Lästige Plagegeister

ÜBRIGENS: Wespen im Anflug

Gerhard Walser

Von Gerhard Walser

Di, 21. August 2018

Emmendingen

In diesen Tagen kann man sie wieder beobachten: Pünktlich zur Zwetschgenzeit machen sich Wespen überall dort breit, wo sie kein Mensch haben will. Sie sind der Albtraum jeder Kaffeetafel, sie landen auf dem Obstkuchen und dem Marmeladenbrot, kriechen in Zuckerstreuer, stürzen sich selbst auf die abendliche Grillplatte, stechen, stören und sind selbst mit heftigsten Abwehrbewegungen nicht zu vertreiben. Keiner mag sie. Anders als die puschelige Hummel oder die fleißige Honigbiene gilt die Vespula germanica, die deutsche Wespe, als nichtsnutziger Plagegeist. Für den schlechten Ruf sorgt vor allem die Tatsache, dass die Arbeiterinnen, wenn sich die Nester nun im Spätsommer auflösen, einzeln auf Nahrungssuche begeben und planlos durch die Gegend streunen. Sie haben Kohldampf. Wer schon mal beobachtet hat, wie eine Wespe gewaltige Fetzen aus dem Frühstücksschinken sägt, um damit im Bau ihre Larven zu füttern, der bekommt fast schon Mitleid mit den lästigen Biestern. Und so ganz nutzlos sind sie ja auch nicht. Die stechenden Jäger sind zugleich Beute für andere Tiere, außerdem noch Pflanzenbestäuber und Aasfresser. Das alles mag jene nicht trösten, die von einer wild gewordenen Wespe gestört oder gestochen werden. Doch die Tage werden schon kürzer und spätestens im September oder Oktober ist der Spuk vorbei. Blöd nur, dass dann auch die Sommeridylle und das Leben im Freien ein Ende hat.