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18. November 2011 19:30 Uhr
Breitensport
Hauptsponsor steigt aus – Triathlon Rheinfelden auf der Kippe
Schlechte Nachrichten für die Sportfans am Hochrhein: Der Rheinfelder Triathlon steht vor einer ungewissen Zukunft. Ein Nackenschlag für die Veranstalter ist der Ausstieg des Hauptsponsors Naturenergie.
Die dritte Veranstaltung endete erstmals nicht im Minus. Auch Aktionsgelände und die Teilnehmerzahlen stimmten. Dennoch steht die Fortsetzung der sportlichen Großveranstaltung Triathlon Rheinfelden auf der Kippe. Ohne Sponsoren sehen die Vorstandsmitglieder Reinhard Börner und Gunter Kunze das Aus kommen. Denn der Hauptförderer ist unerwartet ausgestiegen. Ein Nachfolger für Naturenergie aber ist noch nicht in Sicht und für die Organisatoren läuft die Uhr. Spätestens in vier Wochen muss der Wettbewerb ausgeschrieben werden.
Die Spitze des Triathlonvereins setzt deshalb zur Zeit alles daran, Förderer zu finden. Es wird das Gespräch mit den regionalen Firmen und Unternehmen gesucht. Der Durchbruch allerdings ist noch nicht geschafft. Um die Sportveranstaltung zu finanzieren, müssen rund 20.000 Euro über Sponsoren zusammenkommen. Nur mit Startgeldern, Unterstützungsleistungen auch der Stadt und Sachspenden lässt sich der Kraftakt nicht bewältigen. Alle denkbaren Modelle, um die Finanzierung sicherzustellen, geht der Vorstand derzeit durch und putzt Klinken, denn der "Triathlon soll weitergehen", wünscht sich Börner. Nicht nur er. Auch die Stadtverwaltung hat ein Interesse daran, mit diesem Wettbewerb, der im Mai zuletzt fast 1000 Sportler, Begleiter und Zuschauer an den Hochrhein gebracht hat, den Tourismus zu fördern, Naherholung und der Imagepflege geleistet wird.
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Börner und Kunze haben zwar versucht, Naturenergie als Hauptsponsor zu halten, für deren Engagement in der Startphase die Veranstalter sich sehr dankbar zeigen. Laut Börner aber wolle das Unternehmen sein Engagement dennoch neu ausrichten. Somit herrscht im Vorstandsteam Ratlosigkeit, wie es weitergehen soll. Auch der Anlauf, ein anderes Energieunternehmen zu gewinnen, scheint schon wieder ausgebremst. Börner und Kunze, die neben dem Triathlonverein als Träger der Veranstaltung als persönliche Hauptverantwortliche in der Triathlon GmbH finanziell haften und beim Start das Minus trugen, suchen nun nach der Lösung, die aus der Sackgasse führt.
Das Finanzierungsproblem trifft die Veranstalter ausgerechnet in der Phase, wo sich der Erfolg als fester Begleiter abzuzeichnen schien. Nach den Streckenexperimenten in den ersten beiden Jahren für Läufer, Schwimmer und Radler, gilt das Aktionsgelände, Radeln am Dinkelberg, Stadtrundlauf durch beide Rheinfelden und Schwimmen im Rhein zwischen Inseli und Warmbacher Ruderclub für die Mittel- und die olympische Distanz inzwischen als erprobt. Auch bei den Streckengenehmigungen gelten die Probleme als erledigt.
Der baden-württembergische Triathlonverband, der in diesem Jahr erstmals auch für die Teilnahme von Spitzensportlern wie Norman Stadler und Tim Lange sorgte, habe sich laut Günter Kunze "sehr zufrieden" gezeigt mit dem Angebot. Dies lässt sich auch in mehreren Fachzeitschriften und einem Schreiben an die Verwaltungsspitze nachlesen. Dennoch hat die Liga für 2012 dem Austragungsort Rheinfelden eine Absage erteilt, weil es terminlich zu eng werde, meint Kunze.
Ein Triathlon ohne Ligawertung allerdings hält das Vorstandsteam für keinen so großen Verlust. Finanziell nämlich brige die Liga der Veranstaltung "kein Plus". Es müssen 400 Leute auch verköstigt und versorgt werden. Als Imagefaktor allerdings und Steigerung der Qualität erweise sich die Liga-Teilnahme als "nicht schlecht", erklären beide.
Doch um die sportliche Qualität des Triathlon machen sich Börner und Kunze eigentlich keinen Sorgen. Dass hier gute Arbeit geleistet werde, sei in der Sportszene inzwischen, wie die Reaktionen zeigen bekannt. Der Triathlon Rheinfelden habe "einen guten Stellenwert", heißt es. Börner und Kunze hoffen, dass sich davon auch Großunternehmen vor Ort und in der Region überzeugen lassen. Denn davon die bisher im Vergleich günstigen Startgelder (30 bis 100 Euro) kräftig hochzuziehen, hält die Vereinsspitze für keine sinnvolle Lösung. Die kann wohl nur ein Hauptsponsor bieten oder mehrere Sponsoren, die die Finanzierungslücke schließen. Wenn die allerdings nicht bis Ende Dezember stehen, werden sich die 50 Sportler, die sich bereits für 2012 angemeldet haben, ohne dass dafür die Werbetrommel gerührt wurde, einen anderen Wettkampfort suchen müssen. Rheinfelden wäre dann aber auch um eine sportliche Attraktion und eine eine Veranstaltung ärmer.
- Rückblick: "Ironman" Stadler gewinnt in Rheinfelden
Autor: Ingrid Böhm-Jacob


