Das Schluchsee-Feeling ist kaum zu übertreffen

Karl-Hermann Murst

Von Karl-Hermann Murst

Mo, 16. Juli 2018

Triathlon

Timo Hackenjos gewinnt den Schwarzwaldcup beim Schluchsee-Triathlon mit einer souveränen Leistung / Adrian Schuler auf Platz sieben und Ludwig Schott wird 23.

TRIATHLON. Die traumhafte Kulisse, die hervorragende Organisation und die vielen Zuschauer an den Strecken des Schluchsee-Triathlons sind kaum von einem anderen Wettkampf in dieser Sportart zu übertreffen. Dazu gesellen sich noch mit Markus Wild und Achim Seiter zwei Sprecher, die mit viel Fachkenntnis die Zuschauer informieren und unterhalten. Peter Mayerlen, der Geschäftsführer des Baden-Württembergischen Triathlon-Verbands (BWTV), war schon vor dem Wettkampf guten Mutes, dass es wieder eine sehr gute Veranstaltung wird – und er sollte Recht behalten.

Mit neuem Konzept , neuem Sponsor und neuem Namen ist die Triathlonliga Baden-Württemberg in das Wettkampfjahr gestartet. In Schluchsee wurden in diesem Jahr die Meister in den Landesligen Süd und Nord sowie in der Mastersliga und der Landesliga der Frauen ermittelt. Gleichzeitig wurden auch die Aufsteiger in die Baden-Württemberg-Liga (Liga Süd ein Aufsteiger/Landesliga Nord drei Aufsteiger) ermittelt. Daneben gibt es auch noch eine Einzelwertung in den verschiedenen Ligen. Trotz des Fehlens der zwölf besten Männermannschaften und acht besten Frauenteams aus Baden-Württemberg sahen die Zuschauer erneut hochklassigen Triathlonsport am Schluchsee.

Hinzu kommt die Attraktivität des Schwarzwaldcups. Dieser Wettbewerb ist eigentlich für Hobby- und Freizeit-Triathleten gedacht. Aber viele Toptriathleten, die in keiner der teilnehmenden Ligamannschaften starten, nutzen die Gelegenheit, bei Topbedingungen ihr Können unter Beweis zu stellen. Als Jürgen Kaiser, der Bürgermeister von Schluchsee, den Startschuss zum ersten Wettbewerb gab, wurde die Wassertemperatur mit 21,6 Grad Celsius gemessen. Aufatmen bei den Teilnehmern, bei denen das Schwimmen nicht die stärkste Disziplin ist. Denn der Neoprenanzug ist bei Wassertemperaturen bis 22 Grad erlaubt. Er dient als Kälteschuss, verhilft aber vielen Triathleten, die technisch nicht zu den besten Schwimmer gehören, durch den Auftrieb zu einer besseren Wasserlage und damit zu einer schnelleren Schwimmzeit.

Überragender Athlet beim Triathlonrennen um den Schwarzwaldcup war Timo Hackenjos aus Kirchzarten. Der Informatikstudent zeigte in allen drei Disziplinen seine Klasse, die ihn seit seiner Jugend auszeichnet. Die 1500 Meter lange Schwimmstrecke legte er im Alleingang in starken 18:09 Minuten zurück: Die Athleten müssen nach 750 Metern aus dem Wasser und einen kleinen Bogen laufen, anschließend legen sie die zweiten 750 Meter zurück. Durch den kurzen Landgang wird die erste Triathlondisziplin für die Zuschauer spannender und greifbarer. Die nicht leichte 36 Kilometer lange Radstrecke legte Hackenjos in 55:31 Minuten zurück und auf der zehn Kilometer langen Laufstrecke (vier Rungen) zeigte er sich stark verbessert und lief eine Zeit von 34:11 Minuten. Seine herausragende Endzeit: 1:50,16 Stunden. Auf Platz zwei kam mit Janik Gruber (Team Kögel Touristik/2:02,43 Stunden ) ein junger Athlet vom Bodensee und Dritter wurde Thomas Bächle (2:07,12).

