Jahresrückblick

Über 1500 Gäste kamen zum ersten Neujahrsempfang der Stadt unter OB Martin Horn

Joachim Röderer

Von Joachim Röderer

Mi, 09. Januar 2019 um 19:47 Uhr

Freiburg

In seiner ersten Neujahrsrede hielt Horn ein Plädoyer für den Stadtteil Dietenbach. Rückblickend betonte er außerdem: "Der Freiburg-Zug ist trotz des Wechsels an der Stadtspitze nicht entgleist."

So manches war anders beim Neujahrsempfang der Stadtverwaltung im Konzerthaus: Es gab ein Rahmenprogramm mit Chorgesang und Showtanz. Neu war auch der Mann am Mikrofon: OB Martin Horn hielt am Mittwochabend vor 1500 Gästen im Konzerthaus seine erste Neujahrsrede (Fotos). Er blickte auf sein erstes halbes Jahr im Amt und auf kommende Themen und Ereignisse. Zentrale Herausforderung sei das Thema Wohnen. Freiburg brauche den Stadtteil Dietenbach, weil es sonst zu noch mehr sozialer Ungerechtigkeit käme.

"Damit rechneten damals gewiss die wenigsten." Martin Horn
1500 Gäste waren ins Konzerthaus gekommen, 400 mehr als im vergangenen Jahr. Damals hatte Martin Horn noch als frisch gekürter OB-Kandidat teilgenommen. Gestern nun stand er am Rednerpult: "Damit rechneten damals gewiss die wenigsten", wie Horn anmerkte. Er zitierte einen Stadtrat, der für Freiburgs Ereignis des Jahres das Bild eines Zuges wählte, der bei voller Fahrt die Lokomotive wechselte und dann harmonisch und ergebnisorientiert weitergefahren sei. "Der Freiburg-Zug ist trotz des Wechsels an der Stadtspitze nicht entgleist", so Horn. Ganz im Gegenteil, man habe in den vergangenen Monaten vieles auf den Weg gebracht.

Horn dankte explizit seinem Amtsvorgänger Dieter Salomon

Der OB nannte die Fertigstellung der Kronenbrücke und des Innenstadtrings, er verwies auf das neue Rathaus im Stühlinger – alles Projekte mit langem Vorlauf. Horn dankte an dieser Stelle explizit seinem Amtsvorgänger Dieter Salomon für dessen Arbeit. Er führe als junger Oberbürgermeister vieles weiter, was schon angestoßen wurde oder in der Umsetzung sei. Er tue dies aus Überzeugung. Denn vieles sei auf dem "richtigen Gleis".

Den meisten Raum in der Rede nahm das Thema Wohnen ein. Freiburg habe mit die höchsten Mieten in Deutschland, was viel sozialen Sprengstoff berge. "Wir dürfen nicht zulassen, dass junge Familien, Studierende, Rentner, Gering- und Normalverdienende aus der Stadt gedrängt werden, weil sie in ihrem Freiburg keinen bezahlbaren Wohnraum mehr finden." Der Fokus beim Schaffen von bezahlbarem Wohnen liege auf dem Dietenbachgelände. Freiburg brauche dringend ein weiteres Zugabteil, sonst führe das Gedränge in den vorhandenen Wagen zu mehr Ungerechtigkeit. Und: Nachhaltigkeit und Umweltschutz hörten nicht an der Stadtgrenze auf. Würden die nötigen Wohnungen im Umland geschaffen, müsste das Drei- bis Fünffache an Freiflächen versiegelt werden, so Horn.

Geschenke zum Stadtjubiläum 2020 angekündigt

Der Oberbürgermeister blickte nach vorne auf das Jahr 2020. Das Stadtjubiläum soll dazu dienen, dass Freiburg seine Identität schärfe. Horn kündigt bereits Geburtstagsgeschenke an, mit denen etwas Bleibendes geschaffen werden soll: Geplant seien drei besondere Spielplätze, teils mit Wasserspielen, integrativ, als Mehrgenerationentreffpunkte. Einen dieser Spielplätze bekommt der Colombipark.

Eingerahmt wurde die Rede des OB von einem Auftritt des Jazzchors unter der Leitung von Bertrand Gröger, nach der Rede tanzte das Matrix-Showteam, Freiburgs Mannschaft des Jahres. Es folgte das Defilee der Gratulanten. Irina Horn war an der Seite ihres Mannes, der mit Mehrtagebart aus dem Weihnachtsurlaub zurückgekehrt ist. Für seine Premierenrede gab es übrigens viel Applaus.

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Fotos: Der Neujahrsempfang mit OB Martin Horn in Bildern