Was braucht es für einen Triathlon?

Jürgen Ruoff

Von Jürgen Ruoff

Fr, 13. Juli 2018

Triathlon

Alexander Färber, Ex-Fußballer und Hobbyläufer, macht zum zweiten Mal beim Schluchsee Triathlon mit – seine Ausrüstung, sein Training.

TRIATHLON. Wer mit dem Fahrrad zum Freibad fährt, anschließend ein paar Meter schwimmt und irgendwann auch noch schnell am Becken entlangläuft, macht schon einen kleinen Triathlon. Alexander Färber hatte für seine Triathlonpremiere die etwas schwierigere Variante gewählt: den Schwarzwaldcup beim Schluchsee-Triathlon – 1500 Meter Schwimmen, 36 Kilometer Radfahren und zehn Kilometer laufen. "Jeder Freizeitsportler, der einigermaßen trainiert ist, kann die olympische Triathlondistanz schaffen", sagt Färber. Weitere unabdingbare Zutaten sind ausgeprägter Wille und Trainingsfleiß.

Die Basis

Der 47-Jährige, der in Ewattingen wohnt, muss es wissen. Denn er ist Freizeitsportler. Er hat den Schwarzwaldcup in Schluchsee im vergangenen Jahr erfolgreich gemeistert und geht am Samstag erneut an den Start (14 Uhr). Färber arbeitet als Lack-Laborant, er ist verheiratet und hat eine Tochter. 30 Jahre kickte er für den SV Ewattingen bis er mit 39 seine Laufbahn beendet hat. "Ewattinger Rekordspieler", sagt er schmunzelnd, er war einer der Leistungsträger "in den goldenen 1990er Jahren", als der SV Ewattingen in der Bezirksliga spielte.

Sein Training

Nach der Fußballer-Laufbahn hat er intensiv angefangen zu laufen. 2009 hat er erstmals am Halbmarathon in Bräunlingen teilgenommen und sich mit ein paar Kumpels "aus einer Bierlaune heraus" für den Berlin-Marathon angemeldet. 3:23 Stunden brauchte er bei der Premiere für die klassische 42,195-Kilometer-Distanz, eine hervorragende Zeit für einen Einsteiger. Anschließend lief er Marathon in Bräunlingen, Freiburg und 2014 stellte er in Berlin mit 2:58 Stunden seine Bestzeit auf. "Da war ich richtig stolz", ruft seine Frau, die selbst gemachten Johannisbeersaft und Ananas serviert. Im Schnitt läuft Färber viermal die Woche, 50 bis 60 Kilometer kommen so zusammen. Zwei Paar Laufschuhe verschleißt er pro Jahr: "Nach 1000 Kilometern sind sie durch."

Das Rennradfahren, das er als Jugendlicher schon mal betrieben hatte, rückte auch wieder in seinen Fokus. 2015 hatte er einen Tagesstart beim Riderman, 2017 absolvierte er alle drei Tage bei der Veranstaltung. Mehrmals die Woche legt er die zwölf Kilometer zur Arbeit nach Stühlingen mit dem Rennrad zurück, abends dreht er eine etwas größere Runde von anderthalb Stunden, auf der sich rund 1000 Höhenmeter summieren. "Wenn man diese beiden Disziplinen trainiert, ist der Schritt zum Triathlon nicht mehr weit", sagt Alexander Färber, "ich hatte schon den Wunsch, mal einen Triathlon zu machen. Ich wollte einfach sehen, ob ich das schaffe". Das Schwimmen ist beim typischen Schwarzwälder oft ein Problem, da bildet Alexander Färber keine Ausnahme. Er ist nach Blumberg ins Freibad gegangen, um zu schauen, ob er 1500 Meter überhaupt schafft: "Der Test verlief positiv, also habe ich mich für den Schluchsee-Triathlon angemeldet." Kraulend hat er im Wettkampf nur die ersten Meter zurückgelegt, "ich habe dann gemerkt, dass ich vom Kurs abkomme". Anschließend hielt er sich im Bruststil über Wasser. Im Winter hat er einen Kraulkurs belegt, das Hallenbad ist in Ewattingen nur wenige Schritte entfernt. "Es hat was gebracht, ich will den Kraulanteil beim Schwimmen am Samstag im Wettkampf erhöhen. Das ist mein Ziel." Mit dem Schwimmtraining hat er erst wieder vier Wochen vor dem Wettkampf begonnen: "Kraulen ist nicht meine Stärke, aber ich weiß, dass ich mit Brust über die Strecke komme."

