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09. Juli 2012 13:24 Uhr

Stresstest

Überprüfung: Schweizer Atomkraftwerke halten extremes Erdbeben aus

Nach Fukushima beschloss auch die Schweiz den Ausstieg aus der Atomkraft. Zugleich begann die Prüfung der AKW-Sicherheitsstandards im Fall eines Jahrtausenderdbebens. Nun liegen die Ergebnisse vor.

  1. Kleinere Mängel beim Atomkraftwerk Beznau. Foto: dpa

Alle fünf Schweizer Atomkraftwerke können nach Überzeugung von Experten selbst extreme Erdbeben aushalten. Es gebe daher keinen Grund für vorzeitige Stilllegungen, erklärte das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) am Montag nach umfangreichen Überprüfungen.

"Die Schweizer Kernkraftwerke halten einem Erdbeben, wie es in 10.000 Jahren höchstens einmal vorkommt, stand", fasste Chefaufseher Georg Schwarz die Resultate der Überprüfungen am ENSI-Sitz in Brugg (Kanton Aargau) zusammen. "Der Schutz von Bevölkerung und Umwelt vor einer zu hohen Strahlendosis ist gewährleistet." Von welcher Erdbebenstärke dabei konkret ausgegangen wurde, teilte die Behörde zunächst nicht mit.

Leichte Abstriche machten die Prüfer beim AKW Gösgen, das etwa 30 Kilometer südlich der Grenze zu Baden-Württemberg liegt. Die Betreiber hätten dem ENSI zunächst einen qualitativ teilweise mangelhaften Erdbebennachweis eingereicht, hieß es. Die zusätzlichen Kontrollinformationen seien inzwischen geliefert worden, müssten aber erst noch geprüft werden.

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Bei anderen AKW waren kleinere Mängel gerügt worden. So müsse das Atomkraftwerk Beznau überprüfen, wie die Frischdampf-Abblaseventile durchgängig erdbebenfest vom Notstandleitstand angesteuert werden können. Beznau liegt rund 13 Kilometer südlich von Waldshut-Tiengen.

Laut ENSI konnte auch nachgewiesen werden, dass der Wohlensee-Staudamm, der oberhalb des AKW Mühleberg bei Bern liegt, einem extremen Erdbeben standhalten würde. Bereits in naher Zukunft sollten alle Erdbebennachweise aktualisiert werden, hieß es.

Die Schweizer Aufsichtsbehörde hatte die Nachweise zur Sicherheit bei schweren Erdbeben als Konsequenz aus der Fukushima-Katastrophe im März 2011 verlangt. Sie schloss sich damit der EU an. Ähnlich wie Deutschland entschied sich auch die Schweiz nach Fukushima für den Ausstieg aus der Atomenergie. Neue AKW dürfen nicht mehr gebaut werden. Bei den fünf bestehenden Anlagen rechnet das ENSI mit einer Betriebsdauer von jeweils 50 Jahren. Damit müssen sie je nach Alter zwischen 2019 und 2034 stillgelegt werden.

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Autor: dpa