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21. Juni 2012
Stadtcasino Basel
Überfällige Entscheidung
Casino-Gesellschaft wartet auf das kantonale Bekenntnis zum Stadtcasino als Basler Konzerthaus.
BASEL. Wie geht’s weiter mit dem Stadtcasino in Basel? "Teilsanierung in Reichweite" hatte die Casino-Gesellschaft Anfang des Monats gemeldet. Möglicherweise aber war das zu optimistisch. Der Kanton, der zwei Drittel der aktuell noch mit 20 Millionen Franken kalkulierten Sanierung tragen will, jedenfalls hat sich nach wie vor nicht darauf festgelegt, dass das sanierte Casino das Basler Konzerthaus bleibt. Eigentlich sollte der Grundsatzentscheid schon Ende 2011 vorliegen. "Die Entscheidung ist überfällig", sagt der Präsident der Casino-Gesellschaft Christoph Gloor denn auch auf BZ-Anfrage.
Das Stadtcasino genauer gesagt seine Infrastruktur sind überaltert und werden zunehmend zum Risiko für den Konzertbetrieb. Das ist Konsens ins Basel. Auswege aus diesem Modernisierungsdefizit indes erweisen sich als dornig. Das beginnt mit der roten Karte, die die Basler Wähler und Wählerinnen 2007 dem hochfliegenden und von der in London lebenden Stararchitektin Zaha Hadid konzipierten Neubauvorhaben gezeigt haben. Seitdem ist das Modernisierungs- und Sanierungsprojekt in mehreren Etappen angepasst und geschrumpft worden. Übriggeblieben ist eine Teilsanierung, die "die Funktionsfähigkeit der Konzertinfrastruktur im Interesse der Musikstadt Basel ermöglicht", wie es in der Mitteilung des Regierungsrates vom August 2011 hieß. Parallel hatte die Regierung damals aber auch verkündet, dass sie weiter die "Option eines Neubaus am bestehenden oder einem neuen Ort offen halten will".Werbung
Eben diese Hintertür scheint nun zu einer weiteren Hürde für die Teilsanierung des Casinos zu werden. Denn die Sanierung mache für die Gesellschaft nur Sinn, wenn das Haus zuvor in seiner Funktion als Basler Konzerthaus bestätigt worden sei, sagt Gloor. Zumal der Kanton seinen Anteil an der Sanierung wohl deckeln werde und von vornherein gefordert hat, dass die Gesellschaft zumindest ein Drittel der 20-Millionen Franken selbst aufbringt. Entsprechend drängt diese auf klare Entscheidungen. In diesen Kontext gehört auch die Idee, das Stadtcasino gleich an den Kanton zu verschenken – eine Anregung, die bereits auf der letztjährigen Mitgliederversammlung der Gesellschaft gemacht worden ist, wie Gloor schildert. Als Versuch, das Verfahren mittels einer Provokation zu beschleunigen, ordnet er das jetzt ein. Das habe der Vorstand aber schon damals nicht weiter verfolgt – auch weil der Kanton eine Schenkung nicht annehmen müsste und wohl auch nicht annehmen würde, vermutet der Präsident.
Praktisch gibt’s derzeit zwar gar keine realistische Alternative zur Sanierung des Stadtcasinos. Denn bis ein Neubau verfügbar wäre, bräuchte es mit Planung und Realisierung allemal einen Vorlauf von bis zu zehn Jahren. Abgesehen davon ist der aktuelle Standort in der Nachbarschaft anderer großer Basler Kulturinstitutionen, vom Kunstmuseum bis zum Theater, ideal – das Stadtcasino sozusagen ein Glied einer Basler Kulturmeile. Dazu kommt, dass der Betrieb für das Vorjahr dieser Tage trotz der maroden Infrastruktur sogar noch einen leicht Anstieg der Vermietungen melden konnte und "das beste Ergebnis der letzten 15 Jahre" erzielte, wie die Basler Zeitung berichtete. Bleibt die Frage, warum Kanton beziehungsweise Regierung diesen Standort und seine Funktion bislang nicht bestätigen. Doch Gloor hat die Hoffnung noch nicht verloren: Spätestens nach den Basler Sommerferien im September erwarte er eine Entscheidung und die dürfte das Projekt endgültig bestätigen, prognostiziert er.
Autor: Michael Baas