Die Ausrüstung

Die Schwimmbrille hat Alexander Färber "einfach bestellt", wie er lapidar sagt und Glück gehabt, dass sie passt. Denn auch bei den Schwimmbrillen gibt es unterschiedliche Größen und man muss diejenige finden, die zur eigenen Augenhöhle passt. Den Neoprenanzug ("ich komme damit klar"), der beim Schwimmen vor Kälte schützt und anschließend in der Wechselzone abgelegt wird, hat er sich über einen Kleinanzeigenmarkt besorgt, ebenso den Triathloneinteiler, den er beim Schwimmen unter dem Neoprenanzug trägt und in dem er anschließend sowohl das Radfahren als auch das Laufen absolviert. Das Rennrad ist laut Färber 15 Jahre alt, Radschuhe und Helm, der Pflicht ist, kommen auf ein ähnliches Alter. "Der Helm müsste mal ausgetauscht werden", sagt Alexander Färber und grinst dazu verschmitzt. Immer mal wieder schimmert sein trockener Humor durch. Nach dem Radfahren wird der Helm in der Wechselzone abgelegt, Laufschuhe ersetzen die Radschuhe. Wenn die Sonne scheint, ist beim Laufen eine Schildmütze empfehlenswert.

Seine Erfahrungen

"Mit dem Neoprenanzug ist das Schwimmen halb so schlimm", erzählt Alexander Färber, "ich hatte mir letztes Jahr einen geliehen und habe das Schwimmen besser überstanden als befürchtet". Der Neoprenanzug verbessert den Auftrieb, gemäß Sportordnung der Deutschen Triathlon-Union darf er bis 22 Grad Wassertemperatur bei einer Schwimmstrecke bis zu 1500 Metern getragen werden. "Wenn man nach dem Schwimmen aus dem Wasser kommt, läuft man die ersten Meter wie benommen", erinnert sich Färber. Der Weg vom See bis in die Wechselzone ist beim Schluchsee Triathlon relativ lang. Das Ausziehen des Neoprenanzugs sei eine Murkserei gewesen. Färber hat nach dem Wettkampf im Vorjahr die Wechselzeiten verglichen und bemerkt, dass er fast doppelt so lang in der Wechselzone zugebracht hat wie andere Athleten. "Die Wechselzeit ist noch optimierbar", sagt er, deshalb bezeichnet man die Wechsel im Triathlonsport auch als die vierte Disziplin.

Als Alexander Färber wieder festen Boden unter den Füßen hatte, fühlte er sich wohler. "Beim Radfahren habe ich viele überholt, das hat mich motiviert", erzählt er. Die 18-Kilometer-Strecke in Schluchsee, die zweimal absolviert werden muss, ist selektiv. "Die Anstiege kommen mir als Schwarzwälder entgegen", sagt er und grinst. Als "hart" empfand Färber den ersten Laufkilometer, "bis man den Rhythmus gefunden hat". Die Umstellung vom Radfahren zum Laufen ist für die Muskeln gravierend. Deshalb sollte man in der Trainingsphase immer mal wieder ein Koppeltraining einstreuen: Gleich nach dem Radfahren die Laufschuhe anziehen und noch ein paar Kilometer joggen. "Ich habe letztes Jahr die Strecke beim Schluchsee-Triathlon ohne Einbruch gut geschafft", sagt er, "es hat Spaß gemacht. Es ist eine tolle, gut organisierte Veranstaltung praktisch vor der Haustüre." Und deshalb geht Alexander Färber am Samstag wieder an den Start. Toi, toi, toi.

Zeitplan Schluchsee-Triathlon, Samstag, 14. Juli, 12 Uhr: Start Landesliga Nord; 12.15 Start Landesliga Süd; 13 Uhr: Landesliga Frauen; 13.20 Uhr Mastersliga (Senioren); 14 Uhr internationaler Schwarzwald-Cup.

Mehr Informationen unter: http://www.triathlon-schluchsee.de