Adrian Schuler schnellster Hochschwarzwälder

Der ehemalige Skilangläufer Adrian Schuler, der im vergangenen Jahr schon am Schluchsee-Triathlon teilgenommen hatte, zeigte sich gegenüber dem vergangenen Jahr verbessert und wurde Siebter. Jahrelang hatte er früher bei dieser Veranstaltung mitgeholfen, jetzt hat er selbst den Spaß am Triathlon entdeckt. Beim Schwimmen verlor er den am Fußgelenk befestigten Transponder, seine Einzelzeiten konnten deshalb nicht ermittelt werden. Mit der Endzeit von 2:12,16 Stunden war er sehr zufrieden. Schuler hat sich an seinem Studienort dem Triathlonverein Karlsruher Lemminge angeschlossen, aus dem so namhafte Athleten wie Hawaii-Ironmansieger Sebastian Kienle hervorgegangen sind. Wichtig ist ihm dort vor allem das gemeinsame Schwimmtraining, die erste Triathlondisziplin ist nach wie vor die Schwachstelle des Hochschwarzwälders.

Der für den WSV Titisee startende Skilangläufer Ludwig Schott kam als 23. ins Ziel. Nach der guten Schwimmzeit von 25:44 Minuten (16. Platz) verbrachte er in der Wechselzone etwas mehr Zeit als die meisten anderen Athleten, was seiner Unerfahrenheit im diesem Sport geschuldet ist. Durch eine sehr gute Radzeit von 1:04,41 Stunden konnte er sich knapp hinter Adrian Schuler vor dem letzten Wechsel einordnen. Für die zehn Kilometer Laufen brauchte Schott 44:10 Minuten. Er beendete den Wettkampf nach 2:19,30 Stunden.

Alexander Färber nach starker Laufleistung 35.

Alexander Färber, der älteste der drei Hochschwarzwälder Teilnehmer – in wenigen Tagen wird er 48 Jahre alt – hinterließ als 35. im Gesamtklassement ebenfalls erneut einen guten Eindruck. Das Schwimmen ist, trotz Kraulkurs im Winter, noch nicht sein Ding. "Ich bin die ganze Strecke wieder im Bruststil geschwommen", sagte er im Ziel. Der in Ewattingen wohnende Ex-Fußballspieler benötigte für die 1500 Meter im Wasser 31:16 Minuten. Auf dem Rennrad startete er eine Aufholjagd. " Ich konnte auf dem Rad etliche Athleten überholen." Für die 36 Kilometer brauchte er 1:06,29 Minuten, das war die 34. Zeit. Dann schlüpfte er in die Laufschuhe. Auch in der letzten Triathlondisziplin holte er stark auf. "Ich überholte einen Athleten nach dem anderen. Es lief wirklich sehr gut", sagte Färber. Unterwegs wurde er immer wieder von seiner Frau und seiner Tochter angefeuert. Für die zehn Kilometer Laufen brauchte er 39:59 Minuten, das war die siebte Laufzeit. Am Ende blieben die Uhren für den Altersklassen-Athleten bei der sehr guten Zeit von 2:22,46 Minuten stehen.

In der Landesliga Süd gab es zwei erste Plätze. Die LG Steinlach-Zollern und der TNB Malterdingen teilten sich den Platz ganz oben auf dem Podest. Wer in die erste Liga aufsteigt, wird nun vom Verband geklärt. Das Tri Team Freiburg kam auf den dritten Platz. Die Einzelwertung gewann Nicolas Mehrer (LG Steinlach-Zollern), Sven Bockstatt (TNB Malterdingen) wurde Dritter. Bürgermeister Jürgen Kaiser zeigte sich einmal mehr beeindruckt von dem Sport, der geboten wurde und dankte dem Ausrichter und den vielen Helfern aus den Vereinen, ohne die eine solch große Veranstaltung nicht zu stemmen wäre.