopingkontrolle statt?
Unger: Als Weltcupteilnehmer befinde ich mich in der höchsten Kontrollstufe. Eine Kontrolle ist jeden Tag und überall möglich. Im Jahr werde ich etwa 15 bis 20 Mal kontrolliert.
BZ: Nimmt der Sport für Sie seit der Geburt Ihres Sohnes einen anderen Stellenwert ein?
Unger: Der Sport ist und bleibt ein wichtiger Teil meines Lebens, da er mein Beruf ist. Dies kommt auch wieder meiner Familie zu Gute. Aber es hat sich viel verändert, besonders emotional. Ich freue mich nun viel mehr auf das Heimkommen, und der Abschied fällt mir viel schwerer.
BZ: Hat der Sport Sie verändert?
Unger: Ja, der Sport ist eine gute Schule für das tägliche Leben. Da man Probleme und Extremsituation neu bewältigen muss, formt der Sport einen in eine positive Richtung.
BZ: Wie wichtig finden Sie es, dass es Triathlon-Veranstaltungen auch für Hobbysportler gibt?
Unger: Mit den Wettkämpfen für Amateursportler möchte man Interesse wecken und Werbung für den Sport machen. Begeisterte Teilnehmerinnen und Teilnehmer berichten über den Sport, den Sie ausüben, und begeistern wieder andere Menschen dafür, Sport zu treiben. Umso mehr sich eine Sportart zum Breitensport entwickelt, desto größer sind die Chancen, neue Talente und Spitzensportler ausfindig zu machen. Besonders der Triathlon wird sich weiter entwickeln. Denn gerade die unterschiedlichen Anforderungen der drei Disziplinen beim Triathlon machen ihn so interessant.
BZ: Wie fit sollte man für einen Triathlon sein?
Unger: Eine Grundfitness bis mittlere Fitness sollte schon vorhanden sein. Mit einem regelmäßigen Sporttraining und einer ordentlichen Portion Motivation kann man die kurze Sprintdistanz sehr gut absolvieren.
BZ: Eignet sich der Triathlon-Sprint als Einstieg?
Unger: Ja, sehr! Die Sprintdistanz fordert nur eine geringe Belastungsdauer, ist gesünder und überschaubar. Wenn man über eine Grundfitness verfügt und fünf bis sechs Wochen konsequent trainiert, kann man den Kurzwettkampf problemlos schaffen. Wichtig ist, dass man sich mit kleinen Zielen nach vorne arbeitet. Denn der Spaß sollte auf jeden Fall im Vordergrund stehen! Am besten ist es, wenn man sich einer kleinen Gruppe anschließt und ein bis zweimal die Woche abwechselnd alle drei Sportarten trainiert.
Autor: dani,syl,udk


