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07. Juni 2013

Überzeugter Kämpfer in Sachen Energiewende

BUNDESTAGSWAHL: Peter Schanz, Kandidat der Grünen, stellt sich in Gundelfingen vor / Nachverdichtung und Vermögensabgabe .

  1. Bundestagswahl: Reinhold Pix (links) und Peter Schanz zu Gast in Gundelfingen Foto: Andrea Steinhart

GUNDELFINGEN (ast). Der Grünen-Kandidat für die Bundestagswahl – Peter Schanz (51) aus Hohentengen – hat am Mittwochabend in Gundelfingen Eckpunkte seines Wahlprogramms vorgestellt. So will sich der Grünenpolitiker, der für den großen Wahlkreis 288 antritt, vehement für die Energiewende einsetzen und alles dafür tun, dass die Gesellschaft sozialer und moderner wird.

"Als engagierter und erfolgreicher Architekt ärgere ich mich schon viele Jahre über die Verschwendung von Energie", sagte Schanz. Ein persönlicher Schwerpunkt ist daher für ihn die Umsetzung der Energiewende. "Ich bin davon überzeugt, dass wir sie mühelos hinbekommen." Durch den Bau von Niedrigenergie- und Passivhäusern könnten etwa 40 Prozent des Primärenergiebedarfs eingespart werden. Schon jedes zweite Haus, das sein Architekturbüro baut, habe keine Heizung mehr. Lediglich 18 Prozent des Primärenergiebedarfs würden für Strom gebraucht. "Dieser Bedarf kann zu 100 Prozent durch erneuerbare Energien gedeckt werden." Von der Idee, aus überschüssigem Windkraftstrom und Co2 Methan-Gas zu machen, ist Schanz voll auf begeistert, auch wenn mit Wind hergestellter Strom derzeit noch 60 Cent die Kilowattstunde kostet.

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Den Kampf gegen die Zersiedelung der Landschaft und damit für mehr Nachverdichtung will Schanz ebenfalls aufnehmen: "Flächen, die innerorts von den Eigentümern blockiert werden, müssen mit höheren Grundsteuern belastet werden." Das Ehegattensplitting will er einschmelzen. Mit dem gesparten Geld sollen Familien gefördert werden. Das von den Grünen vorgelegte Steuermodell belaste rund zehn Prozent der sehr gut Verdienenden und Vermögenden, gewinnen würden Familien mit Kindern. Für den Abbau der Schulden und eine zukunftsorientierende Bildungspolitik werde Geld gebraucht. Daher fände Schanz eine Vermögensabgabe sinnvoll. Es sei nur gerecht, wenn sich besonders diejenigen Bevölkerungskreise, die in den vergangenen Jahren ihr Privatvermögen wesentlich erhöht haben, an den Kosten beteiligen würden.

Kommunale Themen will Schanz mit nach Berlin nehmen, etwa die Zuschusspolitik. "Es kann nicht sein, dass die Straßenbahnlinie vor dem Ort endet und ein Zuschuss nur gewährt wird, wenn er voll in Anspruch genommen wird." Den Bau des dritten und vierten Gleises an der Autobahn begrüßt der Grüne, doch müsse auch sichergestellt werden, dass der Güterverkehr diese Gleise auch nutzt.

Weitere gewichtige Themen sind für Schanz die Atomkraftwerke und die Suche nach einem Endlager in der Schweiz, das Pumpspeicherwerk Atdorf, der Ärztemangel und die Strukturprobleme im ländlichen Raum.

Schanz, seit fast 30 Jahren Mitglied der Grünen, gab auch einen Überblick über seine persönliche und berufliche Entwicklung und erläuterte die Motive seiner Kandidatur. In den 1980er Jahren, im solidarischen Kampf gegen Nachrüstung und neue AKW, sei er politisch erwachsen geworden. Die Ziele der Grünen sind seiner Meinung nach in der Gesellschaft angekommen, der Erfolg seiner Partei in Baden-Württemberg gründe eindeutig auf realistischer Politik. Nun wird es für ihn höchste Zeit, dass der Süden der Republik ein Bundestagsmandat erhält. Daher bewirbt sich Schanz um das Direktmandat.

Begleitet wurde Schanz vom Landtagsabgeordneten des Wahlkreises Breisgau-Hochschwarzwald, Reinhold Pix, der mit grün-roter Regierungserfahrung ausführte, warum auch in Berlin ein Machtwechsel wünschenswert wäre. Moderiert wurde der Abend von Anselm Hirt vom Grünen-Ortsverband Gundelfingen/Wildtal.

Autor: ast