Terminstress im Juli

ÜBRIGENS: Ab in den Wahnsinn

Ronja Vattes

Von Ronja Vattes

Do, 28. Juni 2018

Emmendingen

Auch ohne Plätzchenbacken, Tannenduft und Lichterglanz fühlt sich der Juli an wie sonst der dezemberliche Vorweihnachtswahnsinn. Alles, einfach alles muss in den letzten Wochen vor dem großen Sommerloch noch schnell unterkommen: Grillhocks der Vereine, Abschlussfeiern, Sommerfeste der Schulen und hektische "Lass-uns-doch-mal-noch-schnell-gemütlich-grillen"-Verabredungen. Schüler werden leicht endzeitpanisch, weil – Hilfe! – bald ist ja Notenkonferenz, mit Referaten, Klassenarbeiten, Tests, Ausdauerläufen, Heftführungskontrollen und Kunstprojektabgabeterminen geplagt. Und als ob das alles nicht schon genug wäre, gilt es in den Familien noch Zahnarzttermine und Entwicklungsuntersuchungen, orthopädische Kontrollen und ähnliches zu koordinieren. Der fünfspaltige Familienkalender platzt aus allen Nähten. Damit alles noch irgendwie klappt, sind die Termine präzise durchgetaktet. Denkste. Bis zum Anruf am gestrigen Mittwochvormittag. "Könnten Sie mit ihrem Sohn statt um 17.30 Uhr schon um 15 Uhr kommen?", fragt die Sprechstundenhilfe der kieferorthopädischen Praxis ein wenig verdruckst. "Wie? Aber der Termin steht doch schon seit Wochen!" – kurze Stille – "Ja, aber um die geplante Uhrzeit geht es nun leider doch nicht. Notfalls könnten sie spätestens um 15.30 Uhr kommen", bietet die Frau aus der Praxis etwas hilflos an. Wir überlegen kurz, dann fällt der Groschen: Der einst anberaumte Termin kollidiert mit dem Deutschland-Spiel bei der WM. Terminstress? Kennen auch Zahnärzte.